Gefühlsverstärker

Guten Abend allerseits!

Jetzt habt ihr schon lange nichts mehr von mir gehört. Das tut mir auch leid, aber in den letzten Tagen war einfach zu viel los um ans Bloggen zu denken…

Ich bin immer noch bei meiner besten Freundin zu Besuch – und die letzten Tage waren… intensiv. Jedes Gefühl, das ich hatte, war relativ extrem.
Entweder ich war ein glückliches Mädchen, das umgeben von Familie und Freunden durch den Tag glitt – oder ich war ein Schatten meiner selbst, kaum in der Lage meine Tränen zurück zu halten.
Im einen Moment hatte ich Bauchschmerzen vor Lachen und schon im nächsten stand ich weinend unter der Dusche/lag weinend im Bett. Eine manisch-depressive Episode?

Wenn es mir gut ging, dann war ich voller Energie, stressresistent und sprühte geradezu vor Kreativität. Ich habe (nahezu) im Alleingang eine dreistöckige Torte gezaubert – Bild kommt weiter unten. Gleichzeitig habe ich mich zu großen Teilen um die restliche Bewirtung der Gäste gekümmert, um meine eh schon gestresste Freundin zu entlasten. Während den zwei Tagen Vorbereitung habe ich kaum geschlafen, kaum gegessen und meine gesamte Zeit und Energie in der Küche darin investiert. Und trotzdem habe ich Ergebnisse geliefert, meine Leistung erbracht und mein Körper hat funktioniert wie er sollte. Ich fühlte mich wie ein manisches Genie :P

Doch kaum waren die zwei Tage vorbei, fiel ich wieder in mein vorheriges Tief. Und wie immer machten es die äußeren Umstände nicht leichter… mein Vater hat mich zu einem Treffen mit seinen Freunden mitgenommen, die geschäftlich das selbe machen wie er. Und da ich dem Ganzen ohnehin kritisch gegenüber stehe und insgesamt einfach eine Skeptikerin bin, habe ich dort für Furore gesorgt. Ich habe mich in der Diskussion und im Kreuzfeuer der anderen Anwesenden gut geschlagen, aber ich hatte das Gefühl meinen Vater enttäuscht zu haben. Er wurde kurzzeitig regelrecht wütend, was meine beste Freundin und ich am Unterton in seiner Stimme bemerkt haben – allerdings dementierten das alle anderen, er inklusive. Auf dem Heimweg wollte ich eigentlich nur weinen…

Aber die guten und schlechten Phasen wechseln sich ab und gehen so schnell wie sie kommen. Es ist nervenaufreibend…
Ich war so glücklich, als meine Freundin vor Freude geweint hat, in dem Moment als sie zum ersten Mal die Torte gesehen hat. Jetzt kommt auch endlich das Bild von meinem Meisterwerk.

Die Torte

Im obersten Stock war Biskuit mit Buttercreme, im mittleren zweifarbiger Biskuit mit Raspberry-Cheesecake-Cream und im untersten ein Schokoladenboden gefüllt mit Schokoladenganache.
Und ich bin in der Aufgabe aufgeblüht, egal wie stressig es war… ich hab mir ohnehin einigen Stress dadurch gespart, dass ich die Torte einfach normal gebacken habe und nicht vegan. Das war so entspannter.

Und bereits am nächsten Tag kippte die Stimmung und ich war wieder wie am Boden zerstört. Ohne ersichtlichen Grund. Wie immer einfach… es ist so schade.
Ich bin hier, umgeben von Menschen, die mir viel bedeuten. Umgeben von den einzigen beiden Menschen, denen ich bedingungslos vertraue. Und trotzdem bin ich zeitweise nicht in der Lage auch nur einen Funken Freude wahrzunehmen… und das macht mich umso trauriger. Denn so hat meine zweite Familie mich nicht verdient. Und ich selber tu mir damit ja auch keinen Gefallen.

Zum Glück verbringe ich jetzt eineinhalb Wochen hier, eine kleine Gnadenfrist bevor ich wieder zurück nach Hause fahre, wo ich meinen Stimmungsschwankungen hilflos ausgeliefert bin. Vielleicht bin ich bis dahin aber auch wieder auf dem Damm. Wir werden sehen…

Ich werde mich wieder öfter melden, jetzt wo ich mehr Zeit habe.
Ich wünsche euch einen schönen Abend!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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3 Gedanken zu “Gefühlsverstärker

  1. Ou wow. Wenn ich nächsten Dienstag auch so ne Torte erhalte, dann würde auch ich weinen, sowas von.
    Dieses Down, kommt mir bekannt vor, man will einfach nur weinen und kann nicht genau sagen weshalb.
    Daumen hoch für die Torte und deinen Einsatz als Helferin.
    Liebe Grüsse

    Gefällt 1 Person

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