Es hat sich nichts verändert…

Guten Abend.

Ich bin grade sehr traurig. Diese Art von Traurigkeit, die wie ein Stein ganz tief in der Magengrube liegt.
Und es ist wegen meiner Mutter.
Wie immer. Und ich Trottel hab gedacht es hätte sich etwas geändert.
Ich hab gedacht unsere Beziehung hätte sich verbessert…

Ich dumme, naive Idiotin.

Ich hab am Samstag Geburtstag, weshalb meine Mutter mir einen Kuchen backen wollte. Heute Abend, als ich mit meinem Bruder im Wohnzimmer saß, kam sie rein und fragte mich ob wir jetzt Kuchen backen wollen.
Ich habe erst in zwei Tagen Geburtstag, also hab ich sie gefragt warum wir den heute backen sollten. Morgen wäre doch viel besser. Aber der wahre Grund weshalb sie Kuchen backen wollte war nicht mein Geburtstag, sondern dass ihr Freund morgen zu Besuch kommt und sie für ihn Kuchen braucht.
Es ging ihr nicht um mich… Denn als ich grade gefragt habe, ob wir dann morgen Kuchen backen, sagte sie nur sie hätte heute ja schon einen gebacken. Als ich sie darauf hinwies, dass wir doch einen für Samstag brauchen, lächelte sie nur boshaft. Und sagte: „Hätten wir doch heute backen sollen…“

Es hat sich nichts geändert… Was zu Hölle soll ich denn noch alles machen… Ich mach ne Therapie und arbeite alles auf was in meiner Kindheit falsch gelaufen ist – damit ich endlich eine normale Beziehung zu ihr aufbauen kann. Und was macht sie? Zerstört jede Hoffnung, die in den letzten Monaten in mir aufgekeimt ist.
Und lässt mich weinend auf der Couch zurück.

Na super. Das wird sicher ein toller Geburtstag. Vielleicht sollte ich einfach wieder fahren. Weg von ihr.
Es war ein Fehler hier her zu kommen. Mein Therapeut und ich lagen falsch.

Einen schönen Abend noch.
Wir lesen uns.
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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Zwischen Kuchen und Kolumne

Guten Abend meine Lieben!

Gestern Nacht habe ich bis spät in die Nacht noch geschrieben und geschrieben und geschrieben. Und zwar das Rezept für die dreistöckige Torte. Und einige E-Mails.
Mit dem Rezept habe ich mich bei einem Back-Wettbewerb beworben, bei dem man mit einem Geburtstagskuchen unter anderem eine Küchenmaschine gewinnen kann. Außerdem natürlich eine Veröffentlichung im zugehörigen Magazin etc.

Und dass ich das Rezept niedergeschrieben habe, war im nachhinein betrachtet eine gute Übung: Denn *trommelwirbel* man hat mir ein unglaublich tolles Angebot gemacht – ich soll für die Zeitung, für die ich schreibe, regelmäßig Rezepte entwickeln, diese backen, fotografieren und das ganze dann hübsch aufgemacht als eigene kleine Rubrik veröffentlichen.
Also wenn das nicht der Wahnsinn ist :D
Ich hab meiner Lektorin natürlich geantwortet, dass ich dabei bin. Normale und vegane Rezepte werden sich abwechseln, weil natürlich nicht jeder Leser Lust hat sich die veganen Zutaten zu besorgen – aber weglassen will ich sie natürlich nicht, erstens ist es ja meine Art der Ernährung und zweitens finden experimentierfreudige Leute das durchaus spannend.

Die ersten Rezepte sind schon in meinem Kopf. Und das Rezept für die Torte beinhaltet ja alleine schon drei Rezepte, die bereits aufgeschrieben sind. Und der nächste Kuchen kommt schon am Donnerstag – ein Zebra-Käsekuchen. Vegan.
Mehr verrate ich noch nicht, kann mich nämlich noch nicht zwischen den beiden Versionen in meinem Kopf entscheiden.

Die Mail gestern hat mich sehr glücklich gemacht. Vor allem weil das Angebot die beiden (Traum-)Berufe, die ich mir für mich vorstellen könnte, ineinander vereint.
Immer schon konnte ich mich nur schwer zwischen Journalistin und Konditorin entscheiden – bis mein Dad meinte, ich soll doch einfach eins davon erstmal machen und darauf hinarbeiten Food-Journalist zu werden. Bin dabei ;)

Gestern Nacht lag ich wieder ewig wach, aber das war nicht schlimm. Ich habe „gebetet“. Also nicht zu Gott – bin ja Atheist. Eher so allgemein… Einfach mal so nach oben geredet, ob mich jetzt jemand gehört hat oder nicht bleibt mal dahingestellt.
Aber einfach zu reden hat mich entspannt :) (wer mich kennt den wundert das nicht ;))
Außerdem habe ich mich stundenlang durch lange Listen mit Neuseeland-Romanen gescrollt. Und – man glaubt es kaum – irgendwann bin ich sogar eingeschlafen!

Heute morgen hat mich der Wecker unsanft aus dem Schlaf gerissen, musste aber sein, weil ich den Postboten nicht verschlafen durfte. Der hat mir heute nämlich meine heiß ersehnten Backformen gebracht :)
Die sind ja gewissermaßen meine neuen Arbeitsutensilien ;)

Ansonsten habe ich den Tag vertrödelt, aber auch das ist okay, weil ich morgen dafür umso mehr vorhabe :)
In die Uni, einen guten Freund vom Bahnhof abholen und mit ihm Kaffee trinken gehen und danach noch zur Therapie. Hoffentlich ist es morgen nicht wieder so grau wie heute… da macht rausgehen nämlich keinen Spaß…

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und morgen einen wolkenlosen Tag!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Es sind die kleinen Dinge…

Guten Abend!

4. Therapiestunde: Wiedermal Vergangenheit, Beziehung zu Vater und Mutter, Beziehung von Mutter und Vater, der ganze Mist eben. Ich will mich ja nicht beschweren…
Aber als Scheidungskind finde ich das ganze einfach nur blöd (um es so auszudrücken, wie ich es vor acht Jahren auch getan hätte). Und je länger wir drüber reden, desto tiefer in meinen Erinnerungen grabe ich – und natürlich grabe ich viele traurige Erinnerungen aus.
Ich war heute mehr denn je schockiert darüber, wie viel ich noch ganz genau weiß, es teilweise noch bildlich vor mir sehe. Das müssen schon traumatische Zeiten für mich gewesen sein, wenn ich das heute noch so aus meinem Kopf kramen kann. Das meint der Doc übrigens auch, also dass eine Scheidung für ein Kind ein Trauma ist, das in seinem Leben auf vielfältigste Weise wieder und wieder „Schaden“ anrichten kann. Zum Beispiel bei Trennungen, besonders schlimm – wie in meinem Fall – wenn es aufgrund ähnlicher Themen geschieht. Heureka! Aber gut das wenigstens zu wissen. So habe ich darüber jetzt schon häufiger nachgedacht, und zwar mit anderen Sichtweisen und Blickwinkeln.

Aber auch meine momentane „dunkle Phase“ wurde besprochen und beleuchtet. Und wir kamen übereinstimmend zu dem Schluss, dass die doppelte Dosis (die normale Dosierung, also kein Grund zur Besorgnis) Elontril mir vielleicht helfen kann. Wenn es jetzt schwierig ist, dann muss ich wieder eine Motivation finden um weiter zu machen. Und die Aussicht, dass in zwei drei Wochen die Dosierung mein Hirn wieder richtig funktionieren lässt, ist Motivation genug. Bis dahin, weiterschwimmen. Durch die Flüsse aus Blei, durch die Meere mit Wellen der Verzweiflung, durch die Seen aus den Tränen der Vergangenheit. (Poetisch werde ich auf meine alten Tage auch noch ;))

Aber es sind die kleinen Dinge, die mich am Funktionieren erhalten. Die kleinen Lichtpunkte, die wie Glühwürmchen ab und an in der Dunkelheit auftauchen.
Eines dieser Dinge ist Tassen-Kuchen aus der Mikrowelle. Den habe ich heute (für mich) entdeckt und war restlos begeistert. Der ist vegan, total einfach und geht superschnell. Das hier ist kein Food-Blog, aber ich will euch das Rezept trotzdem ans Herz legen, denn ein warmer Schokokuchen ist ein Seelenstreichler!

Einfach eine Tasse nehmen (also nicht Omas Porzellan mit Goldrand, sondern etwas mikrowellentaugliches) und einen Esslöffel.
2 Löffel Mehl und etwas Backpulver, 2-3 Löffel Zucker, 1 Löffel Kakaopulver, 3 Löffel (Soja-)Milch und 1,5 Löffel Öl in der Tasse verrühren – ich nehme dazu einen kleinen Schneebesen. (Optional mit Schokoladensplittern/Streuseln/Tropfen – oder ohne Kakaopulver und dafür mit Vanille und Blaubeeren – oder oder oder…)

Das ganze soll eine cremig-teigige Konsistenz haben, eventuell etwas mehr Milch oder eben Mehl dazu. Dann für 2 oder 3 Minuten (je nach gewünschter Konsistenz) auf höchster (!) Stufe in die Mikrowelle.
Und danach unbedingt etwas abkühlen lassen!
Guten Appetit :)

Ja, davon habe ich mir heute zwei Tassen gemacht, und ich befürchte dass ich in absehbarer Zeit dick werde :D
Die Kerlchen sind so lecker und einfach… Frischer Kuchen in vier Minuten! Das ist einfach zu fies…

Aber es liegt eben nicht nur der Teufel im Detail, nein, auch kleine Momente der Freude blitzen hier und dann auf, wenn man genau hinsieht. Und ich freue mich immer, wenn ich irgendwo bin und mich etwas zum Lächeln bringt.
Es sind eben die kleinen Dinge, die das/mein Leben erträglich machen.
Zum Beispiel die Musik, momentan höre ich Lorde – eine neuseeländische Sängerin. Das macht mich glücklich. Und ihre Musik ist deutlich fröhlicher als die der beiden Jungs.

Mein Therapeut hat mir heute auch etwas Druck genommen. Er sagt, er kann mir gerne Atteste ausstellen, damit ich das Semester als Krankheitssemester deklarieren kann. Denn die Prüfungen schaffe ich sowieso nicht, das habe ich eingesehen…
Ich muss mal die vom Studierendensekretariat fragen, wie das so ist… Dann wäre das Semester wenigstens nicht als „komplettes Versagen“ vermerkt. Allerdings könnten die vom Bafög stressen und wie das mit der Regelstudienzeit ist weiß ich auch nicht…
Und dann wird die Depression aktenkundig. Das heißt, dass man das später irgendwo nachlesen kann. Ob das schlecht ist, weiß ich nicht… Aber da wohl kaum jemand ein Mädchen, das so vorbelastet ist, ohne Zögern einstellen wird, wäre es besser das zu vermeiden… Die Leute sind da ja leider manchmal etwas intolerant wenn nicht sogar ignorant… Psychische Krankheiten sind ja ein Stigmata. Wir werden sehen…

Jetzt muss ich aber mal schlafen, das wird ja jede Nacht später… aber momentan ist das ja mit dem Schlafen so ne Sache… Doch den Griff zum Valium wage ich nicht…

To start sedating myself would be a step in the wrong direction, wouldn’t it?

Eine schöne Nacht noch!
Eure Nachteule alias das Fräulein Mit-Ohne-Gefühl