Hallo, ist da noch jemand?

Guten Morgen!

Ich weiß jetzt gar nicht genau wo ich anfangen soll… Also ich habe die letzten zwei Jahre nichts mehr in diesen Blog geschrieben… Und ich denke es wird sich kaum jemand daran erinnern, dass es mich überhaupt noch gibt :P und falls doch, dann entschuldigt bitte die Funkstille!

Ich will meinen kleinen Blog jetzt langsam wieder aus seinem Dornröschenschlaf wecken und versuchen, die letzten zwei Jahre ein bisschen aufzuholen.

Vorneweg schon mal eine Kurzfassung… Überraschung – das Leben läuft nicht nach Plan!
Ich bin, obwohl ich es wirklich nicht vor hatte, eine Beziehung mit meinem ehemaligen Chef eingegangen – die mittlerweile schon fast zwei Jahre hält.
Ich habe mich gegen mein Studium entschieden und für das Restaurant. Dieses habe ich bis dieses Jahr als Geschäftsführerin geleitet.
Ich bin immer noch regelmäßig in Therapie, mit einigen Rückschlägen und ebenso vielen Erfolgen.
Ich wurde durch meine Rolle im „Geschäft“ und die Beziehung privat leider extrem eingenommen und habe alles andere vernachlässigt… So wie diesen Blog.
Ich konnte meinen Freund allerdings davon überzeugen das Restaurant aufzugeben um mehr vom Leben zu haben als nur Stress und Ärger.
Ich werde mich ab September zur Fremdsprachenkorrespondentin ausbilden lassen, damit ich endlich mal auf einen „halbwegs normalen“ Zweig komme und die Vorteile eines geregelten Lebens genießen kann :P

Das reicht erstmal für jetzt. Der Großteil der letzten zwei Jahre war ziemlich heftig für mich… Ich musste mich nach dieser aufreibenden Phase erstmal wieder selbst finden und dazu gehört auch dass ich wieder blogge :) mittlerweile sogar vom Smartphone aus :D

Na dann auf ein neues Jahr und viele interessante Einträge! Ich freue mich drauf :)

Liebe Grüße und bis ganz bald, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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Eine Sekunde

Guten Abend meine Lieben!

Es ist einiges passiert die letzten Tage.

Der Auslöser einer Kettenreaktion ungeahnten Ausmaßes war eine Sekunde des Sonntag Abends. Eine Sekunde der Unachtsamkeit, der Unbewusstheit und der Unvernunft.

Long story short: Mein Chef und ich standen im strömenden Regen, er hat mich in den Arm genommen und wenig später hat er mich geküsst. Und ich ihn vielleicht auch zurück, keine Ahnung. War auf jeden Fall eine Sekunde, die ich bitter bereue.
Ich bin danach panisch zur Haustüre geflüchtet und habe mich in meiner Wohnung verkrochen.

Als wäre die Situation so nicht schon beschissen genug, haben wir am Montag darüber geredet, während er mich in die Arbeit gefahren hat – und da wurde es erst richtig mies… ich habe ihm gesagt, dass es für mich nicht das selbe bedeutet hat wie für ihn. Und ich konnte literally den Moment sehen, in dem ich sein Herz gebrochen habe. Ich konnte die Enttäuschung und den Schmerz fühlen und ich habe mich dafür sofort gehasst. Ich habe mich unfassbar mies gefühlt.

Ich fühle mich immer noch mies. Und schuldig. Ich habe zugelassen, dass es soweit kommt. Das sieht mein Therapeut zwar anders, aber dazu später mehr.

Ich bin direkt nach der Arbeit in den Rewe gefahren und habe mich mit Fastfood, Wein und Zigaretten eingedeckt. Der Inbegriff von Verzweiflung.
Dann habe ich mich Abends auch noch mit Freundinnen betrunken. Zu allem Überfluss habe ich auch wieder angefangen zu Rauchen. Meine erste Schachtel seit Dezember.
Ich komme nicht damit klar, immer wieder den Schmerz in seinem Gesicht vor mir zu sehen. Wie seine Gesichtszüge hart werden. Wie er unkontrolliert Gas gibt um irgendwie seine Gefühle zu kanalisieren.
Immer wieder und wieder spiele ich diesen Moment ab. Wie ich ihm sage, dass es mir nichts bedeutet. Was nicht heißt, dass er mir nichts bedeutet. Aber eben nicht auf diese Weise.

Zum Glück hatte ich heute eine Sitzung. Mein Therapeut hat eine Behandlungsmethode ausprobiert, die sich „EMDR“ nennt. Durch eine Simulation der REM-Schlafphase kommt man an das limbische System im Gehirn und kann die Verarbeitung von blockierten Emotionen einleiten und beschleunigen. Wut – Schuld – Trauer.
Das war irgendwie anfangs komisch, allerdings wurde ich schnell ruhig und konnte mich auf die Behandlung einlassen. Es war interessant. Und danach hatte ich zwar mords Kopfschmerzen (der Doc meinte, das wäre normal weil die Behandlung sehr anstrengend ist) aber ich fühle mich seitdem auch besser.

Morgen muss ich wieder arbeiten. Hoffentlich bekomme ich unsere „Beziehung“ wieder auf die Reihe. Ich mag ihn wirklich gerne und ich liebe meine Arbeit…
Meine Leidenschaft alles tot zu denken, erschwert mir allerdings einfach abzuwarten. Heureka.

Ich hab mir heute die zwei nächsten Staffeln House gekauft, damit ich mich ablenken kann. Funktioniert auch ganz gut.
Ich wünsche euch noch einen schönen und produktiveren Abend und morgigen Tag!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Im Rhythmus

Guten Abend allerseits!

Das silbern schimmernde Netbook mit seiner hellblau leuchtenden Tastatur liegt zwischen meinen Oberschenkeln eingeklemmt und wird von den im Schneidersitz gefalteten Beinen gehalten… Sanft schaukelt der Sessel von links nach rechts, wie ein Schiff vor Anker im Hafen, auf unsichtbaren und geräuschlosen Wellen. Hier bin ich, im Hafen. In der Uhrzeit angemessener Lautstärke läuft das Album meiner persönlichen Neuentdeckung, SomeKindaWonderful. Hört mal rein, mein momentanes Lieblingslied.

Grade piept der Timer um mich an den Biskuitboden zu erinnern, der im Ofen auf meine Rückkehr wartet. Goldbraun und duftend darf er sich nun noch etwas in der Hitze ausruhen, langsam auskühlen, bevor er morgen zu einer köstlichen, sommerlichen, veganen Kokostorte verarbeitet wird.

Die Wände meines kleinen Rückzugortes sind vom Licht einer Kerze gelb erleuchtet, die Schatten huschen und tanzen verspielt über die raue Oberfläche. Das Licht reicht kaum bis zur Balustrade und hinter den Tomatensträuchern kann man die Nacht nur erahnen, die warme, weiche und dunkle Sommernacht. Schemenhafte, erleuchtete Fenster auf der anderen Seite des Innenhofes verraten, dass die normalen Menschen nun langsam schlafen gehen. Aber ich nicht, meine Zeit beginnt gerade erst.

Ich wandle im Rhythmus meiner inneren Uhr, meine Sinne schärfen sich erst in der Kühle der Nacht. Die leisen Gesänge der Grillen, das leise Gurren der Motoren auf der Straße, der sporadisch vorbeiziehende Lufthauch und die glänzende Mondsichel… all das ist meine Welt.
Nicht das gleißend helle Licht der Sonne, nicht die erdrückende Hitze des Tages, nicht die Schwere der feuchten Tagesluft.
Ich war schon seit jeher ein Kind der Nacht, das den Mond lieber aufgehen sieht als sein Pendant.
Und jetzt sind für mich Semesterferien, das bedeutet kein um sieben Uhr morgens aus dem Bett quälen mehr, nur um einen weiteren heißen Tag ertragen zu müssen. Nein, ich kann meine aktive Phase in die Abendstunden verlegen und meiner Veranlagung bis zum Morgengrauen wach zu bleiben nachgehen, ohne es am nächsten Morgen um sieben oder acht zu bereuen.
Außerdem arbeite ich vom späten Nachmittag bis in die Nacht, perfektere Arbeitszeiten gibt es gar nicht. Die schlimmste Hitze ist vorbei und der abendliche Wind fegt auch die schwere Luft von der Terrasse. Erleichtert begrüße ich jeden Abend auf’s Neue das Abendrot.

Und nun schaukle ich in der Dunkelheit und schreibe ein bisschen Kreativität aus mir heraus. Die muss ja auch weg, bevor sie noch schlecht wird :P
Einer meiner geliebten Festivalbecher voll mit Eistee steht neben mir und eigentlich bin ich grade sehr zufrieden mit der Gesamtsituation.
Morgen habe ich nochmal frei, da werde ich nachmittags die Torte fertigstellen (natürlich um meinen Chef zu beeindrucken) und noch einige Sachen erledigen, bevor ich abends meinen Therapeuten wiedermal beehre.

