Soviel zum Thema Normalität

Guten Abend allerseits!

Also über das Wetter will ich mich nicht mehr beschweren, meinen Frust habe ich ja heute Nachmittag schon publiziert. Aber ich finde es einfach erstaunlich, wie perfekt momentan das Klischee vom Aprilwetter erfüllt wird. Vier verschiedene meteorologische Phänomene innerhalb von einer Stunde. Fantastisch. Wetterumschwungs-Party!

Die heutige Therapiesitzung war absurd. Wirklich, jenseits von jeder Art von „normal“.
Ich hatte heute nichts, worüber ich reden wollte. Normalerweise lege ich mir immer in den Tagen zwischen den Therapiesitzungen Themen zurecht, über die ich gestolpert bin und über die ich mit dem Doc reden möchte. Diese Woche war nichts außergewöhnliches passiert und auch ansonsten brannte mir nichts auf der Seele.
Also bin ich rein in das Zimmer, hab mich auf meinen Sessel gesetzt und gewartet. Dann haben wir etwas über das Wetter geredet und schließlich sind wir vom hundertsten ins tausendste gekommen. Das sagt man ja immer so.
Über meine Mutter zu meinem Tattoo und darüber zu Büchern und darüber zu starken Charakteren und darüber zu Jeanne d’Arc und meiner Aufmüpfigkeit. Das führte wiederum zu einer Diskussion über Rechthaberei und meine Oma und das wiederum zu Ostern und den Christen allgemein und diesem und jenem und ich kann mich gar nicht mehr an alles erinnern. Es war verrückt.
Er hat selbst am Ende der Stunde angemerkt, dass sie eindeutig nicht wie die anderen war. Zeitweise sehr philosophisch angehaucht.

Auf dem Heimweg habe ich beschlossen mir eine Flasche Wein zu kaufen, weil ich dachte dass ein bisschen Alkohol meine Kreativität vielleicht etwas anregen würde. Die Idee schwirrte schon seit Tagen in meinem Kopf herum. Es ist zwar nur ein leichter Rosé, aber selbst von 100 ml davon hatte ich schon ordentlich einen im Tee -.- das mit dem Trinken lass ich lieber sein. Ich wurde nämlich auch nicht kreativ sondern nur müde.
Vielleicht sollte ich Whiskey trinken, das trinken doch starke Persönlichkeiten immer. Und wenn ich grade dabei bin, dann kaufe ich mir noch eine Pfeife – der Inspiration wegen.
Okay, genug geblödelt. Ich versuch’s morgen mit der Hälfte der Menge nochmal. So schlimm können die Tabletten das doch gar nicht putschen?

Als ich mit dem Wein im Bus nach Hause saß, setzte sich so ein Metaler (kein Plan wie genau man das schreibt) mir gegenüber. Der hatte in etwa so viel Haare auf dem Kopf wie ich. Und hat Musik gehört. Dabei musste ich an meine Metal Eskapaden in letzter Zeit denken und lächelte vor mich hin, weil ein Lied in meinem Kopf anfing zu spielen. Als ich meinen Blick vom Fenster in seine Richtung wendete, schaute er schnell weg. Aha! Erwischt :D
Bis ich aussteigen musste haben wir uns ein paar Mal zugelächelt und als ich ihn ansah, als der Bus an mir vorbei fuhr, mussten wir beide lachen.
Seltsame Kerle habe ich schon immer angezogen. Deshalb fand mein Bruder meine Jungs bisher immer cool. Wenigstens das ist noch normal. :P

Übrigens bin ich heute seit genau vier Monaten in Behandlung. Vor vier Monaten bin ich zum ersten Mal unsicher in’s Klinikum gelaufen um meine Entscheidung, mein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen und gesund zu werden, in die Tat umzusetzen.
Das heißt auch dass ich seit vier Monaten mein Leben physisch mit Medikamenten stabilisiere. Eine ziemlich lange Zeit und doch kommt sie mir so kurz vor. Erstaunlich wie schnell die Zeit vergeht…

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, vielleicht ja auch mit Wein? À votre santé!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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