A night out

Guten Nachmittag allerseits! Beziehungsweise guten Vor-Abend, für alle Menschen die keine Nachteulen sind ;)

Gestern Abend gab es noch viel mehr soziale Interaktionen als gedacht! Und ich bin heute ausgesprochen fröhlich und ausgelassen, weil ich gestern die ganze angestaute Energie losgeworden bin – nicht was ihr jetzt vielleicht denkt ;) – wir waren Tanzen :D

Zuerst zum Anfang des Abends, der Juristen-Hausparty.
Mein bester Freund aus Schultagen hat mich eingeladen ihn zu begleiten, weil er mich für eine vorzeigbare und gesellschaftsfähige Person hält :) und natürlich wollte ich ihn nicht enttäuschen, ich gab mein Bestes ihm und seinen Freunden eine gute Gesellschaft zu sein. Mit Erfolg. Ich war witzig, charmant und überaus freundlich und zuvorkommend. Traumhaft, normalerweise schaffe ich es nicht mal für einen längeren Zeitraum normal zu sein :D
Außerdem haben wir überzeugend eine gewisse amouröse Verbindung vorgetäuscht, weil er nicht will, dass jeder über seine Fernbeziehung Witze macht. Und weil ich vorzeigbar bin und er sich darüber sehr amüsieren konnte. Ich mag ihn, so lange und platonisch war ich nie mit einem Jungen befreundet wie mit ihm. Und ich bin froh ihn zu haben, auch wenn er nichts von meiner Krankheit weiß.

Wir haben uns allerdings relativ bald entschuldigt, weil wir beide nach Hause wollten und uns die Party nicht so zugesagt hat. Auch hier war die angedeutete Beziehung (haha, ich hab Beziehung gesagt.) von Vorteil, da kommt es nicht so antisocial wenn man früher von ner Party nach Hause geht. Er hat mich noch nach Hause begleitet, ganz das Ideal des englischen Gentlemans.

Zuhause warteten bereits die Mädels auf mich und wir haben uns schnell fertig gemacht. Ich hab mir nur schnell ein anderes Oberteil angezogen, draußen war es so kalt, dass ich meine lange, relativ warme Hose lieber angelassen habe. War dann zwar im Club etwas warm, aber dafür hab ich mich draußen nicht erkältet.
Ich war aufgrund meiner Abstinenz Fahrer und nachdem wir zu dritt eine Viertel Stunde das Auto frei gekratzt haben, konnte es auch losgehen – aufgrund meiner mangelnden Erfahrung mit Schaltwagen immer ein Erlebnis. Ich liebe Automatik…

Vor dem eigentlich Club sind wir in eine Bar gegangen, weil wir Gutscheine hatten, mit denen man zwei Drinks zum Preis von einem bekommt.
Als die Ladies ein bisschen vorgeglüht hatten, konnten wir dann den Weg zurück in die Stadt antreten und ich war heilfroh um meine Hose.
Im Club war es anfangs nicht allzu voll, aber nach kurzer Zeit hatten wir auf der Tanzfläche Gesellschaft.
Ich bin wenn ich nüchtern feiern bin immer ein bisschen „wie eine Tablette MDMA auf Beinen“ (Zitat Guido Maria Kretschmer bei Shopping Queen gestern Nachmittag).
Und wenn ich erstmal angefangen habe zu tanzen kriegt man mich normalerweise, solange die Musik gut ist, auch nicht mehr von der Tanzfläche runter. Lediglich eine fortschreitende Dehydration treibt mich ab und an an die Bar. Meine Kondition muss wesentlich besser sein, als die meiner Mitmenschen, denke ich mir oft, wenn ich stundenlang durchtanze und dir anderen relativ schnell kapitulieren. Und ich tanze ziemlich exzessiv :D

Also ein kleines Highlight gab es in den drei Stunden auch noch, es trug ein Flanellhemd (<3) und war die ganze Zeit entweder neben oder vor oder hinter mir. Ich war ziemlich irritiert davon, dass er trotzdem keine Anstalten machte mich anzutanzen/anzusprechen/whatever. Ich meine ich habe ihn immer wieder angeschaut und die Augenbrauen herausfordernd hochgezogen, aber er hat meistens nicht mal in meine Richtung gesehen. War mir ja irgendwie auch egal, aber seltsam war es schon.
Wir haben beschlossen dass wir um drei nach Hause fahren, weil meine Freundinnen früher aufgestanden sind als ich und müde waren.
Um halb drei also kam der Freund von Mister Flanellhemd und drängte ihn geradezu in meine Komfortzone. Dazu wurde er ständig von seinem Freund motiviert mich endlich mal anzusprechen. Tat er aber nicht und der Freund wurde langsam ungeduldig. Ich sah mir die Szene an und lachte innerlich über das ungleiche Paar, während ich mich fragte, ob er mich den vor drei überhaupt noch ansprechen würde. Sein Freund legte sich ordentlich ins Zeug, ging sogar zu seinem Kumpel, dem DJ, und ließ ihn die Musik etwas runterfahren. Erwartungsvoll sondierte ich den Raum um mich, aber das Flanellhemd machte immer noch keine Anstalten sich mir anzunähern. Jetzt musste ich wirklich lachen.

Ein kurzer Blick auf die Uhr, 02:43, und ich dachte mir: Jetzt aber Butter bei die Fische (wenig vegan, aber zweckmäßig…).
Also bin ich einfach zwei Schritte zurück und stand somit direkt vor ihm. Und wenn das nicht gereicht hätte, hätte ich auch aufgegeben. Zum Glück (!) hat er sich dann ein Herz gefasst, oder besser meine Hüfte.
Ich tanze eigentlich lieber alleine, vor allem weil die meisten Individuen der Spezies Mann (in meinem Alter) ohnehin nicht wissen, wie man sich in einem Club bewegt.
Von klassischen Tänzen ganz zu schweigen…

Und um kurz vor drei habe ich ihm mein Handy in die Hand gedrückt und als ich es zurückbekam musste ich spontan mit den Augen rollen. Er heißt natürlich wie mein Kryptonit-Mensch. Übrigens heißt jeder zweite Kerl den ich kennen lerne wie er. Mehr als Augen-Rollen fällt mir dazu mittlerweile nicht mehr ein…
Als ich mit den Mädels geklärt hatte, dass wir jetzt fahren, habe ich ihn in die Seite geknufft (Flanell ist ja sooo flauschig ^^) und mit meiner Hand ein Winken symbolisiert. War nämlich scheißlaut dadrin, ich habe ihm davor dreimal meinen Namen sagen müssen, damit er wenigstens eine Chance hatte ihn zu verstehen.
Als ich ihm dann gestikulierend verständlich machte, dass wir fahren, fragte er, wer denn der Fahrer sei. Das wäre ja dann wohl ich. Als er mich entgeistert fragte ob ich nüchtern sei – und ich das bejahte – fiel ihm die Kinnlade herunter. Ja, das kenne ich schon, deshalb gab es von mir nur ein Schulterzucken und ein ironisch-süffiantes Lächeln. Der arme Kerl kam nicht mehr auf sein Leben klar, aber das konnte ich jetzt auch nicht ändern.

Ein Kuss auf die Wange und ein Nicken zu seinem Freund und weg war ich. Wir packten uns dick in unsere Jacken ein und gingen zügig zum Auto um – ohne Kratzen – schnell nach Hause zu fahren.
Dort angekommen krabbelten wir alle in die Betten, wobei ich noch etwas wach lag und dem Rauschen in meinen Ohren lauschte – hoffentlich bereue ich das im Alter nicht mal…

Das Flanellhemd hat mir auch geschrieben, wobei er es bei mir heute morgen relativ schnell verbockt hat. Er meinte nur, dass er von der Tatsache dass er sich ziemlich viel Mut antrinken musste (war ja ohnehin nur semierfolgreich) nichts mehr wisse, weil er ziemlich viel getrunken hat. Mööööp! Nächster bitte.
Wenn ich etwas nicht leiden kann dann Alkoholmissbrauch. Und was anderes ist das meiner Meinung nach auch nicht, wenn man sein Gedächtnis damit nachhaltig beeinträchtigt. Herzlichen Glückwunsch Junge, damit hast du den Wagen ganz galant in den Sand gesetzt. Aber wer weiß schon, ob ich den bei Tageslicht und nüchtern besonders gut gefunden hätte, wenn er betrunken schon so schüchtern war. :P

Heute stand eigentlich ein WG-Ausflug an, aber daraus wurde aus verschiedensten Gründen nichts. Ich war dann genervt, weil ich umsonst in die Stadt gefahren war, und habe mir einen schönen Nachmittag in meinem Lieblingscafé bei Mandorla-Latte Macchiato und Kuchen gemacht. Dabei entstand auch der Großteil dieser Kurzgeschichte (mir fällt grade auf dass es jetzt schon 1200 Wörter sind), weil mich die entspannte Kaffeehaus-Atmosphäre in der Kreativität beflügelt.

Für den Abend ist nichts geplant, aber scheinbar bin ich alleine (was ich toll finde, weil ich dann meine Serie gucken kann) weil meine Mitbewohnerin zum Tatort (Grund für das Versäumen der Serie) gucken in die Stadt fährt. Tatort-Public-Viewing… Sachen gibt’s.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!
Übrigens habe ich extra für diesen Artikel die Kategorie „Erfreuliches“ eingeführt. Hoffentlich kann ich bald noch weitere Tage in diese Schublade stecken.
Liebe Grüße, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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