Kollaps

Guten Abend meine Lieben!

Ich werde mich heute etwas kürzer fassen, weil ich krank im Bett liege und mir eh schon ein bisschen der Kopf brummt.
Zur Zeit kämpft mein Körper mit allen Mitteln gegen mich. Ich habe seit Tagen nicht richtig gegessen, es ist als würde mein Körper versuchen mich langsam aber sicher umzubringen. So theatralisch das jetzt klingt. Aber wenn ich mich vor lauter Schwäche ohnehin kaum auf den Beinen halten kann und mir nach 14 Stunden ohne Essen von dessen Anblick schlecht wird, dann sieht das für mich nach Sabotage aus.
Mein Körper kollabiert langsam, er funktioniert nicht mehr so wie er soll…

Aber der eigentlich Kollaps fand gestern statt. Ich war wie geplant bei dem Test, im Zuge dessen wurde mir Blut abgezapft. Gleich zwei Ampullen warmes, rotes Blut flossen durch die Kanüle. Eine habe ich auf Anraten des Arztes für den anderen Arztbesuch mitgenommen, damit sie mir nicht nochmal Blut abnehmen müssen. Nach der ganzen Sache bin ich raus auf den Campus. Mir war ziemlich schlecht und ich wollte in die Mensa, auf die Toilette.
Doch mitten auf dem Platz wurde mir schwindelig. Meine Beine versagten und ich brach mitten auf dem Platz zusammen. Ohne erkennbaren Grund.
(Dann passierte noch etwas sehr interessantes, aber dazu morgen mehr.)

Ich habe heute mit meinem Therapeuten darüber geredet, weil es mir Sorgen macht, dass mein Körper langsam aber sicher den Geist aufgibt…
Er hat mir geraten, morgen meine Ärztin im Klinikum drauf anzusprechen. Wenn ich nicht mehr richtige esse, schlafe und mein Körper auch ansonsten nicht mehr funktionieren will, dann sollten wir vielleicht die Medikamente umstellen.

Ich hoffe ich bin bis morgen wieder halbwegs auf dem Damm.
Hab nämlich was vor. Aber dazu morgen mehr :)

Ich wünsche euch eine gute Nacht!
Liebe Grüße, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Werbeanzeigen

Lichter…

Guten Abend allerseits!

We’re born with millions
Of little lights shining in the dark,
And they show us the way.
One lights up, every time you feel love in your heart,
One dies when it moves away.

Dieser Ausschnitt stammt aus dem Lied „All the little lights“ von Passenger.
Ich höre das Album momentan jeden Abend beim Einschlafen, weil ich ohne Musik überhaupt nicht zur Ruhe kommen würde. Und gestern, ich war schon fast abgedriftet, da musste ich schnell noch notieren, dass ich heute einen Eintrag über dieses Lied schreiben will. Here we go.

Der Text berührt mich irgendwie, weil diese Methaphorik wirklich schön ist. Und ich glaube, dass bei Menschen wie mir, einfach zu viele Lichter „verglüht“ sind… Denn wenn es um dich herum immer dunkler wird, ich denke das nennt man Depression. Und die Lichter gehen so schnell aus… Viel schneller als ich neue anzünden könnte…
Wenn ich also nachts im Bett liege und den Lieder lausche, die da aus meinem Kopfhörer fließen, dann hat mein Kopf frei. Dann kann ich über Liedtexte nachdenken und muss mir nicht den Kopf über mein verkorkstes Leben zerbrechen.

Und wenn ich da im Dunkeln liege, dann frage ich mich manchmal schon, wieso es in mir langsam genau so dunkel wird… es geht mir zwar schon etwas besser, aber heute habe ich wieder einen sehr labilen Tag. Ich fange wie immer plötzlich an zu weinen und das ist wirklich blöd, wenn man grade im Bus sitzt und einen ein Kleinigkeit triggert…

Hab zuhause eine Tablette genommen, weil ich schon wieder nur am Weinen war. Es wird mir manchmal einfach alles zuviel. Ich bin heute nur kurz in die Stadt gefahren um Kaffee mit meinen Freundinnen zu trinken. Nur haben die alle was besseres zu tun (lernen, was ich auch sollte) und ich bin dann einfach alleine gegangen. Sei’s drum…
Auf jeden Fall ging es mir danach noch viel schlechter… Ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen und habe zum Kaffee einen Kuchen bestellt. Ich konnte ich nicht aufessen und ich habe jetzt Schuldgefühle, weil der Kuchen sehr süß war und bestimmt voller ungesunder Kohlenhydrate :(
Als der Wunsch aufkam, mich einfach zu übergeben, hab ich mich erschrocken. Eine Essstörung ist das letzte, was ich jetzt brauchen kann. Das kann zwar Hand in Hand mit der Depression gehen, aber ich würde alles tun um das zu verhindern. Die Sorgen dahingehend habe ich schon eine Weile… habe ich heute auch meiner besten Freundin geschrieben, weil ich nicht mehr weiter wusste. Wenn ich so weiter mache, dann ist bald nicht nur mein Geist kaputt, sondern auch noch mein Körper.

Ja… was ist nur los? Und warum gehen um mich rundherum immer mehr Lichter aus? Und wie kann ich sie nur wieder anzünden? „Every time you feel love in your heart“, da kann ich ja noch lange warten. Das mit den Gefühlen ist bei mir ja so ne Sache… Ich fühle mich so müde. Aber nicht körperlich. Innendrin. Seelisch… Eigentlich will ich mich jetzt wieder in meinem Bett verkriechen, aber wenn ich das mache, dann kapituliere ich wieder vor dem schwarzen Hund. Und das werde ich nicht, solange ich noch etwas Kampfgeist auftreiben kann.

Don’t you cry for the lost,
Smile for the living.
Get what you need and give what you’re given.
Life’s for the living so live it –
Or you’re better off dead.

Noch ein schönes Zitat, dass ich abschließen mit euch teilen will. „Life’s for the living“ ebenfalls von Passenger.
Ich lebe, weil ich momentan nichts anderes habe, als mein Leben.
Und wenn ich eines Tages zurückblicke, dann werde ich froh sein, dass ich mich jeden Tag auf’s Neue dafür entschieden habe. Und vielleicht lächle ich dann, wenn ich das hier nachlese, klappe das Notebook zu und kehre zurück in mein glückliches Leben.
Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Oder?

Einen schönen Abend noch!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl