Die Ruhe vor dem Sturm

Guten Abend meine Lieben!

Entschuldigt die Funkstille. Aber während der Feiertage war mein Leben unspektakulär. Und über nichts wollte ich dann auch nicht schreiben.

Gestern hatte ich einen Termin bei meiner Ärztin und meinem Therapeuten.
Die Ärztin ist bald nicht mehr im Klinikum, weshalb das unser letzter Termin war. Ich habe ihr zum Dank Nougat-Muffins gebacken und sie mit selbstgemachten goldenen Marzipanrosen verziert. Über die hat sie sich sehr gefreut, ist ein bisschen rot geworden, weil sie überhaupt nicht damit gerechnet hat. Ich finde sie lecker, ich hoffe ihr haben sie auch geschmeckt… Vielleicht sollte ich ja doch Konditorin werden :P
Die Änderung in meiner Medikation bleibt jetzt erstmal, weil es gut funktioniert und eine Reduktion meiner Medikamente sicher gut für meinen Körper ist. Solange ich auch ansonsten stabil bleibe, hat es nur Vorteile.

Danach war ich beim Doc. Das Gespräch drehte sich mit ein paar Schwenkern immer um mein Problem mit Gefühlen. Ich habe Angst Emotionen zuzulassen, bin lieber rational anstatt mich der Unberechenbarkeit der Gefühle auszuliefern. Ausliefern… das wäre es für mich, wenn ich die Kontrolle verlieren würde. Hinter Vernunft und Logik kann man sich sehr gut verstecken – nur leider sind diese Qualitäten für den Umgang mit der Außenwelt nur begrenzt geeignet. Menschen brauchen Emotionen. Und wenn ich sie nicht zu lassen will, dann fehlen mir 50 Prozent der Chancen und Wege. Klingt sogar logisch.

Heute war wieder unspektakulär. Aber gut unspektakulär, nicht langweilig unspektakulär.
Heute ist die Ruhe vor dem Sturm. Nochmal die Akkus laden und den Tank auffüllen. Morgen geht es mit Freunden nach Linz, auf eine Veranstaltung der dortigen Uni. Da werden wir den ganzen Tag unterwegs sein.
Und übermorgen, Samstag, ist die Bootsparty, für die ich schon vor nem Monat mit Freunden Karten gekauft habe. Eine dieser Freunde hat am Sonntag Geburtstag, also non-stop Party. Könnte anstrengend werden ;)

Jetzt muss ich nochmal schnell ab in die Wanne, das mit Linz morgen wurde relativ spontan beschlossen und ich will morgen nicht allzu früh aufstehen.
Danach gibt’s vielleicht noch eine weitere Folge „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“. Momentan die Serie der Wahl, wenn sie schon mal auf Prime verfügbar ist :D

Ich wünsche euch einen schönen Abend!
Und ab heute gibt es wieder mehr zu berichten, also werdet ihr wieder in der normalen Frequenz von mir lesen.
Liebe Grüße, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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Too much…

Guten Tag allerseits!

In den letzten Tagen passierte einfach zu viel… nichts, was psychischer Natur wäre.
Mein Körper macht mit seinem destruktiven Plan weiter – und ich will doch einfach nur gesund werden… Aber ich werde immer kränker.

Dienstag war ich noch stark lädiert und fing an eine Erkältung zu bekommen, Mittwoch Morgen war ich etwas krank, Donnerstag Morgen war meine Stimme weg und mein Hals tat weh – und Donnerstag Abend kam das Grande Finale! Ich bekam nach dem Duschen unfassbar schlimme Schmerzen im Ohr. Ich lag auf der Couch und hätte am liebsten geweint. Es war nur das linke und es strahlte über die gesamte Hälfte meines Gesichts aus. Aua!!

Nach fünf Stunden Schmerzen, die mich an den Rande der Besinnungslosigkeit brachten, habe ich es nicht mehr ausgehalten. Ich habe alle Hausmittel und Tipps aus dem Internet gegen Wasser im Ohr ausprobiert. Und da keiner geholfen hat, war ich so verzweifelt, dass ich nachts um 11 ins Klinikum gefahren bin… Obwohl es geregnet hat und kalt war und ich nur den Roller hatte. Ich war völlig fertig mit der Welt und habe mich auf dem Weg in die Notaufnahme zweimal verlaufen… Nach einer knappen Stunde wurde ich wieder entlassen, voller Schmerzmittel und ohne klare Diagnose. Der Arzt (der, zu seiner Verteidigung, Chirurg ist) konnte keinen Grund für meine Schmerzen finden und empfahl mir, falls sie anhalten, heute einen HNO-Arzt aufzusuchen. Was ich auch getan habe.

Nach meiner Therapie heute morgen, bin ich also direkt dorthin und habe mich untersuchen lassen. Das Ergebnis? Mittelohrentzündung. Heureka. Ein paar Tests später wurde mir ein Streifen Mull mit Salbe ins Ohr gestopft und ein Mittel dagegen verschrieben.
Im Zuge der Untersuchung wurde außerdem eine Vekrümmung meiner Nasenscheidewand festgestellt. Heureka. Diese ist nur operativ zu beheben und diese Operation hilft mir erstens endlich richtig Luft zu bekommen und zweitens verhindert sie, dass sich später Infektionen oder ähnliches deswegen bilden.
Allerdings bin ich von einer solchen Operation nicht wirklich begeistert. Drei Tage Krankenhaus, dazu zwei Wochen um die OP-Wunden heilen zu lassen. Zwei Wochen in denen ich wahrscheinlich aussehe, als hätte ich eine Nasenkorrektur vornehmen lassen. Ohje.

Aber es hilft ja nicht. Ich habe in drei Wochen einen Termin für das Vorgespräch. Face your fears. Und ich habe Angst. Ich war noch nie in einem Krankenhaus, es sei denn zu Besuch. Und die Operation ist unter Narkose. Ich mag die Vorstellung nicht, mein Bewusstsein so zu verlieren… Aber was soll ich tun, die Operation wird mir die nächsten sechzig Jahre meines Lebens viel mehr Luft verschaffen…

Jetzt bin ich also wieder zuhause. Auf dem einen Ohr so gut wie taub und vor lauter Frust vollgestopft mit Convenience-Food. Man muss übrigens total aufpassen, wenn man nur noch mit einem Ohr hört! Ich kann nicht ermitteln, woher Geräusche stammen, was dazu führt, dass ich auf der Straße immer einen furchtbaren Schreck bekommen habe, wenn ein Auto an mir vorbeigefahren ist. Ich habe mich danach immer mehrmals vergewissert, bevor ich die Straße überquert habe.
Ich bin froh, dass meine Sinne normalerweise funktionieren. (Außerdem muss ich jetzt 1,25 Mal so laut fernsehen…)

Morgen Abend gibt es bei uns auf dem Campus einen Gig einer mir bisher unbekannten (aber, Freunden zufolge, guten) Band. Da geh‘ ich mit Freunden hin :)
Bis dahin sollte mein Gehör wieder funktionieren.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und ein gutes Gehör!
Liebe Grüße, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Der frühe Vogel

… bin normalerweise nicht ich.

Guten Morgen :)

Jetzt mache ich mir langsam Sorgen. Ich bin heute um fünf aufgestanden, weil ich einfach nicht mehr schlafen konnte – und das obwohl ich erst gegen 12 Uhr gestern Nacht eingeschlafen bin.
Ich bin froh dass heute Montag ist und ich den Morgen so wenigstens ein bisschen sinnvoll nutzen kann. Nämlich damit, mir Nudeln zu kochen (ich weiß, ich mach mir auch Sorgen…) und mich damit auf den Balkon zu setzen.
Embrace the day.

Und der Tag heute wird nicht ohne. Zuerst ein bisschen was über Linguistik lernen. Man muss ja auch was für die Weiterbildung tun, selbst wenn das Montag morgens um Acht sein muss…
Danach werde ich – wenn ich mich überwinden kann, zweimal an einem Tag Blut herzugeben – einen kostenlosen HIV-Test an der Uni machen. Nicht weil ich Angst habe, keine Sorge, einfach nur weil es angeboten wird und ein bisschen Gewissheit, dass alles in Ordnung ist, nicht schaden kann. Und sollte es nicht in Ordnung sein, dann ist es auch besser das zu wissen. Aber niemand wird hier gleich den Teufel an die Wand malen.
Der Termin beim Arzt bezüglich der Blutabnahme wegen meinen Thyroxin-Werten folgt direkt danach. Ich liiiebe Nadeln…
Wenn das beides geschafft ist, dann fahre ich zurück nach Hause und erhole mich kurz, um – hoffentlich in kurzer Kleidung – nachmittags wieder an die Uni zu fahren.
Soweit der Plan.
Ich geh jetzt mal etwas dem Wetter entsprechende Kleidung raussuchen.

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Nicht in Problemen sondern in Lösungen denken!

Den Spruch bringt mein Dad dauernd.

Schönen guten Abend!

Probleme habe ich viele genug, aber wenn ich immer nur über sie nachdenke, dann fixiere ich mich auf sie. Und auf einem Vortrag eines Unternehmensgründers letztes Jahr in Stuttgart habe ich folgenden Satz auf ein Post-It geschrieben und ihn mir in den Kopf geklebt: „Focus on what you want, not on what you don’t want.“

Das menschliche Gehirn kann mit „nicht“ wenig anfangen und so fokussiert es sich auf das, was man ja eigentlich nicht will.
Kleines Gedankenexperiment dazu: Einfach mal eure negativ formulierten Wünsche/Ängste/Glaubenssätze durchgehen, zur Visualisierung aufschreiben.

1. Ich will nicht krank sein.
2. Hoffentlich nehme ich nicht wieder zu.
3. Ich bin keine Enttäuschung für meine Mutter.

Dann das negative daran durchstreichen. Tadaaa! Das ist also, was bei eurem Gehirn ankommt. Und da wundert es euch, warum ihr eure Probleme nicht loswerdet… Hm. Aber es gibt natürlich eine Lösung. Formuliert das ganze einfach positiv.
(Es fiel mir übrigens richtig schwer diese negativen Sätze zu Formulieren, weil mein Dad mir schon in der Grundschule eingebläut hat, dass ich alles positiv formulieren muss.)

1. Ich will gesund sein.
2. Ich will mein Gewicht halten.
3.Ich wünsche mir, dass meine Mutter stolz auf mich ist.

Klingt doch gleich viel besser, oder? Probiert es mal aus. Das kann einem echt die Augen öffnen.

Also zurück zum eigentlichen Thema. Meine Probleme, die ich aber nicht als solche festhalte, sondern als die zugehörigen Lösungen.
So zum Beispiel der Brief einer Psychotherapeutin, der mich am Freitag erreicht hat. Eine Rechnung genauer gesagt. Für die eine probatorische Sitzung.
Finde ich ziemlich unverschämt von ihr, vor allem weil davon nie die Rede war. Normalerweise sind diese Probationsgespräche auch kostenlos, meinte die Frau von meiner Krankenkasse heute.
Da war also mein Problem: Eine Rechnung über Sechzig Euro, die ich persönlich eigentlich nicht bezahlen will. Ich wurde schließlich nicht darüber informiert, dass ich die Kosten für das Gespräch selbst tragen muss. War auch klug von ihr, ansonsten wäre ich vermutlich wieder rückwärts aus der Tür raus.
Und anstatt meine Gedanken darauf zu fokussieren: Lösungen mussten her. Also erstmal bis heute gewartet, dann die Krankenkasse angerufen. Den Erstattungsantrag geschrieben und in ein Kuvert gesteckt. Morgen bringe ich ihn zur Post und dann warte ich die Antwort ab.
Außerdem bespreche ich mich mal mit dem Doc, was der dazu meint. Ich bin Rebell genug um gegen sowas zu protestieren.

Das nächste Problem ist die Langeweile, die in den kommenden Wochen auf mich wartet. Semesterferien. Und ich habe auch letzte Woche schon mit dem Doc darüber geredet, was ich tun kann um die abzuwenden. Und vor allem, was ich tun kann um mich zu beschäftigen – denn wenn ich nichts besseres zutun habe als rumzusitzen und zu grübeln, dann werde ich genau das tun. Und dann geht es wieder bergab. Und das wollen wir ja alle nicht ;)

