Regenwetter…

Guten Abend!

Meine Güte, so tropfnass wie heute war ich wohl auch noch nie. Aber was soll man machen, wenn der Gig einer mega coolen Band am Campus nun mal draußen stattfindet?
Also hab ich mir einen Ohrenschutz für Musiker gegen Wind und Kälte in mein krankes Ohr gestopft, mich warm eingepackt und dem Regen tapfer getrotzt.

Die Band war wirklich klasse, ich und Freundinnen von mir sind trotz Regen im Schlamm herum gehüpft und haben uns wie Kinder gefreut, dass wir dem „Privatkonzert“ (es waren etwa 100 Leute da) beiwohnen durften.
Die Jungs aus der grauen Stadt ohne Meer habe ich vorher nicht gekannt, aber dank Spotify wusste ich bereits dass die Musik live gut sein würde.
Nach einer Stunde voller Licht, Beats und Regen bin ich mit dem Bus wieder nach Hause gefahren.
Der Weg heim war allerdings abenteuerlich. Ich wurde von den Wassermassen fast den Berg wieder rückwärts runter gespült und meine Kapuze bog sich vor lauter Wasser… So einen Regenguß hab ich noch nie (live draußen) erleben müssen…

Zuhause hab ich die Punktevergabe des ESC angeschaut und mir noch was zu essen gemacht. Ich finde Schweden hat verdient gewonnen, obwohl ich die kompletten Lieder der Konkurrenz nicht gehört habe. War mir jetzt aber auch vergleichsweise egal.
Jetzt hab ich auf meinen Nachttisch neben mir eine Tasse Tee stehen und werd‘ mich ins Traumland absetzen. Muss mich wieder etwas gesund schlafen. Der Ausflug heute war sicher nicht förderlich für meine Genesung.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und trockene, warme Tage!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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Too much…

Guten Tag allerseits!

In den letzten Tagen passierte einfach zu viel… nichts, was psychischer Natur wäre.
Mein Körper macht mit seinem destruktiven Plan weiter – und ich will doch einfach nur gesund werden… Aber ich werde immer kränker.

Dienstag war ich noch stark lädiert und fing an eine Erkältung zu bekommen, Mittwoch Morgen war ich etwas krank, Donnerstag Morgen war meine Stimme weg und mein Hals tat weh – und Donnerstag Abend kam das Grande Finale! Ich bekam nach dem Duschen unfassbar schlimme Schmerzen im Ohr. Ich lag auf der Couch und hätte am liebsten geweint. Es war nur das linke und es strahlte über die gesamte Hälfte meines Gesichts aus. Aua!!

Nach fünf Stunden Schmerzen, die mich an den Rande der Besinnungslosigkeit brachten, habe ich es nicht mehr ausgehalten. Ich habe alle Hausmittel und Tipps aus dem Internet gegen Wasser im Ohr ausprobiert. Und da keiner geholfen hat, war ich so verzweifelt, dass ich nachts um 11 ins Klinikum gefahren bin… Obwohl es geregnet hat und kalt war und ich nur den Roller hatte. Ich war völlig fertig mit der Welt und habe mich auf dem Weg in die Notaufnahme zweimal verlaufen… Nach einer knappen Stunde wurde ich wieder entlassen, voller Schmerzmittel und ohne klare Diagnose. Der Arzt (der, zu seiner Verteidigung, Chirurg ist) konnte keinen Grund für meine Schmerzen finden und empfahl mir, falls sie anhalten, heute einen HNO-Arzt aufzusuchen. Was ich auch getan habe.

Nach meiner Therapie heute morgen, bin ich also direkt dorthin und habe mich untersuchen lassen. Das Ergebnis? Mittelohrentzündung. Heureka. Ein paar Tests später wurde mir ein Streifen Mull mit Salbe ins Ohr gestopft und ein Mittel dagegen verschrieben.
Im Zuge der Untersuchung wurde außerdem eine Vekrümmung meiner Nasenscheidewand festgestellt. Heureka. Diese ist nur operativ zu beheben und diese Operation hilft mir erstens endlich richtig Luft zu bekommen und zweitens verhindert sie, dass sich später Infektionen oder ähnliches deswegen bilden.
Allerdings bin ich von einer solchen Operation nicht wirklich begeistert. Drei Tage Krankenhaus, dazu zwei Wochen um die OP-Wunden heilen zu lassen. Zwei Wochen in denen ich wahrscheinlich aussehe, als hätte ich eine Nasenkorrektur vornehmen lassen. Ohje.

Aber es hilft ja nicht. Ich habe in drei Wochen einen Termin für das Vorgespräch. Face your fears. Und ich habe Angst. Ich war noch nie in einem Krankenhaus, es sei denn zu Besuch. Und die Operation ist unter Narkose. Ich mag die Vorstellung nicht, mein Bewusstsein so zu verlieren… Aber was soll ich tun, die Operation wird mir die nächsten sechzig Jahre meines Lebens viel mehr Luft verschaffen…

Jetzt bin ich also wieder zuhause. Auf dem einen Ohr so gut wie taub und vor lauter Frust vollgestopft mit Convenience-Food. Man muss übrigens total aufpassen, wenn man nur noch mit einem Ohr hört! Ich kann nicht ermitteln, woher Geräusche stammen, was dazu führt, dass ich auf der Straße immer einen furchtbaren Schreck bekommen habe, wenn ein Auto an mir vorbeigefahren ist. Ich habe mich danach immer mehrmals vergewissert, bevor ich die Straße überquert habe.
Ich bin froh, dass meine Sinne normalerweise funktionieren. (Außerdem muss ich jetzt 1,25 Mal so laut fernsehen…)

Morgen Abend gibt es bei uns auf dem Campus einen Gig einer mir bisher unbekannten (aber, Freunden zufolge, guten) Band. Da geh‘ ich mit Freunden hin :)
Bis dahin sollte mein Gehör wieder funktionieren.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und ein gutes Gehör!
Liebe Grüße, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Regen, Husten und ein Blind Date

Guten Abend!

So, jetzt erzähle ich euch endlich was ich heute so geheimnisvolles vorhatte :)

Also so geheimnisvoll war es eigentlich gar nicht. Es war ein klitzekleines Blind Date.
Mit dem Studenten, der mir am Montag geholfen hat als ich kollabiert bin. Der war sehr nett zu mir und nachdem ich ihn über eine Campus App ausfindig gemacht hatte, hat sich ein Date ergeben. Was ich ziemlich spannend fand, weil es erstens nicht meine Absicht war; zweitens dadurch zustande kam, dass die Community darauf bestanden hat – und drittens, weil ich nicht mehr wusste, wie er eigentlich aussah. Der ganze Unfall lag unter einem Nebelschleier.

Also zurück zum heutigen Nachmittag. Wir haben uns an der Uni getroffen. Er sah eigentlich ganz nett aus. Leider nicht mein Typ, aber sicher nicht unansehnlich. Wäre alleine Erfolg sexy, dann würden wahrscheinlich die meisten Mädchen über ihn herfallen. Er hat nämlich nach dem Abitur eine eigene Firma gegründet, die insolvente Firmen berät. Und die läuft augenscheinlich sehr gut. Er trug Schuhe von Prada, hat mich mit seinem Mercedes in die Stadt chauffiert und sein Parfum hat wahrscheinlich mehr gekostet als eine Woche All-Inclusive in der Türkei. Also ich fand das auch beeindruckend, allerdings lagen wir nicht mal ansatzweise auf einer Wellenlänge. Von eventuellen Funken war auch absolut nichts zu sehen. Aber das war okay. Wir haben einen Kaffee getrunken, etwas geplaudert (allerdings seicht und nicht allzu flüssig…) und dann hat er mich nach Hause gefahren.

Den sehe ich nicht wieder. Und das ist auch gut so. Allerdings würde ich nicht ausschließen, dass ich es in Zukunft öfter auf Dates ankommen lasse. Wäre er nicht so komisch gewesen, hätte das nämlich Spaß gemacht.

Naja, wir werden sehen.
Ich war vor dem Date in der Klinik. Wir haben über meine momentanen körperlichen Beschwerden gesprochen und ob die wohl mit den Medikamenten zusammenhängen. Sicherheitshalber überprüfen wir das indem wir das eine absetzen und vom anderen die Dosierung halbieren. Wenn das Veränderungen hervorruft, dann sehen wir weiter. In einer Woche habe ich wieder einen Termin.

Und sonst so? Ich hab Husten und bin auch ansonsten ein bisschen krank. Nervt ziemlich. Und draußen regnet es schon seit Tagen… wird sich auch so schnell nicht ändern. Aber das wirkt sich nicht gerade positiv auf meine Laune aus. Blöder Regen…
Naja. Lamentieren bringt ja auch niemandem was.
Das war’s dann eigentlich auch schon wieder von mir :)

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!
Liebe Grüße, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Kollaps

Guten Abend meine Lieben!

Ich werde mich heute etwas kürzer fassen, weil ich krank im Bett liege und mir eh schon ein bisschen der Kopf brummt.
Zur Zeit kämpft mein Körper mit allen Mitteln gegen mich. Ich habe seit Tagen nicht richtig gegessen, es ist als würde mein Körper versuchen mich langsam aber sicher umzubringen. So theatralisch das jetzt klingt. Aber wenn ich mich vor lauter Schwäche ohnehin kaum auf den Beinen halten kann und mir nach 14 Stunden ohne Essen von dessen Anblick schlecht wird, dann sieht das für mich nach Sabotage aus.
Mein Körper kollabiert langsam, er funktioniert nicht mehr so wie er soll…

Aber der eigentlich Kollaps fand gestern statt. Ich war wie geplant bei dem Test, im Zuge dessen wurde mir Blut abgezapft. Gleich zwei Ampullen warmes, rotes Blut flossen durch die Kanüle. Eine habe ich auf Anraten des Arztes für den anderen Arztbesuch mitgenommen, damit sie mir nicht nochmal Blut abnehmen müssen. Nach der ganzen Sache bin ich raus auf den Campus. Mir war ziemlich schlecht und ich wollte in die Mensa, auf die Toilette.
Doch mitten auf dem Platz wurde mir schwindelig. Meine Beine versagten und ich brach mitten auf dem Platz zusammen. Ohne erkennbaren Grund.
(Dann passierte noch etwas sehr interessantes, aber dazu morgen mehr.)

Ich habe heute mit meinem Therapeuten darüber geredet, weil es mir Sorgen macht, dass mein Körper langsam aber sicher den Geist aufgibt…
Er hat mir geraten, morgen meine Ärztin im Klinikum drauf anzusprechen. Wenn ich nicht mehr richtige esse, schlafe und mein Körper auch ansonsten nicht mehr funktionieren will, dann sollten wir vielleicht die Medikamente umstellen.

Ich hoffe ich bin bis morgen wieder halbwegs auf dem Damm.
Hab nämlich was vor. Aber dazu morgen mehr :)

Ich wünsche euch eine gute Nacht!
Liebe Grüße, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

3 Monate Therapie

Guten Tag allerseits!

Lasst uns feiern :)

Heute bin ich seit genau drei Monaten in Therapie. Ich denke es ist Zeit für ein kleines Resümee.


Ganz am Anfang, nach meinem ersten Gespräch, habe ich im Blog folgendes geschrieben:

Er hat mich auch gefragt, wie ich mir die Therapie vorgestellt habe und was ich denke, dass sie bewirkt. Naja, darauf wusste ich keine Antwort. Ich habe zwar immer daran gedacht, dass sie mir helfen kann – aber nie drüber nachgedacht, wie. Das wunderte mich schon etwas, weil ich ja normalerweise dazu tendiere, alles tot zu denken.

Ja, heute habe ich darauf zumindest eine vage Antwort. Ich denke, dass sie so einiges bewirkt: Ich fühle mich nicht alleine mit meinen Problemen, was dazu führt dass ich leichter wieder runterkomme, bei dem Gedanken dass ich nächsten Mittwoch mit dem Doc drüber reden kann. Ich fange an Dinge zu erkennen und aufzuarbeiten, die ich in meiner Kindheit verdrängt habe, zum Beispiel die Scheidung meiner Eltern. Ich ändere meine Sichtweise auf so manche Dinge, die mir im Leben sehr zusetzen, zum Beispiel meine Mutter. Ich lerne nicht mehr so streng mit mir zu sein, auch wenn ich unzufrieden mit der Art wie ich handle/denke/fühle bin. Ich lerne verdammt viele Dinge über mich selbst, die mir dabei helfen, zu verstehen wieso ich momentan so bin, wie ich bin. Ich merke, dass mir das mich-öffnen und reden sehr dabei hilft, die Ereignisse meines Lebens, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin, im Gesamtzusammenhang zu sehen. Ich lerne auch, dass ich momentan einfach krank bin und es nichts ist, wofür ich mich schämen oder schlecht fühlen müsste – und dass es in Ordnung ist Menschen von meinen Problemen zu erzählen. Und was ich bisher auch gelernt habe ist, dass es in Ordnung ist wenn es mir nicht gut geht, weil ich mir die Zeit der „Genesung“ zugestehen muss.

Entschuldigt die Schachtelsätze, aber ich will die Sätze nicht durch Umformulierungen noch verworrener machen…

Wie viel besser es mir schon geht, kann ich nicht objektiv messen – aber subjektiv sind es Welten zwischen meinem Ich von vor drei Monaten und mir heute.
Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll… aber ich weiß ich ob ich heute noch am Leben wäre, hätte ich mich nicht vor knapp vier Monaten in Behandlung begeben. Das klingt vielleicht drastisch, aber in den Tagen vor meinem Besuch beim Arzt, war der Tiefpunkt meiner Depression erreicht. Und wer weiß was passiert wäre, wenn es noch tiefer gegangen wäre – und wir wissen alle, dass es immer noch tiefer geht.

Ich bin dankbar für diese drei Monate. Ohne sie stünde ich jetzt nicht an dem Punkt, an dem ich heute stehe – an einem Punkt, an dem ich einen Silberstreif am Horizont sehen kann. An dem ich Hoffnung habe, und Zuversicht dass meine Zukunft besser wird als meine Vergangenheit.


Genug Poesie, meine Lieben. Ich wollte einfach nur ein bisschen resümieren, was ich die letzten drei Monate so lernen und erfahren durfte.
Auf die nächsten drei! Mögen sie eben so lehrreich und heilsam sein wie die vorherigen.
Liebe Grüße und danke, dass ihr mich auf meinem Weg begleitet!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl