Standing at the end of the final masquerade…

Guten Abend meine Lieben…

Den heutigen Titel habe ich aufgrund des wirklich traurigen Freitodes von Chester Bennington gewählt… Ich hab Linkin Park immer gehört wenn es mir nicht so gut ging und das ist noch heute so. Heute ganz besonders, einfach nur im Gedenken an jemanden, der Aufgeben wollte… Der nicht mehr kämpfen konnte…  Wer denkt da nicht manchmal drüber nach…

Ich kämpfe weiter. 

Ich bin jetzt seit zwei Wochen in der Tagesklinik. Mit allen möglichen Therapien: Kunst, Bewegung, Tanz, Yoga, PME, Entspannungstraining, Stressbewältigung, Sozialkompetenz etc..

Es ist anstrengend und manchmal sehr aufwühlend… Viele Dinge kommen zurück an die Oberfläche, die schon lange verborgen waren.

Ich befinde mich im Umbruch… In jeder Beziehung. Auch in der Beziehung.
Und da trifft es „Final Masquerade“ dann gut… 

The light on the horizon
Was brighter yesterday
Shadows floating over
Skies begin to fade
You said it was forever
But then it slipped away…

Entscheidungen stehen an. Leicht wird es sicher nicht. Ich werde mich wieder melden :)

Alles Liebe, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl 

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Durststrecke…

Guten Morgen allerseits!

Momentan mache ich eine ganz schöne Durststrecke durch…

Nunja, wie schildere ich euch das am Besten.
Angefangen hat alles damit, dass ich weg von Zuhause wollte, ich will einfach ausbrechen und davonlaufen. Momentan erdrückt mich alles… Ich fühle mich gefangen in meinem Leben und eingesperrt in der Beziehung. Und deshalb wollte ich weg.
Meiner besten Freundin habe ich davon erzählt und ihr kam die Idee dass ich ja einfach abhauen könnte, ohne jemandem etwas davon zu sagen. Das kann und will ich meinem Freund aber nicht antun, er würde verrückt vor Sorge werden…  Zumindest Bescheid sagen müsste ich ihm, ich muss ihn ja nicht um Erlaubnis fragen.
Schließlich haben wir den Plan geschmiedet gemeinsam abzuhauen, nur für ein paar Tage. Und um festzustellen wo die Reise hingehen soll, haben wir uns beide ein paar Ziele ausgesucht und durch die Punkte eine mögliche Reiseroute geplant. Schließlich haben wir uns lediglich auf zwei festgelegt, die wichtigsten. In jeder Stadt wohnt jeweils ein Bekannter von uns zwei. Mein Bekannter ist ein alter – nennen wir ihn – Freund, den ich schon eine ganze Weile gerne wieder sehen würde. Uns verbindet ein Urlaub in Italien, bei dem ich ihn gewissermaßen relativ nahe kennengelernt habe. Er war noch sehr jung, seitdem bin ich irgendwie sein Mentor gewesen. Nur haben wir uns seitdem eben nicht mehr gesehen, weil ich beschäftigt war und er noch nicht volljährig :P
Und wir wollten außerdem zu ihrem Bekannten fahren weil sie mit ihm im Streit auseinander gegangen ist, obwohl sie ihn sehr gern hat. 

Ich fand den Plan gut, etwas riskant und sicher ethisch und moralisch verwerflich, aber was kümmern mich Moralvorstellungen wenn mir etwas Verbotenes wenigstens einen kleinen Funken Energie entlocken kann. Und das erste Mal seit langem spürte ich wieder einen kleinen Strahl Freude durch das Dickicht blitzen, das in meinem Inneren wuchert und mich langsam erstickt.
Ich weiß nicht ob ich es wirklich getan hätte, aber alleine es zu planen hat mir zwei Tage lang ein bisschen Nervenkitzel bereitet. Nach zwei Tagen war damit allerdings Schluss als meine Freundin sich spontan entschlossen hat alles zu canceln, weil es eine andere Lösung geben muss – haha, nur für’s Protokoll, sie war diejenige die mir vorgeschlagen hat ohne ein Wort einfach zu verschwinden… 

Danach war ich wirklich enttäuscht und traurig… Und wieder sehr deprimiert. Ich dachte wir beide hätten uns gemeinsam verschworen etwas Verbotenes zutun, weil wir miteinander Pferde stehlen können. Und dann springt sie nicht nur ab, sondern sagt mir auch noch dass ich diesen Plan auf gar keinen Fall umsetzen kann und blabla… Es ist zum kotzen. 
Wie gesagt, es war ihre Idee. Und deswegen habe ich es auch echt nicht kapiert… Ich denke dass es nicht nur an plötzlich auftretenden moralischen Bedenken ihrerseits lag – sondern daran dass sie die Konfrontation mit ihrer ehemaligen Liebschaft nicht wollte. Davon gehe ich zumindest aus… Also wenn du das liest, meine Liebe, dann warte ich immer noch auf eine Erklärung. 

Seitdem geht es rapide bergab. Ich habe die Lust verloren überhaupt irgendwas zutun… Ich wollte diesen Ausflug so sehr, ich und mein Bekannter haben auch schon geplant. Und dann das – wusch – weg war die Motivation. Und nach ihrer Nachricht haben wir uns gewissermaßen auch gestritten, auch das machte mich traurig… Dann habe ich nachts geweint, weil mich alleine der Gedanke meinen Freund irgendwann zu verlassen ziemlich traurig gemacht hat. Und dann habe ich wieder angefangen nicht mehr richtig zu schlafen… Et cetera… 

Nunja, auf jeden Fall sinke ich langsam wieder tiefer in den Sumpf. Und bisher ist ein Ende des Abwärtstrends nicht abzusehen. Wünscht mir Glück.

Alles Liebe, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl 

Hallo, ist da noch jemand?

Guten Morgen!

Ich weiß jetzt gar nicht genau wo ich anfangen soll… Also ich habe die letzten zwei Jahre nichts mehr in diesen Blog geschrieben… Und ich denke es wird sich kaum jemand daran erinnern, dass es mich überhaupt noch gibt :P und falls doch, dann entschuldigt bitte die Funkstille!

Ich will meinen kleinen Blog jetzt langsam wieder aus seinem Dornröschenschlaf wecken und versuchen, die letzten zwei Jahre ein bisschen aufzuholen.

Vorneweg schon mal eine Kurzfassung… Überraschung – das Leben läuft nicht nach Plan!
Ich bin, obwohl ich es wirklich nicht vor hatte, eine Beziehung mit meinem ehemaligen Chef eingegangen – die mittlerweile schon fast zwei Jahre hält.
Ich habe mich gegen mein Studium entschieden und für das Restaurant. Dieses habe ich bis dieses Jahr als Geschäftsführerin geleitet.
Ich bin immer noch regelmäßig in Therapie, mit einigen Rückschlägen und ebenso vielen Erfolgen.
Ich wurde durch meine Rolle im „Geschäft“ und die Beziehung privat leider extrem eingenommen und habe alles andere vernachlässigt… So wie diesen Blog.
Ich konnte meinen Freund allerdings davon überzeugen das Restaurant aufzugeben um mehr vom Leben zu haben als nur Stress und Ärger.
Ich werde mich ab September zur Fremdsprachenkorrespondentin ausbilden lassen, damit ich endlich mal auf einen „halbwegs normalen“ Zweig komme und die Vorteile eines geregelten Lebens genießen kann :P

Das reicht erstmal für jetzt. Der Großteil der letzten zwei Jahre war ziemlich heftig für mich… Ich musste mich nach dieser aufreibenden Phase erstmal wieder selbst finden und dazu gehört auch dass ich wieder blogge :) mittlerweile sogar vom Smartphone aus :D

Na dann auf ein neues Jahr und viele interessante Einträge! Ich freue mich drauf :)

Liebe Grüße und bis ganz bald, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Therapie² – oder: mein Therapeut, die coole Socke

Guten Abend allerseits!

Heute habe ich meinen Therapeuten um Rat gefragt. Ich finde meine Situation unerträglich.
Er nicht. Er sagt er wird mir da wieder raus helfen. Will mich sogar in die Klinik einweisen, sobald ich nicht mehr klar komme.
Ich war am Boden zerstört als ich mich auf den alten Ledersessel gesetzt habe. Eine Stunde später hatte ich wieder etwas Hoffnung und ein paar Lösungsansätze für meinen Selbsthass und meine selbstzerstörerischen Tendenzen. Außerdem hat er mich darauf hingewiesen, dass ich in jeder schönen Situation eine Katastrophe finde. Und dass ich das wirklich abstellen sollte, weil es einfach nicht die Wahrheit ist, die ich dann sehe. Und ich habe einen Rat bekommen.

Den Rat nicht aufzugeben. Nichts einfach hinzuschmeißen. Nicht mal die Sache mit meinem Kerlchen.
Er sagt dass meine Reaktion absolut verständlich für meinen Zustand ist und dass sie richtig war. Und er sagt, dass er denkt er würde mir gut tun. Ich sollte es als Lernprozess sehen, ich lerne langsam wieder wie ich mich fremden Menschen gegenüber verhalten soll. Menschen, die ich nicht kenne und deren Motive ich nur erahnen kann.

Er hat mich außerdem darüber aufgeklärt, dass wir jetzt (wo ich auf jeden Fall aus der Anfangseuphorie raus bin) eine andere Form der Therapie anfangen können. Eine, die viel tiefer geht, als die der letzte vier Monate. Ich bin schon gespannt.

Naja, auf jeden Fall versuche ich das mit dem Nachbar wieder gerade zu biegen. Er ist der Erste seit einem Jahr gewesen, den ich wirklich ein Stück weit an mich heranlassen konnte und wollte. Da hat der Doc schon Recht, ich sollte nicht einfach aufgeben. Drückt mir die Daumen und wünscht mir Glück.

Euch noch einen schönen Abend! (Trotz dem enttäuschenden Spiel der Bayern…)
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

A little less procrastination, a little more action please!

Guten Abend allerseits!

Der Titel heute ist Programm. Angelehnt an das Lied von Elvis, „A little less conversation….“ nur dass ich mir weniger ‚Aufschieberei‘ wünsche…

Denn das mit dem Lernen hab ich immer noch nicht so hinbekommen, wie ich es mir wünschen würde… Wobei ich langsam auch resigniere… ich komm ja doch zu nichts… immer das selbe mit mir. Ich versperre mir selbst den Weg, indem ich um jeden Preis verhindere irgendetwas zu tun, was zum Erfolg führen könnte. Als würde ich gerne Versagen. Oh, das ist ja wiedermal ziemlich typisch Depression. Traumhaft – nie passte ich in irgendeine Schublade, aber hier erfülle ich jedes Cliché. (ich finde auf Deutsch sieht das unmöglich aus…)

Heute habe ich den ganzen Tag Prinz Pi (weil eine Freundin ihn mir schon vor langer Zeit, in Neuseeland genaugenommen, empfohlen hat) und Casper (weil ich ihn einfach liebe) gehört. Deutsche Musik hat mir nie besonders gut gefallen – und deutscher Rap schon gar nicht. Aber man wird älter, versteht worum es in den Texten geht, und die Künstler werden auch besser. Ich identifiziere mich mit so vielen tragischen Texten, dass ich heute mehrmals bei neuen Liedern des ‚Prinzen‘ einfach geweint habe, weil mich der Text so überrollt hat.
Casper höre ich grade auch. Mein Lieblingslied – 230409. Es geht um eine zerbrochene Beziehung und seinen Schmerz, den er hinter Wut zu verbergen versucht. Und ich könnte es in Dauerschleife hören und würde trotzdem den Schmerz in jedem einzelnen Wort jedes einzelne Mal mitfühlen…

Bitte beginn du von vorn,
aber tu nicht so als würd‘ ich nicht wissen wie’s klingt wenn du kommst.
Kenn‘, wie du nach Atem greifst, zitternd ins Laken beißt.
Im Endeffekt der perfekte Fehler zur falschen Zeit.
Nur gäb‘ es diese Beben nicht,
tausend Tode gelegentlich (vor dir).
Stimmt ich bin nie weiter gekommen,
als in dein Bett, aber du bist bloß ein paar Zeilen im Song.

Das war’s, auf das was war.
Zwischen all‘ den Ficks auf dem Tisch aus dem Glas.
Und hätt‘ ich dich nie gekannt,
wär‘ der Ben bloß der Casper der rappt,
aber du wärst nur die Frau von der Bar.
Hätt ich dich bloß nie gekannt…
[…]

War’n das Funken in der Luft zwischen uns?
Glühwürmchen in der Luft zwischen uns?
Ich weiß nur noch von Licht…
Warn das Funken in der Luft zwischen uns?
Glühwürmchen in der Luft zwischen uns?
[…]
Du meintest eines Tages macht das alles einen Sinn.
Eines Tages – erkenn‘ ich dich und werf‘ alles hin.
Nur verrenn‘ ich mich solang tief hinein,
war keine Liebe nur verliebt darin, verliebt zu sein.
Bloß unbedacht rumgemacht,
schwer dich zu verlieren, wo du dich selbst nie gefunden hast.
Krumm gelacht, uns entfacht Glut an dem Docht,
Lieben ist Scherben fressen, warten wie viel Blut man dann kotzt…

Ich weiß nicht, ob ich euch den Text schon mal zitiert habe… aber ich wollte es heute mit euch teilen, weil er heute wieder eine besondere Präsenz in meinem Leben hatte. Die Sprache mag etwas hart sein, aber das macht sie so authentisch. Und jeder, der dieses Gefühl kennt, weiß dass diese Sprache genau richtig ist, um auszudrücken, was da in einem tobt…

Danke, Casper, für jedes einzelne Wort. Manchmal brauche ich nicht mehr als ein Lied, um den Boden unter meinen Füßen nicht zu verlieren.

Ich bin heute noch über ein lateinisches Zitat gestolpert: „Mors certa, hora incerta.“
Bedeutet in etwa „Der Tod ist gewiss, nur die Stunde nicht.“

Das war das Zitat zum Sonntag ;)
Liebe Grüße!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl