Standing at the end of the final masquerade…

Guten Abend meine Lieben…

Den heutigen Titel habe ich aufgrund des wirklich traurigen Freitodes von Chester Bennington gewählt… Ich hab Linkin Park immer gehört wenn es mir nicht so gut ging und das ist noch heute so. Heute ganz besonders, einfach nur im Gedenken an jemanden, der Aufgeben wollte… Der nicht mehr kämpfen konnte…  Wer denkt da nicht manchmal drüber nach…

Ich kämpfe weiter. 

Ich bin jetzt seit zwei Wochen in der Tagesklinik. Mit allen möglichen Therapien: Kunst, Bewegung, Tanz, Yoga, PME, Entspannungstraining, Stressbewältigung, Sozialkompetenz etc..

Es ist anstrengend und manchmal sehr aufwühlend… Viele Dinge kommen zurück an die Oberfläche, die schon lange verborgen waren.

Ich befinde mich im Umbruch… In jeder Beziehung. Auch in der Beziehung.
Und da trifft es „Final Masquerade“ dann gut… 

The light on the horizon
Was brighter yesterday
Shadows floating over
Skies begin to fade
You said it was forever
But then it slipped away…

Entscheidungen stehen an. Leicht wird es sicher nicht. Ich werde mich wieder melden :)

Alles Liebe, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl 

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Geben und Nehmen

Guten Abend.

Ich. Will. Sterben. – einfach weg. Weg aus diesem Leben.

Ich bin grade nach Hause gefahren. Im Dunkeln. In der Kälte. Kamikaze.

Ich kann nicht mehr. Wieso läuft immer alles schief? Was kann schlimmer sein, als den selben Schmerz immer und immer wieder zu spüren.

Kälte. Sie schnürt das Herz zu. Mit-Ohne-Gefühl. Wieder.

Ich war beim Nachbarn. Heute Abend. Es hat mich gebrochen. Wiedermal. Wie konnte ich nur so dumm sein? Anzunehmen, dass ich ihm was bedeute.
Es war beschissen. Beschissen zu merken, dass ich nur gegeben habe. All‘ die Zeit habe ich nur gegeben. Ohne zu Nehmen. Weil er nie gegeben hat.

Ich war so dumm. Nicht zu merken, dass er mich nur benutzt hat. Zu was auch immer…
Wenn er wenigstens mit mir geschlafen hätte und mir das Gefühl gegeben hätte, dass ich ihm nichts bedeute. Aber Nein. Er hat es nicht getan. Und ich bin der Illusion erlegen.

Ich bin so dumm.

Wieso kann ich nicht einfach einschlafen. Nie mehr aufwachen. Es ist genug.

Entschuldigt diesen Eintrag… ich kann nicht denken.
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Gedanken der Nacht…

Ich hab mir immer gewünscht nichts zu fühlen… Nach der Sache mit ihm. Ich habe so oft innerlich brennend vor Schmerz zum Himmel hinauf geschrien und mir gewünscht dass der Schmerz aufhört. Und am besten alles. All diese Gefühle die mich innerlich zerstört und mein Herz zerrissen haben. Die Sehnsucht. Die Wut. Die Trauer. Die Verzweiflung. Der Hass. Auf mich. Auf ihn. Auf sie. Auf alles.

Hätte die Welt in diesen Momenten aufgehört sich zu drehen, oder hätte nur mein Herz kapituliert – hätte es endlich aufgehört zu schlagen – es wäre gut gewesen. Ich hätte es sogar begrüßt. Hätte die kurze Leere, bis deinem Gehirn der Sauerstoff ausgeht, als Erlösung empfunden. Das lange erwartete Ende. Erlösung… Ein schönes Wort. Wann werde ich von diesem Leben erlöst? Es gibt nichts mehr wofür es sich zu leiden lohnt. Hoffnung ist die schlimmste aller Qualen.
Vielleicht schaffe ich es eines Tages einzuschlafen, ohne diese Gedanken.

Aber bis dahin liege ich inmitten der Leere. Ohne Gefühl. Das, was ich mir immer gewünscht hatte. Und verfluche und liebe es gleichermaßen.

