What a week(-end)

Guten Abend meine Lieben!

Ich grüße euch von meinem Balkon!
Ich hab‘ die letzten Tage zu viel erlebt, um guten Gewissens am PC hätte sitzen zu können. Deshalb jetzt eine Zusammenfassung.

Also der Donnerstag war zwiegespalten. Mittags sind ich und mein Vater nach Regensburg in die Klinik gefahren, weil meine Tante meinte, der Zustand meines Opas würde sich so rapide verschlechtern, dass sie nicht weiß wie lange er noch hat. Wir haben den ganzen Nachmittag dort verbracht und versucht ihn etwas zu bespaßen. Dem Armen ist nämlich furchtbar langweilig… Im Kopf ist er noch fit, aber sein Körper will nicht mehr. Es geht ihm immer noch den Umständen entsprechend, aber Lust zu Sterben hatte er augenscheinlich keine. Weiter so, Opi.
Abends haben ich und meine Beste uns gegenseitig die Haare gefärbt und hatten jede Menge Spaß, auch wenn das ganze nicht unfallfrei vonstatten gegangen ist. Außerdem sind die Farben wieder nicht wie auf den Packungen. Nächstes Mal nehme ich wieder Olia. Basta, den Blödsinn kauf ich nicht noch mal – Olia stinkt auch nicht so schrecklich.

Freitag war relativ anstrengend, weil wir beide Donnerstag noch sehr lange wachgeblieben sind. Gegen Drei oder Vier haben wir erst geschlafen und etwa um Sieben hat der Wecker schon wieder geklingelt. War supi. Echt…
Aber der Stress morgens war’s wert.
Ich habe der Mutter meiner Freundin auch noch schnell die Haare gefärbt, weil die erst nachts nach Hause gekommen ist, während meine Süße Vorbereitungen für ihre Verabschiedung getroffen hat. Sie hat da nämlich ziemlich viel alleine organisieren müssen, was sie ziemlich gestresst hat.
Dann hab ich ihr mit der Hilfe der Freundin ihres Bruders die Haare gemacht – sie sah so wunderschön aus.
Während sie ihr Zeugnis bekam und den Segen von Gott und was da sonst noch alles anstand, habe ich nochmal etwas geschlafen.
Dann geduscht und mich fertig gemacht. Um halb oder dreiviertel Sechs kam sie vom richtigen Friseurtermin wieder und was soll ich sagen… Sie sah so wunderschön aus.
Sie hatte eine Hochsteckfrisur mit geflochtener Seite und ich habe mir nur schnell einen Dutt stecken lassen. Während sie sich umgezogen hat, habe ich der Freundin des Bruders Locken gemacht und mich dann auch noch schnell ausgehfertig hergerichtet.
Der Star des Abends trug ein roséfarbenes langes Kleid mit viel Ausschnitt am Rücken und ich ein dreiviertellanges, gemustertes Kleid (etwas unkonventioneller, natürlich).
Ihr erratet es vielleicht – sie sah so wunderschön aus.
Der Abend an sich war leider eine kleine Themaverfehlung für mich, weil die Musik kein einziges Mal tanzbar für junge Leute war… Wir hätten gerne mal getanzt, aber halt normal und nicht Diskofox. Dafür hatten wir auch zu wenig Männer.

Am Samstag bin ich ja abends abgereist und nach München zu dem Konzert gefahren. Und was soll ich sagen.
Es war mega. Ich war so überglücklich.
Bin immer noch geflasht – nächstes Jahr wieder.

Sonntag war ruhig, es war endlich mal wieder ausschlafen angesagt.
Dafür war Montag Abend wieder was geboten: eine Freundin hat mich zu einer Grillparty eingeladen, die alte Freundin aus Schultagen, die neben dem Nachbarn wohnt.
Der Abend war schön, die anderen haben noch Bierpong gespielt, aber ich hab mich mit etwas Radler begnügt, wegen Fahrtüchtigkeit und so.
Der Abend wurde immer länger, die Uni Dienstag früh immer unwahrscheinlicher und irgendwie führte eins zum anderen und ich bin über Nacht geblieben.
Ihr ahnt es wiederum, nicht bei der Freundin. Hach, ich bin unmöglich.
Aber es hat sich einfach ergeben, dass der Nachbar seinen Alkoholkonsum stark eingeschränkt hat und auch ansonsten irgendwie normaler war und dann haben wir uns unterhalten. Ich bin ja nicht komisch zu Leuten, mit denen ich schon mal was hatte.
Und als alle außer uns beiden ins Bett gegangen waren, war es Fünf. Und er hat mir angeboten da zu bleiben. Und ich habe leichtfertig zugestimmt.
Geschlafen habe ich wieder nicht mit ihm – ich erkenne ein Muster – aber diesmal war es okay. Ich hab auch nachgefragt, wieso eigentlich nicht. So mega unattraktiv bin ich nämlich auch wieder nicht.
Er will einfach was „ernsthaftes“ und keine bedeutungslosen Bettgeschichten. Aha, okay, auch gut.
Da er mich trotzdem die ganze Nacht nicht losgelassen hat, nehme ich das mal als kleinen Hinweis, dass ich eine potentielle Kandidatin sein könnte.
Einer Wiederholung hat er heute auch zugestimmt, nach einer erstaunten Frage, ob ich das sicher will, wenn er wieder nicht mit mir schläft. Ich bitte dich, darum geht’s mir nicht vorrangig.
Ich habe einfach gemerkt wie sehr ich das Alleinsein satt habe und dass ich ihn ganz gerne mag, mal sehen. Sollte das echt was werden, spendiere ich ne Flasche Asti. :D

Dienstag bin ich (ja, diesmal ich) bis Nachmittag bei ihm geblieben, danach noch tanken gefahren und dann schnell nach Hause um zu duschen und in die Arbeit zu düsen. Die haben mich nämlich spontan gebraucht. Drei Stunden Arbeit sind auch drei Stunden.
Und heute hab ich den ganzen verdammten Tag auf den behinderten Hermes-Boten gewartet. Mein Zalando Paket konnte nämlich letzte Woche nicht zugestellt werden und hätte ich es heute nicht angenommen, hätten sie es wieder zurück geschickt.
Ich wollte eigentlich nur auf den Boten warten und danach in die Stadt. Nur dummerweise kam die blöde Kuh erst um Acht. Um Acht. Zwanzig Uhr abends.
Ich sag’s euch, ich war so angepisst… Ich bestellt nie wieder irgendwo, wenn die Hermes liefern lassen. Die haben doch alle einen an der Waffel.
Naja. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Der soll ja auch wieder warm werden und ich hab morgen auch noch frei. Außerdem habe ich heute bereits aus lauter Langeweile und Frust Wäsche gewaschen und alle möglichen anderen Punkte der To-Do-Liste abgehakt, so dass ich morgen auch Zeit habe. Und die Stadt läuft ja nicht weg :D

Jetzt hänge ich noch etwas auf dem Balkon rum :)
Ich und der Vollmond wünschen euch einen schönen Abend und eine kühle Nacht!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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Von Mut und Mauern…

Guten Abend meine Lieben!

Gestern Abend habe ich meiner Mutter erzählt, dass ich wegen Depressionen in Therapie bin.

Das erforderte viel Mut und es war schon ein ordentlicher Satz nötig, um über diese Mauer zu springen… aber jetzt hab ich es ihr endlich erzählt. Sie hat geweint. Gestern, heute und wahrscheinlich morgen auch.
Damit klar zu kommen, wird für sie schwerer als es meine Situation für mich ist.

Ich bin vom Wochenende unter Menschen und der Familienfeier völlig K.O.
Heute Abend hat mich ein Freund mit nach „Hause“ genommen. Mein bester Freund und gleichzeitig einer der, die ich schon am längsten kenne. Mit jedem Kilometer ging es mir etwas besser, der Gedanke an meine chaotische Wohnung und die wunderbare Einsamkeit fing bereits an, meine angeschlagene Verfassung etwas zu kurieren.
Mein Energiereservoir ist einfach leer, nach den vier Tagen voller Action.
Und jetzt – schaukelnd in meinem Sessel, klassische Musik umgibt die Szenerie, der Balkon ist nur von der Kerze in der Laterne erleuchtet – beginnt es sich langsam wieder zu füllen.

Ich bin trotz neun bis zehn Stunden Schlaf pro Nacht seit zwei Tagen so unfassbar müde… Ich werde jetzt einfach schlafen. Irgendwann wird der Tank schon wieder voll sein. Morgen erzähle ich euch mehr vom Wochenende.

Liebe Grüße und gute Nacht!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Unverhofft kommt oft 2.0

Guten Abend meine Lieben!

Ich melde mich aus dem Badezimmer meiner besten Freundin, die mir gerade Coloration in die Haare streicht. Ihre sind schon unter dem Handtuch – sie werden blond! Insofern eine mega Neuigkeit, weil sie sie noch nie gefärbt hat :D
Ihrem Bruder hab ich auch noch die Haare gefärbt, weil Farbe übrig war… So ein verrückter Kerl.
Diesmal habe ich mich für Tiramisu entschieden :) (kleiner Spoiler – die Haare wurden schwarz. Bin mir nicht ganz sicher, was da falsch gelaufen ist… Aber sieht auch gut aus)

Nun aber zurück zu den letzten zwei Tagen. Der Bericht wird ja schon mit Spannung erwartet ;)
Der Nachbar und ich hatten am Donnerstag Abend einen ziemlichen Streit. Wenn man es Streit nennen kann. Wir haben uns wieder auf dem Volksfest gesehen, diesmal hatten wir allerdings beide Freunde dabei. Also kam eine Wiederholung der Pyjama-Party nicht in Frage.
Das wollte er allerdings nicht so ganz ausschließen, schließlich hätte ich ja eine Couch für seinen Freund. Haha. Nein.

Ich habe mich gegen halb zwölf mit meinem besten Freund Richtung zuhause aufgemacht. Er wohnt in meinem Viertel, also war ein gemeinsamer Heimweg ganz normal. Nicht so für mein Kerlchen. Der fand das gar nicht lustig und hat mir als ich auf dem Weg war eine ziemlich unverschämte Nachricht geschickt.
Ich habe nicht geantwortet. Einen Tag lang. Ich werde hier nicht ins Detail gehen. Aber so redet niemand mit mir. Niemand.

Ich war ziemlich sauer. Und ehrlich gesagt bin ich es bei dem Gedanken daran noch.
Er hat sich am nächsten Tag – als er gemerkt hat wie sehr er es verbockt hat – bei mir entschuldigt.
Das hat mich allerdings kaum besänftigen können. Es war einfach absolut nicht in Ordnung.
Wir haben dann den Nachmittag über immer hin und her geschrieben. Und als ich abends mit meiner Freundin auf einer Maiwiesen war und mir fad war, haben wir den ganzen Abend über geschrieben – das hat mich dann besänftigen können. Scheinbar hat er gemerkt, wie sehr mich das verletzt hat und dass er wirklich auf der Kippe stand. Auf jeden Fall hat er sich Mühe gegeben. Das konnte den Fehltritt zumindest ausbügeln, aber nicht ausradieren. Ich bin minimal nachtragend.

Seit dem gestrigen Nachmittag schreiben wir uns relativ hochfrequent. Das freut mich ziemlich, das heißt schließlich dass ich nicht so schlimm sein kann. Und dass er mich auch mag, wenigstens ein bisschen, schließlich schreibt er mir auch von sich aus. Hehe. Da hab ich positive Neuigkeiten für den Doc :)

Meine Tage hier waren sehr entspannt, auch wenn ich mich mit meinem Vater gestritten habe… Aber die Familie meiner besten Freundin ist wie eine richtige Familie für mich – von dem her ist das nicht so schlimm.

Wir gucken jetzt noch einen Film!
Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

It makes a difference

Guten Abend allerseits!

Ich bin jetzt wieder von meinem „Urlaub zuhause“ zurück. Und ich bin jetzt zwanzig. Seit gestern :)

Die Ereignisse der letzten drei Tage werde ich nicht rekapitulieren, so spektakulär waren sie auch wieder nicht. Nur eine klitzekleine Kurzfassung, damit ihr „Up to date“ seid :)

Donnerstag Nacht ging es mir ja sehr schlecht wegen meiner Mum… Meine beste Freundin war so besorgt, dass sie mich abholen wollte – ich konnte es ihr ausreden, aber es war wahnsinnig lieb von ihr.
Ich bin um 02:00 Uhr aufgestanden, hab mich angezogen und bin quer durch mein Dorf gelaufen. Es war beruhigend. Und ich habe eine weiße Narzisse gepflückt.

Am Freitag ging es mir etwas besser, und abends dann richtig gut. Ich bin mit meiner besten Freundin aus Schulzeiten ins Kino und danach noch was trinken gegangen. Wir haben in meinen Geburtstag reingefeiert. Es war ein schöner Abend :)
Mein Geburtstag selber war eher durchschnittlich. Aber macht nichts.
Extraordinary war das vierstündige Telefonat das ich mit einem alten Freund geführt habe :)

Der Sonntag wiederum war (auch aufgrund der aus dem Telefonat resultierenden Müdigkeit) eher mau. Abends hat mich mein Vater abgeholt und nach Hause gebracht. Jetzt bin ich also wieder in meiner Wohnung und was soll ich sagen…
Das Alter mag zwar nur eine Zahl sein, aber ich habe das Gefühl, dass es einen Unterschied macht. Ich bin irgendwie verändert… auch wenn das nur symbolisch durch den Geburtstag passiert ist, so fühle ich mich doch erwachsener.
Ich hab sogar wieder zaghaften Kontakt zu meinen alten Freundinnen aufgenommen, ziemlich interessant, dass ich das auf einmal konnte. Sachen gibt’s.

Ich werde jetzt ins Bett gehen, ich muss ja morgen wieder an die Universität und etwas lernen.
Ich wünsche euch einen schönen Abend!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Es hat sich nichts verändert…

Guten Abend.

Ich bin grade sehr traurig. Diese Art von Traurigkeit, die wie ein Stein ganz tief in der Magengrube liegt.
Und es ist wegen meiner Mutter.
Wie immer. Und ich Trottel hab gedacht es hätte sich etwas geändert.
Ich hab gedacht unsere Beziehung hätte sich verbessert…

Ich dumme, naive Idiotin.

Ich hab am Samstag Geburtstag, weshalb meine Mutter mir einen Kuchen backen wollte. Heute Abend, als ich mit meinem Bruder im Wohnzimmer saß, kam sie rein und fragte mich ob wir jetzt Kuchen backen wollen.
Ich habe erst in zwei Tagen Geburtstag, also hab ich sie gefragt warum wir den heute backen sollten. Morgen wäre doch viel besser. Aber der wahre Grund weshalb sie Kuchen backen wollte war nicht mein Geburtstag, sondern dass ihr Freund morgen zu Besuch kommt und sie für ihn Kuchen braucht.
Es ging ihr nicht um mich… Denn als ich grade gefragt habe, ob wir dann morgen Kuchen backen, sagte sie nur sie hätte heute ja schon einen gebacken. Als ich sie darauf hinwies, dass wir doch einen für Samstag brauchen, lächelte sie nur boshaft. Und sagte: „Hätten wir doch heute backen sollen…“

Es hat sich nichts geändert… Was zu Hölle soll ich denn noch alles machen… Ich mach ne Therapie und arbeite alles auf was in meiner Kindheit falsch gelaufen ist – damit ich endlich eine normale Beziehung zu ihr aufbauen kann. Und was macht sie? Zerstört jede Hoffnung, die in den letzten Monaten in mir aufgekeimt ist.
Und lässt mich weinend auf der Couch zurück.

Na super. Das wird sicher ein toller Geburtstag. Vielleicht sollte ich einfach wieder fahren. Weg von ihr.
Es war ein Fehler hier her zu kommen. Mein Therapeut und ich lagen falsch.

Einen schönen Abend noch.
Wir lesen uns.
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl