Eine gute Schwester

Guten Tag :)

Ich bin eine gute Schwester :D diese Behauptung stelle ich jetzt einfach mal völlig zurecht auf. Und eine halbwegs gute Enkelin und Tochter übrigens auch, nur für’s Protokoll.

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen der Familie. Mittags Mama, Nachmittags Opa und Oma, Abends und Nachts mein Bruder.
Gegen halb zwölf sind meine Mutter und ich in die Stadt auf einen regelmäßig stattfindenden Flohmarkt gefahren, um mich mit Büchern und etwas Geschirr einzudecken. Meine Mutter selbst hat nur eine Vase gekauft, mir aber dafür meine wenigen Errungenschaften spendiert. Um fünf Bücher, einen Wok und einen Krug reicher traten wir die Heimreise an, wobei wir die ganze Zeit ohne Streitigkeiten verbracht haben.
Am Nachmittag haben mein Opa und ich im Garten Erde abgefüllt, damit ich sie zuhause für meinen Balkon benutzen kann. Dafür geeignete Gefäße alias Balkonkästen und Blumenkübel haben wir auch gleich hergerichtet. Morgen müssen wir das nur alles in die Wohnung hochtragen (und der Weg in den dritten Stock kann ja sooo lang sein), was mich mit einer unglaublichen Vorfreude erfüllt…

Mein Bruder wollte seinen 18ten Geburtstag mit seinen Kumpels in einer Kneipe feiern, weshalb ich von meiner Mutter mit der Aufgabe betraut wurde, ihn dort hinzufahren. Wieder mal machte ich mich als große Schwester nützlich und spielte Chauffeur – wobei ich keine Qualifikation dazu hätte, solange ich Schaltwagen fahren muss, das jahrelange Automatik-Fahren rächt sich hierbei.
Also hab ich ihn und einen Freund dorthin kutschiert, den Wagen an einer am Hang liegenden Ampel fulminant abgewürgt und mich in Grund und Boden geschämt :D
Zum Glück hatte ich via Aux-Anschluss wenigstens gute Musik und konnte mich damit von den Peinlichkeiten ablenken, die mein Versagen an der Kupplung verursacht hatte.

Wieder zuhause kam die nächste schwesterliche Tat, indem ich meinem Brüderchen einen Kuchen gebacken habe. Vielleicht ist es dem ein oder anderen aufgefallen, aber backen ist mein Steckenpferd. Und da meine Mutter seit Jahren immer die selben, langweiligen Kuchen (hauptsache es geht schnell und einfach, da nimmt sie auch schon mal Backmischungen *kopfschüttel²*) backt, hat er sich bei mir einen Apfelkuchen gewünscht, weil ich seit Neuseeland weiß, wie man einen ordentlichen „Apple Pie“ macht.
Der ist selbstverständlich zeitaufwändig und den Teig habe ich schon bevor ich ihn gefahren habe gemacht und kaltgestellt. Als ich (inklusive Auto und Getriebe) wohlbehalten zurück war, habe ich die ebenfalls schon vorbereiteten Äpfel zu einer Füllung verkocht und den Kuchen zusammengebastelt. Der Clou bei der ganzen Sache war die Dekoration des „Deckels“ – Pies haben ja immer einen Deckel, in dem Löcher sind damit der Dampf entweichen kann – die bestand nämlich aus einer „mano cornuta“, dem typischen Handzeichen der Metal-Gemeinde (der mein Bruder ja „angehört“), inmitten von Kreisen. Sieht sehr cool aus und hat ihn auch ziemlich überrascht, Mission complete.

Als der Pie fertig war, habe ich wie jeden Samstag Navy CIS geguckt und mich dann gegen Mitternacht ins Bett gelegt und meine Hörbücher weitergehört. Bis das Telefon klingelte – mein Bruder, der mich bat ihn abzuholen.
Den mehr oder weniger armen Kerl haben seine Freunde mit Tequila abgefüllt und um 01:30 Uhr war’s ihm dann zuviel. Ich und die Gangschaltung des Teufels (wirklich, das Auto ist schlimmer als alle anderen, die ich sonst so fahre) haben uns also wieder auf den Weg gemacht, in Jogginghose versteht sich.
Nachdem ich ihn abgeholt hatte und wir wieder zuhause waren, hat er mir noch ein Youtube-Video vom letztjährigen „America’s Got Talent“-Gewinner gezeigt und ich bin dann ins Bett gefallen. Ich habe seit Tagen nicht mehr als sieben Stunden pro Nacht geschlafen :( (heute Nacht übrigens auch wieder nicht viel mehr…)

Heute also, Sonntag, ist die Familie da. Geburtstag feiern heißt ja im übertragenen Sinne, bei Kaffee und Kuchen Smalltalk bis zum Erbrechen zu betreiben. Ich freu mich schon. Haha. Meine Mutter ist heute wieder unmöglich – hat an jeder meiner Bewegungen was auszusetzen. Ich glaube ich nehme mal prophylaktisch eine kleine Hilfestellung um ruhig bleiben zu können. Ich bin nämlich schon wieder kurz davor, meiner Mutter an den Kopf zu werfen, dass sie ihre Neurosen an jemand anderem auslassen soll. Grade hetzt sie auch wieder meine Tante auf mich, das kann ja heiter werden. Ich rüste mich mal für den Kampf…

Bis später meine Lieben!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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