Apropos Chef. Der werte Herr ist immer noch auf’s Äußerste angetan von mir, wobei ich ihm mittlerweile in zahlreichen nächtlichen Gesprächen klarmachen konnte, wieso er von dem Gedanken lieber Abstand nehmen sollte.
Diese Standpauken ändern aber wahrscheinlich nichts an seinem Zustand, allerdings entlasten sie mich – ich habe ihm keine falschen Hoffnungen gemacht. Das ist mir schon wichtig, schließlich will ich ihm keine unnötigen Schmerzen zufügen. Und ich weiß selbst am Besten wie quälend Hoffnung sein kann.

Allerdings hat seine Obsession auch etwas Gutes: unsere Karte wird um ein veganes Gericht erweitert und im Winter werden wir Koch- und Backkurse anbieten. Ja, wir. Er möchte, dass ich meine Backkünste an die Welt da draußen weitergebe und ich war viel zu geschmeichelt um abzulehnen. Außerdem soll ich ihm bei den vegan-vegetarischen Kochkursen helfen. Ich bin zwar der skeptische Part des Teams, aber wenn er das auf die Beine stellt, dann stehe ich auch neben ihm am Herd. Um den (zukünftigen) Herbivoren ein bisschen bei der Umstellung zu helfen ;)

Jetzt werde ich mich wieder ein bisschen vor mein Aquarium setzen – eine therapeutische Entspannungsmaßnahme.
Nachdem mir in der Nacht auf Montag das Becken etwas gekippt ist – dank der Hitze und einer Verstopfung im Filter gab es einen akuten Sauerstoffmangel im unteren Beckenbereich – und ich so den Großteil meiner Babys und drei adulte Garnelen verloren habe, war ich heute beim Züchter und habe meine Gruppe nochmal um 15 Tiere aufgestockt.
Mithilfe einer Stabilisierung der Karbonathärte sollte ich die Auswirkungen des Massensterbens in Grenzen halten können und so kann ich den Bestand schnell wieder auf die ursprüngliche Zahl bringen. (Genug davon, keine Sorge.)

Auch dem Spinnchen geht es ausgezeichnet, sie hat sich am Wochenende abermals gehäutet – das zweite Mal in meiner Obhut. Sie will zwar immer noch nichts fressen, ist aber putzmunter und ganz schön gewachsen. Ach die Kleinen werden so schnell erwachsen :D

Ich wünsche euch noch eine schöne, klare und kühle Nacht!
Eure Nachteule alias euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Die Blog-Pause ist vorbei

Guten Abend meine Lieben!

Die letzten zwei Wochen habe ich mir immer wieder gedacht: „Fräulein, du hast schon lange nicht mehr gebloggt.“
Aber irgendwie bin ich auch nicht richtig dazu gekommen.

Momentan ist ja Klausurenphase… Außerdem habe ich viel gearbeitet.

Ich bringe euch mal schnell auf den neuesten Stand, hoffentlich finde ich ab jetzt wieder mal häufiger ein paar Minuten Zeit für euch.

Die Uni geht mir fürchterlich auf den Keks. Nicht nur weil ich momentan all‘ den sinnlosen Kram in meinen Kopf bekommen muss, den sie in den Klausuren hören wollen. Nein, mir wird immer mehr bewusst, dass die Universität nicht das ist, was ich mir vorgestellt habe… ich weiß nicht… so habe ich mir das einfach nicht vorgestellt. Das alles… hm.

Die Arbeit hingegen erfüllt mich. Im Restaurant zu sein, der Kontakt mit den Gästen, das Vertrauen das mein Chef mir entgegen bringt, dass er wert auf meine Meinung legt. Ich kann dort wirklich etwas bewirken, etwas verändern. Ich kann nicht nur die Speisekarten mit ihm überarbeiten oder ihn bei der Wahl der Blumen für den Saal beraten, nein, ich kann mich dort ein Stück weit selbst verwirklichen. Mein Vater war letztens bei uns und meinte nur: „Ihr beide seid ein gutes Team.“
Und da hat er Recht. Er baut seine Luftschlösser und ich passe auf, dass die Statik seiner Konstruktionen stimmt.
Er skizziert mir seine Pläne und ich sorge dafür, dass sie umsetzbar ausgearbeitet werden.
Er bekommt eine Anzeige von der Zeitung gesponsert und, ihr erratet es sicherlich, ich schreibe sie.

Diese Arbeit ist so viel mehr als ein Job. Ich könnte bei ihm einsteigen, wenn ich wollen würde. Noch ist das nicht der Plan, Plan C vielleicht, aber definitiv nicht der Plan. Auch wenn es verlockend ist.

Ich werde die Semesterferien über sehr sehr viel Arbeiten und Geld verdienen, um mir im Herbst ein Auto kaufen zu können. Schließlich muss ich ja auch im Winter irgendwie dort hin kommen. Wieder ein Projekt, von dessen Realisierung ich vor zwei Monaten nur hätte träumen können. Ein Auto, mein erstes Auto in Deutschland.
Ob es wieder ein Passat wird, wie in Neuseeland, weiß ich nicht. Ich schließe es per se nicht aus, aber ich habe eher an einen Kleinwagen gedacht. Seit meiner Kindheit wünsche ich mir einen grünen Lupo. Challenge accepted.
Ich habe mit zwölf oder dreizehn ein paar Dinge aufgeschrieben, die ich besitzen werde, wenn ich erwachsen bin – ich habe diese Liste zwar nicht mehr, aber ein paar Punkte habe ich noch im Kopf – und ich werde versuchen sie zu realisieren. Der Lupo ist als erstes im Bereich des Möglichen, also ran an den Speck. (Ihh, Speck… :P)

Nunja. Ich werde mir jetzt noch ein bisschen was zu Essen machen und werde euch vielleicht morgen und übermorgen noch mehr erzählen.

Bis dahin, euch eine schöne Zeit!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

What a week(-end)

Guten Abend meine Lieben!

Ich grüße euch von meinem Balkon!
Ich hab‘ die letzten Tage zu viel erlebt, um guten Gewissens am PC hätte sitzen zu können. Deshalb jetzt eine Zusammenfassung.

Also der Donnerstag war zwiegespalten. Mittags sind ich und mein Vater nach Regensburg in die Klinik gefahren, weil meine Tante meinte, der Zustand meines Opas würde sich so rapide verschlechtern, dass sie nicht weiß wie lange er noch hat. Wir haben den ganzen Nachmittag dort verbracht und versucht ihn etwas zu bespaßen. Dem Armen ist nämlich furchtbar langweilig… Im Kopf ist er noch fit, aber sein Körper will nicht mehr. Es geht ihm immer noch den Umständen entsprechend, aber Lust zu Sterben hatte er augenscheinlich keine. Weiter so, Opi.
Abends haben ich und meine Beste uns gegenseitig die Haare gefärbt und hatten jede Menge Spaß, auch wenn das ganze nicht unfallfrei vonstatten gegangen ist. Außerdem sind die Farben wieder nicht wie auf den Packungen. Nächstes Mal nehme ich wieder Olia. Basta, den Blödsinn kauf ich nicht noch mal – Olia stinkt auch nicht so schrecklich.

Freitag war relativ anstrengend, weil wir beide Donnerstag noch sehr lange wachgeblieben sind. Gegen Drei oder Vier haben wir erst geschlafen und etwa um Sieben hat der Wecker schon wieder geklingelt. War supi. Echt…
Aber der Stress morgens war’s wert.
Ich habe der Mutter meiner Freundin auch noch schnell die Haare gefärbt, weil die erst nachts nach Hause gekommen ist, während meine Süße Vorbereitungen für ihre Verabschiedung getroffen hat. Sie hat da nämlich ziemlich viel alleine organisieren müssen, was sie ziemlich gestresst hat.
Dann hab ich ihr mit der Hilfe der Freundin ihres Bruders die Haare gemacht – sie sah so wunderschön aus.
Während sie ihr Zeugnis bekam und den Segen von Gott und was da sonst noch alles anstand, habe ich nochmal etwas geschlafen.
Dann geduscht und mich fertig gemacht. Um halb oder dreiviertel Sechs kam sie vom richtigen Friseurtermin wieder und was soll ich sagen… Sie sah so wunderschön aus.
Sie hatte eine Hochsteckfrisur mit geflochtener Seite und ich habe mir nur schnell einen Dutt stecken lassen. Während sie sich umgezogen hat, habe ich der Freundin des Bruders Locken gemacht und mich dann auch noch schnell ausgehfertig hergerichtet.
Der Star des Abends trug ein roséfarbenes langes Kleid mit viel Ausschnitt am Rücken und ich ein dreiviertellanges, gemustertes Kleid (etwas unkonventioneller, natürlich).
Ihr erratet es vielleicht – sie sah so wunderschön aus.
Der Abend an sich war leider eine kleine Themaverfehlung für mich, weil die Musik kein einziges Mal tanzbar für junge Leute war… Wir hätten gerne mal getanzt, aber halt normal und nicht Diskofox. Dafür hatten wir auch zu wenig Männer.

Am Samstag bin ich ja abends abgereist und nach München zu dem Konzert gefahren. Und was soll ich sagen.
Es war mega. Ich war so überglücklich.
Bin immer noch geflasht – nächstes Jahr wieder.

Sonntag war ruhig, es war endlich mal wieder ausschlafen angesagt.
Dafür war Montag Abend wieder was geboten: eine Freundin hat mich zu einer Grillparty eingeladen, die alte Freundin aus Schultagen, die neben dem Nachbarn wohnt.
Der Abend war schön, die anderen haben noch Bierpong gespielt, aber ich hab mich mit etwas Radler begnügt, wegen Fahrtüchtigkeit und so.
Der Abend wurde immer länger, die Uni Dienstag früh immer unwahrscheinlicher und irgendwie führte eins zum anderen und ich bin über Nacht geblieben.
Ihr ahnt es wiederum, nicht bei der Freundin. Hach, ich bin unmöglich.
Aber es hat sich einfach ergeben, dass der Nachbar seinen Alkoholkonsum stark eingeschränkt hat und auch ansonsten irgendwie normaler war und dann haben wir uns unterhalten. Ich bin ja nicht komisch zu Leuten, mit denen ich schon mal was hatte.
Und als alle außer uns beiden ins Bett gegangen waren, war es Fünf. Und er hat mir angeboten da zu bleiben. Und ich habe leichtfertig zugestimmt.
Geschlafen habe ich wieder nicht mit ihm – ich erkenne ein Muster – aber diesmal war es okay. Ich hab auch nachgefragt, wieso eigentlich nicht. So mega unattraktiv bin ich nämlich auch wieder nicht.
Er will einfach was „ernsthaftes“ und keine bedeutungslosen Bettgeschichten. Aha, okay, auch gut.
Da er mich trotzdem die ganze Nacht nicht losgelassen hat, nehme ich das mal als kleinen Hinweis, dass ich eine potentielle Kandidatin sein könnte.
Einer Wiederholung hat er heute auch zugestimmt, nach einer erstaunten Frage, ob ich das sicher will, wenn er wieder nicht mit mir schläft. Ich bitte dich, darum geht’s mir nicht vorrangig.
Ich habe einfach gemerkt wie sehr ich das Alleinsein satt habe und dass ich ihn ganz gerne mag, mal sehen. Sollte das echt was werden, spendiere ich ne Flasche Asti. :D

Dienstag bin ich (ja, diesmal ich) bis Nachmittag bei ihm geblieben, danach noch tanken gefahren und dann schnell nach Hause um zu duschen und in die Arbeit zu düsen. Die haben mich nämlich spontan gebraucht. Drei Stunden Arbeit sind auch drei Stunden.
Und heute hab ich den ganzen verdammten Tag auf den behinderten Hermes-Boten gewartet. Mein Zalando Paket konnte nämlich letzte Woche nicht zugestellt werden und hätte ich es heute nicht angenommen, hätten sie es wieder zurück geschickt.
Ich wollte eigentlich nur auf den Boten warten und danach in die Stadt. Nur dummerweise kam die blöde Kuh erst um Acht. Um Acht. Zwanzig Uhr abends.
Ich sag’s euch, ich war so angepisst… Ich bestellt nie wieder irgendwo, wenn die Hermes liefern lassen. Die haben doch alle einen an der Waffel.
Naja. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Der soll ja auch wieder warm werden und ich hab morgen auch noch frei. Außerdem habe ich heute bereits aus lauter Langeweile und Frust Wäsche gewaschen und alle möglichen anderen Punkte der To-Do-Liste abgehakt, so dass ich morgen auch Zeit habe. Und die Stadt läuft ja nicht weg :D

Jetzt hänge ich noch etwas auf dem Balkon rum :)
Ich und der Vollmond wünschen euch einen schönen Abend und eine kühle Nacht!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl