3 Monate Therapie

Guten Tag allerseits!

Lasst uns feiern :)

Heute bin ich seit genau drei Monaten in Therapie. Ich denke es ist Zeit für ein kleines Resümee.


Ganz am Anfang, nach meinem ersten Gespräch, habe ich im Blog folgendes geschrieben:

Er hat mich auch gefragt, wie ich mir die Therapie vorgestellt habe und was ich denke, dass sie bewirkt. Naja, darauf wusste ich keine Antwort. Ich habe zwar immer daran gedacht, dass sie mir helfen kann – aber nie drüber nachgedacht, wie. Das wunderte mich schon etwas, weil ich ja normalerweise dazu tendiere, alles tot zu denken.

Ja, heute habe ich darauf zumindest eine vage Antwort. Ich denke, dass sie so einiges bewirkt: Ich fühle mich nicht alleine mit meinen Problemen, was dazu führt dass ich leichter wieder runterkomme, bei dem Gedanken dass ich nächsten Mittwoch mit dem Doc drüber reden kann. Ich fange an Dinge zu erkennen und aufzuarbeiten, die ich in meiner Kindheit verdrängt habe, zum Beispiel die Scheidung meiner Eltern. Ich ändere meine Sichtweise auf so manche Dinge, die mir im Leben sehr zusetzen, zum Beispiel meine Mutter. Ich lerne nicht mehr so streng mit mir zu sein, auch wenn ich unzufrieden mit der Art wie ich handle/denke/fühle bin. Ich lerne verdammt viele Dinge über mich selbst, die mir dabei helfen, zu verstehen wieso ich momentan so bin, wie ich bin. Ich merke, dass mir das mich-öffnen und reden sehr dabei hilft, die Ereignisse meines Lebens, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin, im Gesamtzusammenhang zu sehen. Ich lerne auch, dass ich momentan einfach krank bin und es nichts ist, wofür ich mich schämen oder schlecht fühlen müsste – und dass es in Ordnung ist Menschen von meinen Problemen zu erzählen. Und was ich bisher auch gelernt habe ist, dass es in Ordnung ist wenn es mir nicht gut geht, weil ich mir die Zeit der „Genesung“ zugestehen muss.

Entschuldigt die Schachtelsätze, aber ich will die Sätze nicht durch Umformulierungen noch verworrener machen…

Wie viel besser es mir schon geht, kann ich nicht objektiv messen – aber subjektiv sind es Welten zwischen meinem Ich von vor drei Monaten und mir heute.
Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll… aber ich weiß ich ob ich heute noch am Leben wäre, hätte ich mich nicht vor knapp vier Monaten in Behandlung begeben. Das klingt vielleicht drastisch, aber in den Tagen vor meinem Besuch beim Arzt, war der Tiefpunkt meiner Depression erreicht. Und wer weiß was passiert wäre, wenn es noch tiefer gegangen wäre – und wir wissen alle, dass es immer noch tiefer geht.

Ich bin dankbar für diese drei Monate. Ohne sie stünde ich jetzt nicht an dem Punkt, an dem ich heute stehe – an einem Punkt, an dem ich einen Silberstreif am Horizont sehen kann. An dem ich Hoffnung habe, und Zuversicht dass meine Zukunft besser wird als meine Vergangenheit.


Genug Poesie, meine Lieben. Ich wollte einfach nur ein bisschen resümieren, was ich die letzten drei Monate so lernen und erfahren durfte.
Auf die nächsten drei! Mögen sie eben so lehrreich und heilsam sein wie die vorherigen.
Liebe Grüße und danke, dass ihr mich auf meinem Weg begleitet!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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