Die innere Mitte

Guten Abend meine Lieben!

Morgen beginnt die Uni wieder… und, ganz entgegen meiner Befürchtung, bin ich tiefenentspannt. Ich hab heute mehrmals bewusst wahrgenommen, wie überaus ruhig – geistig und körperlich – ich war und bin.

Ich befinde mich völlig in meiner inneren Mitte. In Frieden mit mir und meinem Leben. Ein unbekanntes und sehr schönes Gefühl. Meine Gedanken fließen durch meinen Kopf, ohne Störungen oder Stromschnellen die mir gefährlich werden könnten. Panta rhei.
Gestern Abend saß ich auf meinem Bett und habe eine neue Hörspielreihe angefangen, dabei ist mir das erste Mal meine ruhige, gleichmäßige Atmung aufgefallen – und den ganzen heutigen Tag war ich jedesmal wieder auf’s Neue erstaunt von diesem anhaltenden Zustand. Mein ganzer Körper erscheint mir so ausgeglichen und friedlich.
Das ist so ungewohnt!

Die meditativste Tätigkeit heute war das Kochen einer Süßkartoffelsuppe. Schälen, Schneiden, Kochen. Und das Ergebnis ist eindeutig Urlaub für die Geschmacksknospen – der Hauch Curry bringt die indische Gelassenheit in meinen Magen :D

Alles was ich heute gemacht habe, hat mein Herz erfreut. Hab mir das Versicherungskennzeichen für die Vespa bestellt – jetzt wo das Wetter endlich besser wird, will ich nicht länger warten.
Und ich hab gestern Nacht einen „Hermann“-Teig angesetzt. Das hat mich sooo nostalgisch gestimmt! Das war damals in der Mittelstufe voll in Mode diesen „lebendigen“ Teig zu verschenken und Kuchen draus zu backen. Und irgendwie hatte ich spontan die Idee, wieder so einen Teig anzusetzen. Ist sicher eine gute Idee – ich kann mich dran erinnern dass die Kuchen damals lecker waren ;)

Heute werde ich früher ins Bett gehen – muss morgen früh raus.
Ich wünsche euch einen schönen Abend!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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Krieg und Frieden

Guten Abend!

Ich liege hier im Bett und rekapituliere etwas den heutigen Tag. Ich bin alleine, weil alle anderen im Wohnzimmer sind und dort einen Film anschauen: Krieg und Frieden. Nach dem Buch von Tolstoi.

Ich rolle den Tag mal von hinten auf, weil es sich anbietet.
Ich bin grade von der Couch aufgestanden, weil ich den Film nicht länger ertragen wollte. Eigentlich wollte ich ihn gar nicht erst sehen, aber mein Herr Vater hat vehement darauf bestanden, dass ich bleibe und ihn mir ansehe. Nach der Hälfte war es mir aber wirklich zu blöd. Das ist einfach nicht meine Art Film. Der ist um einiges älter als ich, deshalb natürlich technisch und schauspielerisch für mich nur wenig ansprechend…. die Schauspieler sind viel zu unnatürlich, viel zu theatralisch – dem kann ich nichts abgewinnen. Und das Thema interessiert mich momentan ebenfalls nicht im Geringsten. Ich Banause…
Außerdem habe/hatte ich Kopfschmerzen und ich wollte mich etwas hinlegen und ausruhen. Das tue ich übrigens auch gerade, ein bisschen tippen schadet dem Köpfchen nicht.

Vorher hatte ich einen sehr langweiligen Nachmittag, ohne jedes Ereignis, das zu beschreiben wäre.
Das Osterfrühstück heute morgen war nicht langweilig, allerdings mache ich mir aus diesem „Fest“ auch nichts… Diese Auferstehungsgeschichte ist doch obsolet – und Ostern war ja eigentlich ohnehin ein heidnisches Fest… ich schweife ab.
Wir haben halt zusammen gegessen und dann sind wir alle wieder in unsere Zimmer gegangen. Spannend.

Das einzig potentiell spannende heute könnte der Abend werden – meine Stiefschwester hat mir angeboten, mich in einen Club mitzunehmen. Mal schau’n vielleicht verleiht das dem Tag noch ein wenig Existenzberechtigung… Denn bisher ist er ziemlich verschwendet und vergeudet gewesen.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und weniger Krieg als Frieden.
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Samenkörner

Einen schönen guten Abend allerseits!

Hier bin ich wieder :) aus der Versenkung der letzten zwei Tage wieder aufgetaucht.

Montag und Dienstag standen ganz im Zeichen der Gartenarbeit – beziehungsweise Balkonarbeit – jetzt ist die beste Zeit um die kleinen Pflänzchen vorzuziehen. Das hat meine jahrelange Ausbildung bei meinem Opa mich gelehrt. Wenn man ein Samenkorn in die Erde steckt, es gießt und warm hält, dann wächst daraus ein Pflänzchen. Aber das Pflänzchen ist schwach. Zu schwach um bei diesen Witterungsbedingungen draußen zu überleben.
Darum beschützt man die Pflanzen so lange im Haus, bis es draußen langsam wärmer wird, gewöhnt sie dann langsam an die Außenwelt und setzt sie erst draußen ein, wenn sie stark genug sind.
Eine nette Metapher auch für einen Menschen. Das kleine Samenkorn in mir treibt aus, aber ich muss auf das zarte Pflänzchen gut aufpassen – die Welt da draußen ist noch viel zu hart, das würde es nicht lange überleben.

Jetzt warte ich geduldig auf alle Pflanzen, ich hab von allen zu viele ausgesäht, so dass nur die stärksten auch auf den Balkon dürfen würden. Die harte Auslese… Darwinismus alias „Survival of the fittest“ etc… nennt mich sentimental, aber ich empfinde jetzt schon Skrupel bei dem Gedanken daran, die anderen auszumustern.

Meine andere große Leidenschaft momentan – die Hörbücher – sind mittlerweile keine Thriller mehr. Sondern Krimis.
Aber keine Modernen, Nein, Klassiker. Sherlock Holmes um genau zu sein.
Geniale Bücher, geniale Charaktere. Ich mag wahnsinnige, arrogante Genies gerne :D

Mittlerweile sehe ich nicht mal mehr fern. Lieber liege ich auf dem Bett und höre den sonoren Stimmen zu, als würden neben mir Geschichtenerzähler sitzen, die mir Gesellschaft leisten.
Da sieht man mal, wie schnell ein Samenkorn keimen kann, wenn es auf den richtigen Nährboden fällt.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!
Wir lesen voneinander ;)
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Sunny Saturday

Guten Abend allerseits!

Heute war ein wunderbarer Tag. Warm und sonnig, außergewöhnlich mild. Ich bin ganz gemütlich aufgestanden und habe mich zum Frühstücken an das offene Fenster, in die Sonne, gesetzt. Die warmen Strahlen und das gleißende Licht, das sich auf meinem weißen Schreibtisch spiegelt, weckten ein lange in mir verschüttet geglaubtes Gefühl von Zufriedenheit. Es fühlte sich ein bisschen nach Sommer an, wie die Sonne meine Haut erwärmte. Die gezuckerte Grapefruit passte wunderbar zu den Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, obwohl es wie immer eine riesen Sauerei war sie zu essen.

Danach habe ich mich fertig gemacht, weniger Kleidungsschichten angezogen als sonst und mir meine Jacke und meinen Beutel geschnappt. Als die Haustüre hinter mir ins Schloss gefallen ist, wehte ein leichter, milder Wind durch meine Haare und das erste Mal seit Wochen schloß ich meine Jacke nur halb.
Ich lief die Straße entlang, Richtung Lidl und blinzelte fröhlich in die Sonne. Es tat gut endlich einmal draußen zu sein ohne zu frieren und ich freute mich ziemlich über die Wärme der Sonne auf meiner schwarzen Hose. Bei Lidl habe ich Obst, Gemüse und Saft gekauft und es mühsam nach Hause getragen. Wenn ich sie dann nach Hause tragen muss, ärgere ich mich immer über die Entscheidung Kartoffeln gekauft zu haben. Heute auch. Der Trageriemen der Tasche schnitt mir wie immer in die Schulter, als ich den Berg hochstapfte.
Aber als ich die Tüte dann schnaufend durch die Türe und in die Küche trug, war ich froh dass ich sie so weit getragen habe.

Wie immer habe ich mein Hörbuch laufen lassen, während ich das Gemüse kleingeschnitten habe. Meditativ schälte ich die äußeren Blätter des Rosenkohls ab und lies meinen Gedanken freien Lauf. Als ich alles in den Topf geworfen und es etwas angebraten hatte, füllte ich den Topf mit etwas Wasser auf und würzte den Topfinhalt großzügig.
Während der Eintopf vor sich hinköchelte, beobachtete ich zufrieden das Blubbern. Die ganze Szenerie hatte etwas friedliches :)

Nachdem ich ein Schüsselchen Eintopf gemümmelt hatte, habe ich mich auf mein Bett gelegt und hier liege ich nun und schreibe ein bisschen was für euch. Gleich gehe ich ins Wohnzimmer um mein Samstag-Abend-Ritual mit Navy CIS zu vollziehen. Heute war ein guter Tag.
Der erste gute seit einiger Zeit…

Liebe Grüße und einen schönen Abend noch!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl