Standing at the end of the final masquerade…

Guten Abend meine Lieben…

Den heutigen Titel habe ich aufgrund des wirklich traurigen Freitodes von Chester Bennington gewählt… Ich hab Linkin Park immer gehört wenn es mir nicht so gut ging und das ist noch heute so. Heute ganz besonders, einfach nur im Gedenken an jemanden, der Aufgeben wollte… Der nicht mehr kämpfen konnte…  Wer denkt da nicht manchmal drüber nach…

Ich kämpfe weiter. 

Ich bin jetzt seit zwei Wochen in der Tagesklinik. Mit allen möglichen Therapien: Kunst, Bewegung, Tanz, Yoga, PME, Entspannungstraining, Stressbewältigung, Sozialkompetenz etc..

Es ist anstrengend und manchmal sehr aufwühlend… Viele Dinge kommen zurück an die Oberfläche, die schon lange verborgen waren.

Ich befinde mich im Umbruch… In jeder Beziehung. Auch in der Beziehung.
Und da trifft es „Final Masquerade“ dann gut… 

The light on the horizon
Was brighter yesterday
Shadows floating over
Skies begin to fade
You said it was forever
But then it slipped away…

Entscheidungen stehen an. Leicht wird es sicher nicht. Ich werde mich wieder melden :)

Alles Liebe, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl 

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Eine Sekunde

Guten Abend meine Lieben!

Es ist einiges passiert die letzten Tage.

Der Auslöser einer Kettenreaktion ungeahnten Ausmaßes war eine Sekunde des Sonntag Abends. Eine Sekunde der Unachtsamkeit, der Unbewusstheit und der Unvernunft.

Long story short: Mein Chef und ich standen im strömenden Regen, er hat mich in den Arm genommen und wenig später hat er mich geküsst. Und ich ihn vielleicht auch zurück, keine Ahnung. War auf jeden Fall eine Sekunde, die ich bitter bereue.
Ich bin danach panisch zur Haustüre geflüchtet und habe mich in meiner Wohnung verkrochen.

Als wäre die Situation so nicht schon beschissen genug, haben wir am Montag darüber geredet, während er mich in die Arbeit gefahren hat – und da wurde es erst richtig mies… ich habe ihm gesagt, dass es für mich nicht das selbe bedeutet hat wie für ihn. Und ich konnte literally den Moment sehen, in dem ich sein Herz gebrochen habe. Ich konnte die Enttäuschung und den Schmerz fühlen und ich habe mich dafür sofort gehasst. Ich habe mich unfassbar mies gefühlt.

Ich fühle mich immer noch mies. Und schuldig. Ich habe zugelassen, dass es soweit kommt. Das sieht mein Therapeut zwar anders, aber dazu später mehr.

Ich bin direkt nach der Arbeit in den Rewe gefahren und habe mich mit Fastfood, Wein und Zigaretten eingedeckt. Der Inbegriff von Verzweiflung.
Dann habe ich mich Abends auch noch mit Freundinnen betrunken. Zu allem Überfluss habe ich auch wieder angefangen zu Rauchen. Meine erste Schachtel seit Dezember.
Ich komme nicht damit klar, immer wieder den Schmerz in seinem Gesicht vor mir zu sehen. Wie seine Gesichtszüge hart werden. Wie er unkontrolliert Gas gibt um irgendwie seine Gefühle zu kanalisieren.
Immer wieder und wieder spiele ich diesen Moment ab. Wie ich ihm sage, dass es mir nichts bedeutet. Was nicht heißt, dass er mir nichts bedeutet. Aber eben nicht auf diese Weise.

Zum Glück hatte ich heute eine Sitzung. Mein Therapeut hat eine Behandlungsmethode ausprobiert, die sich „EMDR“ nennt. Durch eine Simulation der REM-Schlafphase kommt man an das limbische System im Gehirn und kann die Verarbeitung von blockierten Emotionen einleiten und beschleunigen. Wut – Schuld – Trauer.
Das war irgendwie anfangs komisch, allerdings wurde ich schnell ruhig und konnte mich auf die Behandlung einlassen. Es war interessant. Und danach hatte ich zwar mords Kopfschmerzen (der Doc meinte, das wäre normal weil die Behandlung sehr anstrengend ist) aber ich fühle mich seitdem auch besser.