Also mach ich Pläne für die nächsten acht Wochen. Einer davon ist, auf meinem Balkon einen kleinen Garten anzulegen. Ich fahre Anfang März für eine knappe Woche nach Hause, weil meine Mum und mein Bruder Geburtstag haben. Da werde ich mich bei meinem Opa mit Erde und Kästen und was weiß ich eindecken um auf meinem Balkon Gemüse zu ziehen. Ich habe schon immer im Garten gebuddelt und Unkraut (das meinte zumindest mein Opa) gehegt und gepflegt und mich um meine eigenen kleinen Pflänzchen gekümmert. Das Gärtnern ist ein geliebtes Hobby seit ich klein war.
Und ich hoffe ich bekomme einen Pflanzkübel für eine Kletterpflanze, die sich die Wand hochranken kann :) das fände ich mega toll. Dann setze ich mich mit einem Stuhl auf den Balkon und bin umgeben von Grün. Aber dafür gibt es viel zutun. Und genau das ist ja der Plan. Ich brauche die Herausforderung, wer kennt nicht das euphorisierende Gefühl dass einen durchströmt wenn man an einer Aufgabe arbeitet, die einem was bedeutet.
Und von den Vorzügen von selbstgezogenem Gemüse muss ich ja wohl nicht berichten – ich habe schon immer Tomaten und Co aus dem Garten bekommen und ich will nicht drauf verzichten.

Die kleinen Problemchen des Alltags bewältige ich mittlerweile auch viel besser als früher. Und das freut mich. Denn es gibt für so ziemlich jedes Problem eine Lösung. Ich war vorher nur einfach zu tief in dem Sumpf, um das zu erkennen.
Je öfter mir das gelingt, desto zuversichtlicher werde ich was die Zukunft anbelangt. Gesund werden ist das erklärte Ziel und daran zu arbeiten ist der einzige Weg dorthin. Also weiterhin die Ärmel hochkrempeln und nicht nachlassen!  

Einen schönen Abend wünsche ich euch!
Euer zuversichtliches Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Luck happens

Guten Abend!

Heute hätte ich eigentlich meine letzte Prüfung schreiben sollen – hätte.
Ich hab sie nicht geschrieben.

Aber nicht, weil ich nicht wollte. Sondern weil ich nicht durfte!
Aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund muss ich in Ethik dieses Semester keine Klausur schreiben. Lediglich im Proseminar Philosophie eine Seminararbeit.
Das hat mir der Tutor heute leider erst erklärt, als ich bereits völlig verwirrt mitten im Auditorium stand. Ich bin nach vorne gelaufen um ihn zu fragen, wo ich mich hinsetzen soll. Es gab nämlich drei Bereiche – aufgeteilt nach den Professoren. Aber meiner war nicht dabei.
Das hat mich ziemlich verwirrt, weshalb ich mich dann doch lieber vor alle Studenten im Saal gestellt habe um mir Klarheit zu verschaffen, als eine falsche Prüfung zu schreiben. Als mich mein Tutor lachend auf meine Verwechslung hinwies, war ich erleichtert, dass ich nicht so viel gelernt habe. Ansonsten hätte ich mich wohl geärgert. (Nur für’s Protokoll, in meinem Planer im Studenten-Netzwerk stand diese Prüfung drin…) 
So habe ich mich mit einem „Na dann – sehen wir uns nächstes Semester!“ verabschiedet, bin die Treppen hochgesprintet und habe, nachdem mein Tutor mir gewunken hatte, lachend den Saal verlassen. Glück muss man haben.

Ich war bereits vor der Prüfung zum Blut abnehmen beim Arzt, demnach hatte ich an dem Tag nichts besseres zu tun als durch die Stadt zu bummeln. In einer Buchhandlung habe ich vier Mängelexemplare für nen Zehner bekommen und beschlossen mir einen gemütlichen Abend mit Tee und einer spannenden Lektüre zu machen. Es sind schließlich Ferien ;)

Auf dem Heimweg hab ich noch schnell auf dem Wochenmarkt ein Bio-Brot und ein paar kleine Avocados gekauft. Im Kühlschrank habe ich Gnocchi und Tomatensoße – das Wochenende ist gerettet :)

Ich habe wieder angefangen für die Zeitung zu schreiben. Am Montag soll ich meinen ersten Artikel abgeben. Drei Ideen habe ich bereits. Mal schauen welche Ausarbeitung ich am gelungensten finde. Schön wieder eine Aufgabe zu haben :)

Ich wünsche allen, die (noch) keine Ferien haben, ein schönes und entspanntes Wochenende.
Den anderen schöne und erholsame Ferien.
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl