Im Rhythmus

Guten Abend allerseits!

Das silbern schimmernde Netbook mit seiner hellblau leuchtenden Tastatur liegt zwischen meinen Oberschenkeln eingeklemmt und wird von den im Schneidersitz gefalteten Beinen gehalten… Sanft schaukelt der Sessel von links nach rechts, wie ein Schiff vor Anker im Hafen, auf unsichtbaren und geräuschlosen Wellen. Hier bin ich, im Hafen. In der Uhrzeit angemessener Lautstärke läuft das Album meiner persönlichen Neuentdeckung, SomeKindaWonderful. Hört mal rein, mein momentanes Lieblingslied.

Grade piept der Timer um mich an den Biskuitboden zu erinnern, der im Ofen auf meine Rückkehr wartet. Goldbraun und duftend darf er sich nun noch etwas in der Hitze ausruhen, langsam auskühlen, bevor er morgen zu einer köstlichen, sommerlichen, veganen Kokostorte verarbeitet wird.

Die Wände meines kleinen Rückzugortes sind vom Licht einer Kerze gelb erleuchtet, die Schatten huschen und tanzen verspielt über die raue Oberfläche. Das Licht reicht kaum bis zur Balustrade und hinter den Tomatensträuchern kann man die Nacht nur erahnen, die warme, weiche und dunkle Sommernacht. Schemenhafte, erleuchtete Fenster auf der anderen Seite des Innenhofes verraten, dass die normalen Menschen nun langsam schlafen gehen. Aber ich nicht, meine Zeit beginnt gerade erst.

Ich wandle im Rhythmus meiner inneren Uhr, meine Sinne schärfen sich erst in der Kühle der Nacht. Die leisen Gesänge der Grillen, das leise Gurren der Motoren auf der Straße, der sporadisch vorbeiziehende Lufthauch und die glänzende Mondsichel… all das ist meine Welt.
Nicht das gleißend helle Licht der Sonne, nicht die erdrückende Hitze des Tages, nicht die Schwere der feuchten Tagesluft.
Ich war schon seit jeher ein Kind der Nacht, das den Mond lieber aufgehen sieht als sein Pendant.
Und jetzt sind für mich Semesterferien, das bedeutet kein um sieben Uhr morgens aus dem Bett quälen mehr, nur um einen weiteren heißen Tag ertragen zu müssen. Nein, ich kann meine aktive Phase in die Abendstunden verlegen und meiner Veranlagung bis zum Morgengrauen wach zu bleiben nachgehen, ohne es am nächsten Morgen um sieben oder acht zu bereuen.
Außerdem arbeite ich vom späten Nachmittag bis in die Nacht, perfektere Arbeitszeiten gibt es gar nicht. Die schlimmste Hitze ist vorbei und der abendliche Wind fegt auch die schwere Luft von der Terrasse. Erleichtert begrüße ich jeden Abend auf’s Neue das Abendrot.

Und nun schaukle ich in der Dunkelheit und schreibe ein bisschen Kreativität aus mir heraus. Die muss ja auch weg, bevor sie noch schlecht wird :P
Einer meiner geliebten Festivalbecher voll mit Eistee steht neben mir und eigentlich bin ich grade sehr zufrieden mit der Gesamtsituation.
Morgen habe ich nochmal frei, da werde ich nachmittags die Torte fertigstellen (natürlich um meinen Chef zu beeindrucken) und noch einige Sachen erledigen, bevor ich abends meinen Therapeuten wiedermal beehre.

Apropos Chef. Der werte Herr ist immer noch auf’s Äußerste angetan von mir, wobei ich ihm mittlerweile in zahlreichen nächtlichen Gesprächen klarmachen konnte, wieso er von dem Gedanken lieber Abstand nehmen sollte.
Diese Standpauken ändern aber wahrscheinlich nichts an seinem Zustand, allerdings entlasten sie mich – ich habe ihm keine falschen Hoffnungen gemacht. Das ist mir schon wichtig, schließlich will ich ihm keine unnötigen Schmerzen zufügen. Und ich weiß selbst am Besten wie quälend Hoffnung sein kann.

Allerdings hat seine Obsession auch etwas Gutes: unsere Karte wird um ein veganes Gericht erweitert und im Winter werden wir Koch- und Backkurse anbieten. Ja, wir. Er möchte, dass ich meine Backkünste an die Welt da draußen weitergebe und ich war viel zu geschmeichelt um abzulehnen. Außerdem soll ich ihm bei den vegan-vegetarischen Kochkursen helfen. Ich bin zwar der skeptische Part des Teams, aber wenn er das auf die Beine stellt, dann stehe ich auch neben ihm am Herd. Um den (zukünftigen) Herbivoren ein bisschen bei der Umstellung zu helfen ;)

Jetzt werde ich mich wieder ein bisschen vor mein Aquarium setzen – eine therapeutische Entspannungsmaßnahme.
Nachdem mir in der Nacht auf Montag das Becken etwas gekippt ist – dank der Hitze und einer Verstopfung im Filter gab es einen akuten Sauerstoffmangel im unteren Beckenbereich – und ich so den Großteil meiner Babys und drei adulte Garnelen verloren habe, war ich heute beim Züchter und habe meine Gruppe nochmal um 15 Tiere aufgestockt.
Mithilfe einer Stabilisierung der Karbonathärte sollte ich die Auswirkungen des Massensterbens in Grenzen halten können und so kann ich den Bestand schnell wieder auf die ursprüngliche Zahl bringen. (Genug davon, keine Sorge.)

Auch dem Spinnchen geht es ausgezeichnet, sie hat sich am Wochenende abermals gehäutet – das zweite Mal in meiner Obhut. Sie will zwar immer noch nichts fressen, ist aber putzmunter und ganz schön gewachsen. Ach die Kleinen werden so schnell erwachsen :D

Ich wünsche euch noch eine schöne, klare und kühle Nacht!
Eure Nachteule alias euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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What a week(-end)

Guten Abend meine Lieben!

Ich grüße euch von meinem Balkon!
Ich hab‘ die letzten Tage zu viel erlebt, um guten Gewissens am PC hätte sitzen zu können. Deshalb jetzt eine Zusammenfassung.

Also der Donnerstag war zwiegespalten. Mittags sind ich und mein Vater nach Regensburg in die Klinik gefahren, weil meine Tante meinte, der Zustand meines Opas würde sich so rapide verschlechtern, dass sie nicht weiß wie lange er noch hat. Wir haben den ganzen Nachmittag dort verbracht und versucht ihn etwas zu bespaßen. Dem Armen ist nämlich furchtbar langweilig… Im Kopf ist er noch fit, aber sein Körper will nicht mehr. Es geht ihm immer noch den Umständen entsprechend, aber Lust zu Sterben hatte er augenscheinlich keine. Weiter so, Opi.
Abends haben ich und meine Beste uns gegenseitig die Haare gefärbt und hatten jede Menge Spaß, auch wenn das ganze nicht unfallfrei vonstatten gegangen ist. Außerdem sind die Farben wieder nicht wie auf den Packungen. Nächstes Mal nehme ich wieder Olia. Basta, den Blödsinn kauf ich nicht noch mal – Olia stinkt auch nicht so schrecklich.

Freitag war relativ anstrengend, weil wir beide Donnerstag noch sehr lange wachgeblieben sind. Gegen Drei oder Vier haben wir erst geschlafen und etwa um Sieben hat der Wecker schon wieder geklingelt. War supi. Echt…
Aber der Stress morgens war’s wert.
Ich habe der Mutter meiner Freundin auch noch schnell die Haare gefärbt, weil die erst nachts nach Hause gekommen ist, während meine Süße Vorbereitungen für ihre Verabschiedung getroffen hat. Sie hat da nämlich ziemlich viel alleine organisieren müssen, was sie ziemlich gestresst hat.
Dann hab ich ihr mit der Hilfe der Freundin ihres Bruders die Haare gemacht – sie sah so wunderschön aus.
Während sie ihr Zeugnis bekam und den Segen von Gott und was da sonst noch alles anstand, habe ich nochmal etwas geschlafen.
Dann geduscht und mich fertig gemacht. Um halb oder dreiviertel Sechs kam sie vom richtigen Friseurtermin wieder und was soll ich sagen… Sie sah so wunderschön aus.
Sie hatte eine Hochsteckfrisur mit geflochtener Seite und ich habe mir nur schnell einen Dutt stecken lassen. Während sie sich umgezogen hat, habe ich der Freundin des Bruders Locken gemacht und mich dann auch noch schnell ausgehfertig hergerichtet.
Der Star des Abends trug ein roséfarbenes langes Kleid mit viel Ausschnitt am Rücken und ich ein dreiviertellanges, gemustertes Kleid (etwas unkonventioneller, natürlich).
Ihr erratet es vielleicht – sie sah so wunderschön aus.
Der Abend an sich war leider eine kleine Themaverfehlung für mich, weil die Musik kein einziges Mal tanzbar für junge Leute war… Wir hätten gerne mal getanzt, aber halt normal und nicht Diskofox. Dafür hatten wir auch zu wenig Männer.

Am Samstag bin ich ja abends abgereist und nach München zu dem Konzert gefahren. Und was soll ich sagen.
Es war mega. Ich war so überglücklich.
Bin immer noch geflasht – nächstes Jahr wieder.

Sonntag war ruhig, es war endlich mal wieder ausschlafen angesagt.
Dafür war Montag Abend wieder was geboten: eine Freundin hat mich zu einer Grillparty eingeladen, die alte Freundin aus Schultagen, die neben dem Nachbarn wohnt.
Der Abend war schön, die anderen haben noch Bierpong gespielt, aber ich hab mich mit etwas Radler begnügt, wegen Fahrtüchtigkeit und so.
Der Abend wurde immer länger, die Uni Dienstag früh immer unwahrscheinlicher und irgendwie führte eins zum anderen und ich bin über Nacht geblieben.
Ihr ahnt es wiederum, nicht bei der Freundin. Hach, ich bin unmöglich.
Aber es hat sich einfach ergeben, dass der Nachbar seinen Alkoholkonsum stark eingeschränkt hat und auch ansonsten irgendwie normaler war und dann haben wir uns unterhalten. Ich bin ja nicht komisch zu Leuten, mit denen ich schon mal was hatte.
Und als alle außer uns beiden ins Bett gegangen waren, war es Fünf. Und er hat mir angeboten da zu bleiben. Und ich habe leichtfertig zugestimmt.
Geschlafen habe ich wieder nicht mit ihm – ich erkenne ein Muster – aber diesmal war es okay. Ich hab auch nachgefragt, wieso eigentlich nicht. So mega unattraktiv bin ich nämlich auch wieder nicht.
Er will einfach was „ernsthaftes“ und keine bedeutungslosen Bettgeschichten. Aha, okay, auch gut.
Da er mich trotzdem die ganze Nacht nicht losgelassen hat, nehme ich das mal als kleinen Hinweis, dass ich eine potentielle Kandidatin sein könnte.
Einer Wiederholung hat er heute auch zugestimmt, nach einer erstaunten Frage, ob ich das sicher will, wenn er wieder nicht mit mir schläft. Ich bitte dich, darum geht’s mir nicht vorrangig.
Ich habe einfach gemerkt wie sehr ich das Alleinsein satt habe und dass ich ihn ganz gerne mag, mal sehen. Sollte das echt was werden, spendiere ich ne Flasche Asti. :D

Dienstag bin ich (ja, diesmal ich) bis Nachmittag bei ihm geblieben, danach noch tanken gefahren und dann schnell nach Hause um zu duschen und in die Arbeit zu düsen. Die haben mich nämlich spontan gebraucht. Drei Stunden Arbeit sind auch drei Stunden.
Und heute hab ich den ganzen verdammten Tag auf den behinderten Hermes-Boten gewartet. Mein Zalando Paket konnte nämlich letzte Woche nicht zugestellt werden und hätte ich es heute nicht angenommen, hätten sie es wieder zurück geschickt.
Ich wollte eigentlich nur auf den Boten warten und danach in die Stadt. Nur dummerweise kam die blöde Kuh erst um Acht. Um Acht. Zwanzig Uhr abends.
Ich sag’s euch, ich war so angepisst… Ich bestellt nie wieder irgendwo, wenn die Hermes liefern lassen. Die haben doch alle einen an der Waffel.
Naja. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Der soll ja auch wieder warm werden und ich hab morgen auch noch frei. Außerdem habe ich heute bereits aus lauter Langeweile und Frust Wäsche gewaschen und alle möglichen anderen Punkte der To-Do-Liste abgehakt, so dass ich morgen auch Zeit habe. Und die Stadt läuft ja nicht weg :D

Jetzt hänge ich noch etwas auf dem Balkon rum :)
Ich und der Vollmond wünschen euch einen schönen Abend und eine kühle Nacht!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Schlafen wird eh überbewertet…

Guten Morgen!

Ja, es ist sechs Uhr morgens, ich finde es ja auch komisch euch jetzt ein paar Absätze zu tippen… aber mein Körper hat beschlossen dass es keine Lust hat zu schlafen. Der Depp.
Jetzt bin ich eben wach. Macht ja auch wenig Sinn um die Uhrzeit noch schlafen zu gehen… da halte ich lieber noch zwölf Stunden durch und schlafe dafür dann wieder in einem halbwegs normalen Rhythmus. Passiert mir ja öfter.

War jetzt grade draußen auf dem Balkon und hab meine Tomaten und Zucchini-Pflanzen etwas zurückgeschnitten, was soll man auch sonst um diese Uhrzeit machen :P

Und jetzt löffel ich ein bisschen Apfelmus und erzähle euch erstmal ein bisschen was von gestern.
Hab ich schon erwähnt, wie lässig mein Chef ist?
Gestern Abend war nicht viel los, lediglich ein Tisch war reserviert: Für besondere Gäste. Golfer, die einen gehobenen Service wünschen.
Einer der älteren Herren hatte Geburtstag und deshalb haben wir uns natürlich sehr bemüht. Also zumindest ich. Aber meine Kollegin wurde gestern sowieso gekündigt, also konnte ich grade noch verkraften, dass sie den ein oder anderen Faux-Pas begangen hat. Das darf bei solchen Gästen einfach nicht passieren.
Ich stand eigentlich immer in der Nähe um ihnen Wein und Wasser nachzuschenken und später dann auch um sicherzugehen, dass das Essen zu ihrer vollen Zufriedenheit ist. Nach dem Essen war ich ihr Alleinunterhalter und habe mich mit den Senioren über Politik und die Gesellschaft unterhalten. Studenten-Bonus. 
Sogar den etwas griesgrämigen Herren, der Geburtstag hatte, konnte ich schlussendlich mit meiner Schlagfertigkeit und meinem Charme für mich gewinnen. Und das will laut meinem Chef schon was heißen – der Herr ist nämlich weithin als sehr speziell bekannt.
Ich wurde auch von allen Seiten für meine Leistung gelobt und bewundert, dafür dass ich keine Vorkenntnisse in der gehobenen Gastro habe, habe ich sämtliche Benimmregeln etc instinktiv richtig gemacht. Manche Sachen weiß man doch einfach, oder?

Abends kam dann das nächste Highlight, das würde ich mir selber nicht glauben hätte ich es nicht erlebt… Le Chef hat schon öfter more or less scherzhaft gesagt, wir würden nach der Arbeit noch Pizza essen gehen. Aber natürlich hat um 12 erstens nichts mehr auf und zweitens kann ich mir auch kaum vorstellen, dass das je geklappt hätte – die anderen wollen ja auch nach Hause nach einer zehn Stunden Schicht.
Also saßen wir in seinem Cabrio und er nur so „Was hältst du von Pizza?“.
Ich hab gelacht und geschaut welcher Italiener um zehn noch auf hat.
Und so war ich schon wieder in der Stadt – und hab mit meinem Chef Pizza gegessen :D
Also wenn mein Leben mal nicht läuft, dann weiß ich auch nicht. Dass ich wieder nicht bezahlen durfte, muss ich jetzt mal für’s Protokoll erwähnen.

Danach haben wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht und um zwölf habe ich die Haustüre aufgeschlossen. Da war ich schon unglücklich bei dem Gedanken an heute Morgen. Schließlich war um acht Uhr die Linguistik Vorlesung.
Die ich nicht besuche, wie ihr vielleicht merkt. Nein, ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan und das würde mich umbringen :P
Und ich muss ja bis heute Nachmittag wach bleiben. Und nix gegen meinen Prof, aber der ist bei dem Vorhaben keine große Hilfe :D

Und sonst so? Neben mir steht ein Smoothie, den ich grade noch gemacht habe. Ich hoffe dass ich heute die Wohnung aufräume. Es würde sich gut anbieten um mich beschäftigt zu halten…
Wenn das Wetter herhält, dann schau ich später noch auf nen Kaffee in der Arbeit vorbei. Und Tanken müsste ich auch noch… Aber hier regnet es schon seit fünf Tagen…

Ob ich mich mit den Augenringen aus dem Haus traue ist eine andere Frage :D

Ich wünsche euch einen schönen Tag!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

„Sommer“-Abende

Guten Tag meine Lieben!

Ihr hört erst jetzt wieder was von mir, weil ich die letzten zwei Tage zum Großteil in der Arbeit verbracht habe – und abends immer zu müde war um noch etwas zu schreiben.

Ich bin jetzt auch sehr müde, allerdings ist es heller Tag und ich muss in einer Stunde wieder im Restaurant sein, also Augen auf und durch.
Der Freitag war ein guter Arbeitstag, es war nur moderat viel los und mein Chef wollte die Zeit nutzen um mir mal ein bisschen was über Wein beizubringen. Ich sag’s euch, ich hab mich schon etwas überfordert gefühlt. Riesling, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Grauburgunder, Weißburgunder, Grüner Veltliner, Gelber Muskateller… aus den verschiedensten Lagen und jeder von einem anderen Weingut. Und das sind ja nur ein paar der Weißweine. Wir haben nochmal mindestens genausoviele Rotweine. Zu allen muss ich mir ein paar Stichwörter einprägen: Wein, Region, Gut, Aroma.
Zum Beispiel (mein Liebling) der Sauvignon Blanc, aus Malborough, vom Weingut Nautilus Estates mit einem fruchtigen Aroma von gelbem Steinobst und Ananas, dessen angenehm milde Säure sehr gut mit den zitrischen Noten im Abgang harmoniert. Ein etwas speziellerer Wein für Kenner.
Call me ‚Profi‘ :D
Aber ernsthaft, ich habe die Dinger noch nicht auswendig gelernt, das meiste bezüglich Aroma und Co denke ich mir einfach anhand einiger Richtparameter für die jeweilige Sorte Wein aus. Erwischt :P

Gestern hatten wir ein Golftunier. Das war was, das sage ich euch… Es gab Freibier, Sekt für die Damen und ein Übermaß an Weinschorle in der gesamten Mannschaft. Die Frauen haben gekreischt und gesungen, die Männer wurden animalisch und obszön und ich stand hinter der Theke und zweifelte an der Menschheit.
Wenn das die oberen zehn Prozent sind, dann bleibe ich Mittelschicht. Halleluja. 
Die Frauen wurden dann im späteren Verlauf mit Eiswasser und Eiswürfeln übergossen, was zu noch mehr kreischen führte – und zu einem riesen Aufwand für uns, die das wegmachen mussten…
Die Männer haben angefangen alkoholisierte Balzrituale auszuführen, einer hat sich sogar sein Hemd vom Leib gerissen!
Wie sie sich mir gegenüber verhalten haben, will ich nicht weiter ausführen.
Nur so viel, ich hatte das Verlangen nach Alkohol, einer Zigarette und einem Anwalt. Und meine Bluse habe ich bis zum obersten Knopf zugeknöpft. Solche Dinge hätte ich den älteren Herren nun wirklich nicht zugetraut…

Mein Chef ist gestern dann noch mit mir in eine Bar gegangen, wo wir Freunde von ihm getroffen haben. Wir haben Schorle getrunken, geredet, getanzt und ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass er mein Chef ist. Welcher normale Arbeitgeber macht denn sowas? :D
Deshalb bin ich heute auch so müde :P

Ich wünsche euch einen schönen Tag, ich muss mich jetzt wirklich fertig machen, sonst komme ich zu spät.
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Ratet mal, wer wieder da ist

Guten Abend!

Die Stadt ist von einem grauen Schleier aus Nieselregen überzogen, der Blick aus dem Fenster ist höchst deprimierend. Aber macht nichts, ich war trotzdem mit der Vespa einkaufen. Bin ja nicht aus Zucker – zumindest, wenn man meinen Stammkunden im Restaurant nicht glaubt ;)

Ich weiß, dass ich euch vor vier Tagen gesagt habe, dass ich euch noch vom Wochenende erzählen werde – aber ehrlich gesagt kommt es mir jetzt nicht mehr sonderlich spektakulär vor. Da erzähle ich euch lieber ein paar frische Geschichten.

Montag Nachmittag hätte ich eigentlich den Termin bei meinem HNO-Arzt wegen der OP gehabt, der wurde aber verschoben. Also hab ich mich nach dem Anruf nochmal hingelegt und danach ein bisschen Sherlock geguckt. Bis es plötzlich an der Tür geklingelt hat. Ich war ziemlich erstaunt, ich habe schließlich weder ein Päckchen noch Besuch erwartet. Als meine beste Freundin davor stand, war ich kurzzeitig mit der Gesamtsituation überfordert.
Und ein bisschen genervt von mir selbst, weil die Wohnung so ausgesehen hat. (Natürlich hat sie mir zwanzig Mal versichert, dass ihr das nichts ausmacht – aber trotzdem)

Also erstmal angezogen um mit ihr in die Stadt zu fahren, wo wir dann auch den ganzen Tag geblieben sind. Ein kleines bisschen Shoppen und Geburtstagsgeschenke kaufen war angesagt. Abends haben wir und Pizza geholt und nen Film geschaut, bis sie auf der Couch eingeschlafen ist.
Im Bett haben wir dann noch etwas gequatscht, bis mir auch die Augen zugefallen sind – war auch besser so, ich hatte schließlich Dienstag Morgen Uni. Dorthin hat sie mich nach dem Frühstück auch gefahren, bevor sie sich auf den Heimweg gemacht hat. Mittlerweile sieht die Wohnung etwas besser aus :P
Die Sprachkurse liefen beide zufriedenstellend, hab bei den Listenings gut abgeschnitten :)
Abends hab ich noch meinem Therapeuten von meinem WE erzählt, ansonsten war der Dienstag angenehm ruhig.

Weil ich ziemlich müde war, hab ich Mittwoch ziemlich lange geschlafen. Als ich um 14 Uhr auf mein Handy geschaut habe, hab ich mich fast erschreckt: Anrufe, SMS und Nachrichten. Was da los war? Mein Chef hat versucht mich zu erreichen. Ich bin wiedermal für einen Kollegen eingesprungen – aber sehr sehr gerne, ich bin vor Freude gehüpft, als ich die Mailbox abgehört habe.
Le Chef hat mich dann auch zuhause abgeholt und ist mit mir noch in den Großmarkt einkaufen gegangen, bevor wir in der Arbeit reingeschneit sind. Mein Job <3
Ich arbeite wirklich gerne dort und auch gestern war wieder super. Mehr los als sonst – I like.
Das erste Mal habe ich auch Trinkgeld mit nach Hause nehmen dürfen ^^ muss ich mal nochmal nachfragen, wieso ich die letzten zwei Male nichts abbekommen habe, das hat meine Kollegin wohl „vergessen“. Hm.
Mittlerweile hat mein Chef auch erwähnt, dass im Arbeitsvertrag eine Klausel im Kleingedruckten war, durch die ich mit meiner Unterschrift zustimme ihn zu heiraten :D
Der scheint mich ja wirklich sehr zu mögen – aber keine Sorge, er fasst mich nie an oder so. Wir lachen nur immer gemeinsam mit der gesamten Crew über seine/unsere „Zukunftspläne“. Ob ich da wohl wieder rauskomme :P

Ist momentan aber nicht mein größtes Problem, nein, Kryptonit lässt grüßen.
Seit heute Morgen führe ich einen stetigen Kampf gegen ebendieses. Mein herzallerliebster (haha) Kryptonit-Mensch hat mich auf Whatsapp wieder entblockt. Beim routinemäßigen durchscrollen meiner Kontakte bin ich fast vom Bett gefallen. Was’n da los?
Auf diese Frage kann ich euch auch noch keine Antwort geben, ich werde mich auch davor hüten, noch mehr darüber nachzudenken. Der wird schon sagen, wenn er was will. Argh.

My head’s under water, but I’m breathing fine.

Aber ich bin emotional stabilisiert, dieser kleine Schachzug bringt mich nicht zum Straucheln. Pah. Keine Ahnung was er damit bezweckt, aber wir werden sehen. Irgendwie war es ja klar :P
Außerdem ist sein Status bei Whatsapp eine Songzeile aus dem neuen Song von Sarah Connor. Hah, gay! Da musste ich direkt skeptisch die Augenbrauen hochziehen, was ist denn in den letzten sieben Monaten passiert? Der Kryptonit-Mensch, den ich kenne, hätte niemals sowas gehört – was ich sehr gut fand, solche Musik ertrage ich nämlich wirklich nicht…

Sachen gibt’s. Ich werde mir jetzt noch Abendessen machen und ein bisschen Serien schauen, ich habe vor mit House of Cards anzufangen. Sherlock habe ich mit großem Vergnügen durchgesuchtet und nach der finalen Game of Thrones Episode war ich emotional sowieso am Ende. Schwer traumatisiert. Was sollte das? Was ist nur los mit den Leuten…
Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!
Euer gegen ihre Schwäche ankämpfendes Fräulein Mit-Ohne-Gefühl