WIESO?

Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es einfach nicht. Wieso schon wieder? Wieso er? Was habe ich diesmal falsch gemacht?

Einer meiner beiden Hamster ist gestern gestorben. Die beiden, Merry und Pippin, waren meine kleine Therapie als die Depression stärker wurde, weil sie mir eine Aufgabe gegeben haben. Jetzt ist Merry alleine. Die beiden waren Brüder, die ich als ‚Notfall‘ aufgenommen hatte.
Meine beiden Kleinen sind auch handzahm gewesen, obwohl ich nie mit ihnen gespielt habe oder so. Ich finde Hamster sind keine Kuscheltiere. Ich habe sie immer als das behandelt was sie sind – fühlende Wesen. Dass es ihnen stets gut ging muss ich ja nicht dazusagen.
Und jetzt ist Pippin tot. Einfach so. Gestorben im Schlaf. Zusammengerollt. In seinem Häuschen verborgen.
Ich habe ihn erst gestern Abend beim Ausmisten gefunden. Mir ist aufgefallen, dass ich ihn den ganzen Tag noch nicht gesehen hatte. Als mich ein mulmiges Gefühl beschlich, weil er auch bei dem Lärm den ich veranstaltete nicht rauskam, hab ich nachgesehen.
Und da lag er. Schon ganz kalt und starr. Also schon ein paar Stunden tot. Ich habe ihn aus seinem Häuschen geholt und in ein Schächtelchen auf Watte gebettet. (Und dann habe ich ihn in den Tiefkühler verfrachtet, weil ich ihn bei mir zuhause im Garten begraben möchte, wenn ich in drei Tagen heimfahre. Ist für mich nicht so makaber, wie es klingt. Leichen bewahrt man ja auch in der Kühlung auf, bis man sie beerdigt.)

Ich habe natürlich fürchterlich geweint. Mein ansonsten leeres und kaltes Herz ist gefüllt mit Trauer. Wieso? Wieso hat man mir meinen kleinen Liebling genommen? Und vor allem: Wieso schon wieder?

Fast auf den Tag genau vor einem halben Jahr, am 14. und 16. Juli, sind meine beiden geliebten Zwergkaninchen eingeschläfert worden. Die beiden waren wie meine Kinder und als ich die beiden jeweils zum Tierarzt gefahren habe und ihnen über den Kopf gestreichelt habe, bis sie eingeschlafen waren, war ich kurz davor den Verstand zu verlieren. Es tat so unfassbar weh, seine beiden Babys sterben zu sehen, während man nichts tun kann. Sich Vorwürfe zu machen, weil man ihnen nicht helfen konnte. Sie sind wegen einem furchtbaren Leiden eingeschläfert worden. Aufgrund der schwülen Sommerhitze haben Fliegen ihr Eier an ihnen abgelegt und die Maden haben sie bei lebendigem Leibe von innen aufgefressen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als zuerst das eine, meine widerspenstige Bailey, und dann das andere, meinen kleinen Amaretto, erlösen zu lassen. Man konnte leider gar nichts mehr für sie tun und das war das schlimmste. Ich hatte versagt. Ich habe es einfach nicht früh genug bemerkt. Es war zwar nicht meine Schuld, weil der Befall wahnsinnig schnell geht, aber trotzdem kann ich es mir nicht verzeihen.

Aber vor allem kann ich es „Gott“, oder wem auch immer, nicht verzeihen. Wenn es einem ohnehin schon so schlecht geht, weil einem die Liebe seines Lebens nicht vergönnt war, dann nimmt man dieser Person doch nicht auch noch die einzigen beiden Wesen, die sie mehr liebt als alles andere auf der Welt! Man hat mir wirklich alles genommen und zu dem Zeitpunkt war ich verzweifelt. Und resigniert. Ich saß weinend und schreiend nachts auf einer Bank auf meinem Lieblingsberg. Ich verfluchte alles und jeden, der mein Schicksal in der Hand hat. Und ich tue es heute noch.
Wenn man mich unbedingt dazu bringen will aufzugeben – mein Leben wegzuwerfen, weil es keine Bedeutung mehr hat – dann ist mir die Dinge wegzunehmen die ich am meisten liebe ein verdammt effektiver Weg.

Ich fühle mich einfach wieder genau wie damals. Ich habe es damals kaum verkraftet. Ich habe mich in meiner Wohnung isoliert und bin wochenlang nicht nach Hause gefahren, weil ich dort den leeren Stall sehen hätte müssen. Auf dem Heimweg vom Tierarzt, im Auto mit meinem toten Kaninchen neben mir, war ich wirklich verdammt nah dran, einfach meine tränenverschleierten Augen zu schließen und dem Ganzen hier und jetzt ein Ende zu setzen. Ich tat es nicht, weil meine Familie es nicht ertragen hätte – und in diesem Moment fühlte ich ja selbst wie es ist, ein geliebtes Familienmitglied zu verlieren.
Und nun sitze ich hier. Unendlich traurig. Wieder voller Zorn. Und mit nur einer Frage, der, die immer bleibt… Wieso?

Ich habe das Häuschen genauer untersucht und dabei etwas gefunden, was den Tod des Kleinen vielleicht verschuldet hat – Milben.
Daraufhin habe ich den größeren Bruder in eine Transportkiste gesetzt, ihm eine Notausrüstung zusammengestellt, zwei Näpfe mit kochend heißem Wasser gewaschen und ihn ins Schlafzimmer getragen, weit weg von dem Käfig. Dann habe ich improvisiert und ihm mit einem Wattestäbchen Teebaumöl auf den Nacken getupft. Da Zeug hilft ja auch gegen Mücken und Zecken, vielleicht hilft es auch erstmal die Milben von ihm zu vertreiben und fern zu halten. Die Leben nämlich nur in seiner Umgebung und nicht direkt auf ihm. Jetzt steht er also in meinem Schlafzimmer und randaliert, weil ihm die Box natürlich viel zu klein ist. Aber es hilft nicht. Ich muss heute Nachmittag erst den Käfig grundreinigen/desinfizieren und alle Sachen abkochen/im Ofen erhitzen/einfrieren bevor er da wieder rein darf.

Dieses Mal wird es nicht wie bei den Kaninchen sein. Ich werde ihn retten. Ich werde nicht nur zusehen wie er stirbt. Ich gebe ihn nicht auf. Wenn sein kleiner Bruder (er war tatsächlich etwas kleinwüchsig) schon gestorben ist, sei es an den Milben oder aus einem anderen Grund, dann werde ich ihn nicht auch noch verlieren.
Kaninchen oder Hamster werde ich nicht mehr aufnehmen. Am besten gar keine Tiere mehr. Ich schaffe das einfach emotional nicht…

Ich war ja grade Essen… und den ganzen Abend war ich nur ein Schatten meiner selbst. Ich hatte mich nicht getraut ein Antidepressivum zu nehmen, das mich beruhigt, weil ich Angst hatte davon sehr müde zu werden… ich saß also am Tisch, mit gesenktem Blick und umgeben von einer Wolke Traurigkeit. Schien gar keinem aufgefallen zu sein. Es hat mich zumindest niemand gefragt was los ist… Wieso auch… ist ja normal, dass ich so bin. Kam in letzter Zeit ja häufiger vor.

Ja… jetzt liege ich hier und höre dem kleinen Merry zu, wie er im Einstreu scharrt. Und vergieße eine weitere Träne bei dem Gedanken, dass ich Pippin nie wieder scharren sehen werde…

Natürlich werde ich darüber hinwegkommen… Ich habe auch gelernt meine Kaninchen nicht zu vermissen… Aber wie heißt es so schön…
What doesn’t kill you, leaves you broken.

Wenn jemand eine Antwort auf mein „Wieso?“ hat, bitte fühlt euch frei sie mir mitzuteilen.
Gute Nacht noch, euer Fräulein (das euch den Tipp gibt, den Beitrag mal einzeln aufzurufen)