Morgen muss ich wieder arbeiten. Hoffentlich bekomme ich unsere „Beziehung“ wieder auf die Reihe. Ich mag ihn wirklich gerne und ich liebe meine Arbeit…
Meine Leidenschaft alles tot zu denken, erschwert mir allerdings einfach abzuwarten. Heureka.

Ich hab mir heute die zwei nächsten Staffeln House gekauft, damit ich mich ablenken kann. Funktioniert auch ganz gut.
Ich wünsche euch noch einen schönen und produktiveren Abend und morgigen Tag!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Geben und Nehmen

Guten Abend.

Ich. Will. Sterben. – einfach weg. Weg aus diesem Leben.

Ich bin grade nach Hause gefahren. Im Dunkeln. In der Kälte. Kamikaze.

Ich kann nicht mehr. Wieso läuft immer alles schief? Was kann schlimmer sein, als den selben Schmerz immer und immer wieder zu spüren.

Kälte. Sie schnürt das Herz zu. Mit-Ohne-Gefühl. Wieder.

Ich war beim Nachbarn. Heute Abend. Es hat mich gebrochen. Wiedermal. Wie konnte ich nur so dumm sein? Anzunehmen, dass ich ihm was bedeute.
Es war beschissen. Beschissen zu merken, dass ich nur gegeben habe. All‘ die Zeit habe ich nur gegeben. Ohne zu Nehmen. Weil er nie gegeben hat.

Ich war so dumm. Nicht zu merken, dass er mich nur benutzt hat. Zu was auch immer…
Wenn er wenigstens mit mir geschlafen hätte und mir das Gefühl gegeben hätte, dass ich ihm nichts bedeute. Aber Nein. Er hat es nicht getan. Und ich bin der Illusion erlegen.

Ich bin so dumm.

Wieso kann ich nicht einfach einschlafen. Nie mehr aufwachen. Es ist genug.

Entschuldigt diesen Eintrag… ich kann nicht denken.
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

You gotta get high before you taste the lows

Guten Abend!

Ich weiß ich habe mich wiedermal länger nicht gemeldet, aber wenn ich in das bekannte Loch falle, dann kann und will ich nicht bloggen…

Und obwohl ich das Loch nun schon eine ganze Weile durchquere, wird es immer tiefer. Und manchmal schlagartig. Und dann fällt man. Und ich bin gefallen, tiefer als ich es erwartet hätte… Und es war meine Schuld.

Ich war wieder mit meinen Freundinnen weg, als ich jemanden kennen gelernt habe. Er ist der Nachbar einer Freundin. Und weil aus irgendeinem Grund alle unsere Freunde auf einmal nach Hause gefahren sind und wir ganz alleine waren, habe ich ihn mit nach Hause genommen. Jaaa, ich weiß was ihr jetzt denkt.
Aber so war es komischerweise nicht, obwohl das irgendwie der Plan war. Er musste ja irgendwo hin und so spät nachts fahren die Busse nicht mehr. Außerdem fand ich ihn nett. Ich weiß auch nicht genau, was ich mir dabei gedacht hatte.

Schon mal vorneweg, nein, wir haben nicht miteinander geschlafen. (Warum nicht, das weiß Gott allein. Okay, und der feine Herr.)
Wir lagen einfach nur nebeneinander und haben geredet. Also eigentlich lag ich in seinem Arm – und er hat mich so gehalten, als würde er mich nie wieder los lassen wollen. Und das erste Mal seit langer Zeit fühlte ich mich irgendwie sicher. Und emotional gut aufgehoben, wobei ich in der darauffolgenden Nacht das erste Mal spürte, wie einsam ich bin.
Er war lange bei mir. Bis zum nächsten Abend. Wirklich seltsame Begebenheit, nicht? Es war eher als hätte ich einen langjährigen Freund zu Besuch, als einen Kerl den ich erst seit weniger als 12 Stunden kenne.
Er war so lieb zu mir. Und ich? Ich war einfach unmöglich. Meine panische Angst vor Nähe oder Gefühlen oder sonstwas hat mich dazu gebracht eine 180°-Drehung hinzulegen und ihn von jetzt auf gleich von mir weggestoßen.

Ich hab’s versaut. 
Ich hab es schlicht und ergreifend versaut. Ich mochte ihn und habe ihn erfolgreich vertrieben.
Das erste Mal seit meinem Kryptonit-Menschen habe ich so etwas wie vage Gefühle gegenüber einer Person empfunden – und muss jetzt dafür büßen, dass ich zu viel Angst hatte.
Da war jemand der mich mit diesem Funkeln in den Augen angeschaut hat, als wäre ich eine wunderschöne Blume, während er über meine Haare gestrichen hat… und was mache ich? In meinem Kopf erscheint nur ein einziger Satz: „Er hat etwas besseres verdient als mich, ich kann ihm nie das geben was er sucht…“

Und da lag ich nun, neben ihm, und entschied mich dazu, dass es besser für ihn ist wenn ich ihn nicht in mein verkorkstes Leben lasse.
Und eine bleierne Schwärze legte sich über mich. Ich wurde wieder kalt. Ich hab all‘ die Wärme wieder tief in mir weggeschlossen.

Jetzt ist er weg. Wahrscheinlich verletzt durch die Zurückweisung. Ich habe mich zwar entschuldigt, aber ich denke es ist zu spät. Und es ist allein meine Schuld. Und es ist allein mein Schmerz, den ich mir selbst zuzuschreiben habe.

Ich weiß jetzt wieder wie es sich anfühlt sich wie ein ganz normales Mädchen an einem ganz normalen Sonntag Morgen neben einem ganz normalen Menschen aufzuwachen; wie es sich anfühlt Glück zu empfinden, bloß weil einen das Gegenüber anlächelt; und ich weiß, dass eines Tages alles gut werden könnte…

Ich bin todunglücklich. Jeden Abend sehe ich das leere Bett und die Überreste meines Herzens ziehen sich zusammen… Ich will nicht länger alleine sein. Jetzt nicht mehr.
Aber ich habe es verbockt. Die eine Chance, auf die ich so lange gewartet habe, nicht genutzt.
Klar, wer weiß ob und wie sich das entwickelt hätte… aber ich habe weder ihm noch mir die Chance dazu gegeben, es herauszufinden.

Ich will nicht mehr. Da ist zu viel Dunkelheit… und ich sehe einfach kein verdammtes Licht mehr. Ich will dass es aufhört. Wieso kann ich nicht einfach mal etwas richtig machen? Wieso musste ich das wiedermal so fulminant in den Sand setzen….

Euch noch einen schönen Abend!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl (oder zumindest ohne jedes positive Gefühl…)

Ein steiniger Weg…

… bedeutet noch lange nicht, dass es der falsche ist.

Einen schönen guten Abend allerseits!

Es ist jetzt 21 Uhr und ich resümiere jetzt mal die letzten zwei Tage – ereignisreiche Tage.

Montag fing anders an, als gedacht. Wir hatten am Sonntag zu dritt bis um zwei Uhr nachts den Superbowl angeschaut, bis es uns zu blöd und zu spät wurde. Nach der Halftime-Show war dann endgültig Schluss. Die beiden Mädels gingen schlafen und ich ins Bett. Die Formulierung ist wörtlich zu nehmen und kein Zufall: ich habe nämlich nicht geschlafen.
Die ganze Nacht nicht.
Als es als halb drei war, wollte ich eigentlich schlafen, konnte aber nicht. Und so probierte ich rum, so hinlegen, anders hinlegen. Musik, keine Musik. Licht aus, Lichterkette an. Hat alles nix geholfen, also hab ich angefangen mit dem Handy rumzuspielen… Das hat auch nicht geholfen… Dann war es vier.
Und ich genervt… irgendwie war ich immer noch nicht wirklich fertig genug um zu schlafen – im Nachhinein denke ich mir nur: „Warum hast du dummes Kind keine Tablette genommen?!“
Ich habe Recht. Ich hätte nicht durchmachen müssen, wenn ich einfach eine Tablette genommen hätte. Aber so wurde es langsam aber sicher immer später, um fünf Uhr morgens habe ich mit dem Bruder meiner besten Freundin gechattet, der mir auch das Superbowl-Endergebnis sagen konnte – und um sechs Uhr habe ich beschlossen, dass ich einfach wach bleibe. Der Nebel war so kalt eisblau an diesem Morgen, so einen Blick hatte ich noch nie wenn ich aus dem Fenster geschaut habe. Und er tauchte alles in ein kaltes Licht.
Ich hab mich noch bis acht Uhr beschäftigt, mit Game of Thrones im Internet streamen, bevor ich mich auf den Weg zum Bäcker gemacht habe.
Also so wach war ich Montag morgen um acht schon lange nicht mehr :D

In meinen Augenringen hätte man zwar Drogen schmuggeln können, aber ansonsten ging es mir gut. Der morgendliche Spaziergang war schön, die Luft kalt und klar, es schneite – und auf den Straßen lag Schnee. Ich bin wie ein „retarded Penguin“ die Straße runtergetrippelt, um auf der matschigen Schicht nicht auszurutschen. So habe ich doppelt so lange gebraucht wie sonst, aber ich kam heil und sauber unten an.

Beim Bäcker hab ich Brötchen und Croissants (für meine Mitbewohnerin samt Besuch) geholt. Ein Saft hat sich auch noch in meinen Jutebeutel geschlichen und dann ging es wieder nach Hause – diesmal bergauf und weniger trippelig.

Dann habe ich die Dinger in der Küche in den Brotkorb und so lange in meinem Zimmer, bei offener Tür, weiter meine Serie geschaut, bis gegen halb elf die Damen aufgestanden sind. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits 25 Stunden wach. Aber es ging mir gut.
Dann haben sie gefrühstückt (wobei ich darauf hinweisen musste, dass die Croissants für die beiden sind) und sich fertig gemacht – die Freundin musste zum Bahnhof.
Ich hab weiter in meinem Bett gelegen und den Bildschirm betrachtet. Hab beschlossen, dass das arg sinnlos ist und stattdessen die Küche aufgeräumt und geduscht. Ich musste wachbleiben. Mindestens bis 18 Uhr. Und es war erst 13 Uhr. 27 Stunden.
Die ganze Aktion war ziemlich hart, ab 14 Uhr war ich nämlich hundemüde. Aber ich durfte nicht schlafen, also habe ich angefangen zu kochen – Nudeln für einen Nudelsalat. Als der fertig war, kam meine Mitbewohnerin auch vom Einkaufen zurück. 15 Uhr. 30 Stunden.

Die nächsten zwei Stunden lassen sich einfach zusammenfassen: Zombie. Ich war nicht richtig da, aber auch nicht richtig weg. Bis ich einen folgenschweren Fehler machte. Ich sprach meine Mitbewohnerin auf die Sache mit der Miete an.
Die Vorgeschichte: Wir haben am Anfang ausgemacht, dass sie für eineinhalb Monate bleibt – ergo auch für eineinhalb Monate zahlt. Am Donnerstag habe ich sie gefragt, ob ihre Mutter die halbe Miete für die Februar-Hälfte dieses Mal überweisen kann. Sie sagte sie fragt mal. Am Freitag Nachmittag hab ich nachgefragt, ob schon was rauskam, worauf sie nur sagte, dass ihre Mutter nichts mehr zahlen will, weil sie ja nur 30 Tage insgesamt bei mir wohnt. Das finde ich nach wie vor ein völlig unsinniges Argument – ich bin schließlich kein Hotel in dem man die Nächte bezahlt. Ich habe nur gesagt, dass ich gerne mit ihrer Mutter rede, wenn sie sie nicht überzeugen kann.
Am Montag dann, habe ich erneut nachfragen müssen. Da kam folgender Satz: „Ich habe mit den anderen (unsere gemeinsamen „Freundinnen“) drüber geredet und die meinen, ich würde mich zum Deppen der Nation machen, wenn ich das zahle.“ Ich war erstmal baff. Und dann wurde ich wütend. Wieso bitte sagen die anderen das? Was haben die denn damit zutun? „Ich habe sie um Rat gefragt.“ Soso. Alle miteinander? (Ich habe heute erfahren, dass sie alle gemeinsam in einem Restaurant gegessen haben, als ich am Freitag nicht konnte. Finde ich unmöglich da über mich zu reden und mich hinter meinem Rücken auszurichten. – Das sehen meine „Freundinnen“  übrigens anders.) Spätestens dann wurde ich traurig. Ich erkannte, dass sie mit den Mädels seit Tagen hinter meinem Rücken über mich geredet haben muss und niemand hielt es für nötig mir irgendwas ins Gesicht zu sagen. Hätte ich nicht nachgefragt, wer weiß, wann meine Mitbewohnerin das Maul aufgekriegt hätte. Entschuldigt den „verbalen“ Ausrutscher, aber ich bin nach wie vor wütend auf sie und diese Aktion.
Die Damen haben also einstimmig beschlossen, dass ich eine schreckliche Freundin bin und absolut kein Anrecht auf das Geld habe, da meine Mitbewohnerin nur 30 Tage bei mir gewohnt hat. Alles andere soll ich gefälligst als Freundschaftsdienst sehen. Und schämen soll ich mich am Besten auch gleich noch. Sie so über den Tisch ziehen zu wollen. Wo sie doch so viel für mich getan und ausgegeben hat. Die drei Euro Benzin oder was?
Ja genau. Alles was ich will, ist sie über’s Ohr hauen und ihr das Geld aus der Tasche ziehen. Haha.
Dass ich lediglich nach dem Betrag der am Anfang ausgemacht wurde gefragt habe, findet keiner in Ordnung.
Und nur für’s Protokoll: Das Geld, das sie in irgendeiner Weise für mich ausgegeben hat, steht in keiner Relation zu meinen Ausgaben, geschweige denn der Miete. Punkt.

Nunja. Da saß ich also im Wohnzimmer und musste mir das anhören. (Mein Therapeut meinte heute, dass ich mich eigentlich nicht rechtzufertigen habe – weil ich im Recht bin und mein Anspruch legitim ist. Ich tat es trotzdem und tue es immer noch.) Und ich habe mich gerechtfertigt, bevor ich das mit den Anderen gehört habe.
Da bin ich aufgestanden, gegangen, hab die Tür hinter mir zugemacht und hab mich in mein Bett gelegt. Und geweint. Weil ich die Welt nicht mehr verstanden hab. Wie konnten mir meine „Freundinnen“ geschlossen in den Rücken fallen? Was denken die überhaupt von mir? Und wie kommen die zur Hölle auf den Gedanken, dass ich meine Mitbewohnerin um ihr Geld betrügen wollen würde!? Ich bin dann aus der Whatsapp-Gruppe ausgetreten, weil diese Leute für mich durch waren. Freundschaft bedeutet gegenseitiges Vertrauen. Und das kann ich beim besten Willen weder auf ihrer noch auf meiner Seite mehr erkennen.

Da lag ich. Nach einer Viertel Stunde die ich durchgeweint hatte, weil mein Vertrauen in diese Mädchen einfach auf dem Boden zersprungen ist und die Splitter weh taten, begannen die Tabletten – die ich geistesgegenwärtig eingeworfen hatte – zu wirken. Es war ja auch 18 Uhr und ich seit 33 Stunden wach. Ich wurde ruhiger und war schon kurz vor’m einschlafen, als es an der Tür klopfte. Nur ein „Lass es einfach“ und ansonsten keine weitere Reaktion meinerseits. Aber jetzt war ich wieder wach. Nach einer weiteren Viertel Stunde stand sie wieder vor der Tür (wohl weil die anderen sie gefragt haben, warum ich wortlos aus der Gruppe ausgetreten bin) und obwohl als ich sagte, sie solle gehen, machte sie die Tür auf.
Da stand sie im wahrsten Sinne des Wortes zwischen Tür und Angel und begann zu diskutieren. Ich verteidigte mich, meinen Standpunkt, meine Reaktion und musste mir weitere Anschuldigungen und Vorwürfe anhören. Ich wurde wirklich aufgebracht, als sie schließlich anfing auf meiner Krankheit rumzuhacken. Nur weil ich gesagt habe, dass es mir schon schlecht genug geht und ich mir selber schon genug Vorwürfe mache, da brauch ich mir nicht auch noch die von anderen geben. Ich solle mich mal zusammenreißen und überhaupt, wie ich da in Selbstmitleid versinke, das geht so nicht weiter! Dass ich die letzten Tage überaus aktiv am Leben teilgenommen habe, könnt ihr ja selber nachlesen. Ich hatte also absolut keine Ahnung wie ich jetzt auf die haltlosen Vorwürfe reagieren soll. Mehr als ihr genau das zu sagen, konnte ich nicht tun. Und vor allem sagte ich, dass es mir reicht. Ich wollte nicht mehr diskutieren. Ich war müde, auf Tabletten und furchtbar traurig, wie mich mein Umfeld wahrnimmt.

Sie meinte, wir würden morgen nochmal reden. Sie wünschte mir eine gute Nacht und viel Glück bei der Prüfung heute. Ich sagte nichts mehr. Endlich schloss sie die Tür. Ich konnte jetzt natürlich nicht schlafen. Zweite Hälfte der Tablette. Habe meiner besten Freundin geschrieben, dass ich nicht weiß was ich tun soll. Und dann ging es los. Sowas habe ich ja noch nie erlebt.
Ich hatte Halluzinationen, zumindest denke ich, dass die sich so abspielen. Ich kenn mich da ja nicht so aus.
Aber das Valium lies mein Bett schaukeln, als wäre es eine Schiffschaukel auf dem Volksfest (Kirmes, für die Nicht-Bayern). Das Handy-Display änderte ständig seine Form, Farbe und Beschaffenheit. Ich fühlte meine Finger eine Nachricht tippen, ich sah nach einem Blinzeln aber, dass sie sich keinen Zentimeter bewegt hatten. Lauter solche Scherze. Die Kombination aus den Tabletten, dem Schlafmangel und meinem Versuch meine Augen offen zu halten war eindeutig nicht optimal :D
Kurz, das Zeug ist heftig und ich sollte nie wieder versuchen wachzubleiben, wenn es anfängt zu wirken. Die Nachrichten an meine Freundin waren überraschenderweise gar nicht so konfus. Was für eine Nacht.

Heute morgen bin ich aufgestanden und hab gefrühstückt und bin zum Bus und damit zur Prüfung – wie ein normaler Mensch.
Bin ganz stolz auf mich.
Die Prüfung habe ich übrigens grandios in den Sand gesetzt (über diese Formulierung musste sogar mein Psychiater lachen). Damit meine ich, dass ich erstens nicht viel wusste und zweitens auch meinen letzen Anspruch auf Punkte verspielt habe, weil – bitte einmal festhalten – ich die Prüfung auf Englisch geschrieben habe und nicht auf Deutsch. Ich Depp. Mehr fällt mir dazu wirklich nicht ein. Aber ich bin stolz auf mich. Ich hab die Textanalyse komplett in Englisch geschrieben, ohne Wörterbuch und trotzdem ist sie gut geworden. Ich habe mich schon gefragt, warum wir keins benutzen dürfen – klar, weil wir für eine Antwort auf Deutsch auch keins brauchen.
Also, Prüfung versemmelt, aber mit Stil :D
Hab übrigens noch einen Kommentar à la „Entschuldigen Sie bitte, dass es nicht das ist was Sie wahrscheinlich lesen wollten. Danke, dass Sie es trotzdem gelesen haben! Einen schönen Tag noch!
PS: Hätte ich das hier etwa auf Deutsch schreiben sollen??“ darunter gesetzt. Typisch ich.

Auf dem Weg nach Hause habe ich vor mich hingesungen. Ein Zeichen dafür, dass es mir gut ging. Warum? Das hab ich mich auch gefragt. Nach gestern Abend… Aber das war auch die Antwort: ich bin eine Kämpfernatur. Hab mich seit jeher gegen meine Mutter und gefühlt den halben Rest der Welt behaupten müssen. Und ich habe gelernt, dass aus Wut große Stärke hervorgeht. Und jetzt kann ich wieder kämpfen. Dafür, dass ich verdammt nochmal bekommen, was ausgemacht war. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. 
Ich habe im Übrigen nicht vor zu versuchen meinen Ruf bei den Anderen zu rehabilitieren. Das Thema ist für mich solange gegessen, bis sich irgendwas Neues ergibt. Und sollten wir nicht irgendwie wieder zusammen kommen, dann ist es eben so. Ich bin ohnehin ein Einzelkämpfer. Schon immer.

Den Nachmittag habe ich in meinem Zimmer verbracht, nachdem ich zu Fuß einkaufen war. Die Sonne draußen hat gut getan. Abends bin ich zur Therapie gegangen. Ich habe meinem Doc mein Herz ausgeschüttet und er meinte, dass ich im Recht sei. Und dass ich mir nicht so viele Gedanken über meine „Freundinnen“ machen soll. Und das er das Verhalten meiner Mitbewohnerin schäbig findet. (Schäbig ist mein Wort des Tages, das werde ich ab jetzt öfter benutzen!)
Jetzt weiß ich zumindest, dass ein rationaler Erwachsener genauso denkt wie ich. Also liegt es nicht an meinem abgedrehten Gehirn. Puh ;)

So, zwei Stunden an einen Eintrag hingeschrieben. Ich frage mich, ob den jemand ganz liest? 2000 Wörter. Ohje.
Falls nicht, dann liest derjenige auch nicht, dass ich heute Abend Mister Flanellhemd geschrieben habe, weil mir langweilig war. Mal schauen, vielleicht ist er nicht ganz so doof, wie ich zuerst geschlussfolgert habe. Hat übrigens zurückgeschrieben, also so dumm kann er nicht sein ;)))

Liebe Grüße, euer kämpferisches Fräulein