Verdammt…!

Guten Abend allerseits!

Heute bin ich wieder mit dem schwarzen Hund Gassi gegangen, so nenne ich es gerne, wenn ich mich ohne bestimmtes Ziel in den Bus Richtung Stadt setze. Einfach raus aus meiner Wohnung gehen, unter Leute gehen, kurz ein normales Leben führen. Eben Gassi gehen, weil der Hund ja immer dabei ist. Aber dann trottet er an einer Leine neben mir her und ich kann etwas befreiter atmen.

Hab dann in der Stadt schließlich eine Coloration für die Haare gekauft, weil eine Freundin am Freitag vorbeikommt und sie mir färbt – ich traue mich alleine nicht… zu viel Angst davor das zu versemmeln.
Es hat eine gute Viertel Stunde gedauert, mich für eine Farbe zu entscheiden… Es gibt ja unmöglich viele, von einem Dutzend verschiedenen Marken und mit zehn verschiedenen Preisen…
Hab jetzt mal zwei Packungen „Olia – Schokobraun“ gekauft… mal schauen, ob das Dunkel genug ist. Aber die dunkleren Brauntöne sind fast alle kühl, nicht mit rötlich-goldenen Akzenten. Und meine Haare sind ohnehin in einem hellen Rotbraun gehalten, da will ich die Farbe schon an die Naturhaarfarbe anlehnen.

Als ich den Bus zurück nehmen wollte, ist es dann passiert – der Verdammt-Moment.
Ich hab mich an die Haltestelle gestellt um zu warten, da stellt er sich neben mich. Ich schaue hoch, in seine tiefdunkelbraunen Augen. Verdammt. Auf einmal fängt das Adrenalin an, meinen Puls in die Höhe zu treiben. Ich bringe ein Lächeln zu Stande, bevor ich – nervös wie ein junges Mädchen – wieder verlegen auf den Boden starre.
Verdammt!
Ich hab dann immer wieder meinen Kopf leicht nach rechts gedreht um einen kleinen Seitenblick zu riskieren. Wie ein junges Mädchen… Normalerweise habe ich ja wirklich kein Problem damit, auf Menschen zuzugehen. Aber heute… Verdammt.
Er schaut mich noch einmal an, mit seinen tiefdunkelbraunen Augen, aber ich meine es war ein/ohne Lächeln.

Dann kommt mein Bus. Ich hoffe und bete, dass er auch einsteigt. Tut er nicht…
Ich gehe zur Tür und drehe mich nochmal zu ihm um. Er hat mir nachgesehen, wenn ich mir das nicht eingebildet habe…
Ich steige ein. Verdammt! Fuck, fuck, fuck. „Steig wieder aus!“, schreit mein Herz. „Spinnst du?“, schreit mein Kopf. Und ich bin natürlich nicht mehr ausgestiegen. Ich hätte mich gleich dazu entschließen sollen, seinen Bus zu nehmen. Der wäre auch in meine Richtung gefahren…
Hab ich aber nicht. Und jetzt ist er weg. Und mir bleibt nichts, außer die Erinnerung an seine tiefdunkelbraunen Augen. Die mich elektrisiert haben. VERDAMMT!
Gerade jetzt. Gerade mich. Und ich tue nichts. Nichts. Stehe einfach nur da, verlegen, nicht in der Lage ihn offen anzusehen.
Diese unperfekte Perfektion. Sein Gesicht… Weich aber doch kantig, und gezeichnet mit hundert Narben. Die Zeugen von einer starken Akne vor einiger Zeit. Und es war mir egal. Ich habe es kaum gesehen… da waren nur seine Augen.
Verdammt….
Noch im Bus habe ich mich selbst verflucht, dass ich nichts getan habe. Mich selbst dafür gehasst, dass mir der Mut gefehlt hat…

Jetzt kann ich einfach nur hoffen, dass er mir nochmal über den Weg läuft… Und wenn nicht?

Dann warte ich montags wieder um kurz vor vier auf den Bus.

Einen schönen Abend noch!
Euer Fräulein (Mit-scheinbar-doch-Gefühl)

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Ein weiteres Kreuz…

Guten Abend!

Heute war so ein typischer Tag, an dem nichts nennenswertes passiert ist, an dem das Leben einfach vor sich hin getropft hat…
Ein weiteres Kreuz auf dem Kalender – ein weiterer abgehakter Tag.

Ich fühle mich körperlich schon wieder schlechter… habe heute seit dem frühen Abend Migräne…
Aber ich will nicht rumheulen – wenigstens hab ich heute eine gewisse emotionale Stabilität vorweisen können. Ich hab ein Ganzkörper-Bild von mir gesucht – es gibt übrigens keins – und dafür habe ich die Neuseeland-Bilder durchgeschaut. Und obwohl ich gefühlte zwei Milliarden Bilder von und mit meinem Kryptonit-Menschen gesehen habe, war ich erstaunlich ruhig…
Ich habe mich einfach ermahnt, an die schönen Erinnerungen zu denken, die mit diesen Bildern verbunden sind… Mehr kann ich auch nicht tun…

Ich höre den ganzen Tag traurigen Deutsch-Rap und liege lethargisch im Bett. Läuft bei mir.

Ich wünsche euch trotzdem einen schönen Abend!
Liebe Grüße!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

A little less procrastination, a little more action please!

Guten Abend allerseits!

Der Titel heute ist Programm. Angelehnt an das Lied von Elvis, „A little less conversation….“ nur dass ich mir weniger ‚Aufschieberei‘ wünsche…

Denn das mit dem Lernen hab ich immer noch nicht so hinbekommen, wie ich es mir wünschen würde… Wobei ich langsam auch resigniere… ich komm ja doch zu nichts… immer das selbe mit mir. Ich versperre mir selbst den Weg, indem ich um jeden Preis verhindere irgendetwas zu tun, was zum Erfolg führen könnte. Als würde ich gerne Versagen. Oh, das ist ja wiedermal ziemlich typisch Depression. Traumhaft – nie passte ich in irgendeine Schublade, aber hier erfülle ich jedes Cliché. (ich finde auf Deutsch sieht das unmöglich aus…)

Heute habe ich den ganzen Tag Prinz Pi (weil eine Freundin ihn mir schon vor langer Zeit, in Neuseeland genaugenommen, empfohlen hat) und Casper (weil ich ihn einfach liebe) gehört. Deutsche Musik hat mir nie besonders gut gefallen – und deutscher Rap schon gar nicht. Aber man wird älter, versteht worum es in den Texten geht, und die Künstler werden auch besser. Ich identifiziere mich mit so vielen tragischen Texten, dass ich heute mehrmals bei neuen Liedern des ‚Prinzen‘ einfach geweint habe, weil mich der Text so überrollt hat.
Casper höre ich grade auch. Mein Lieblingslied – 230409. Es geht um eine zerbrochene Beziehung und seinen Schmerz, den er hinter Wut zu verbergen versucht. Und ich könnte es in Dauerschleife hören und würde trotzdem den Schmerz in jedem einzelnen Wort jedes einzelne Mal mitfühlen…

Bitte beginn du von vorn,
aber tu nicht so als würd‘ ich nicht wissen wie’s klingt wenn du kommst.
Kenn‘, wie du nach Atem greifst, zitternd ins Laken beißt.
Im Endeffekt der perfekte Fehler zur falschen Zeit.
Nur gäb‘ es diese Beben nicht,
tausend Tode gelegentlich (vor dir).
Stimmt ich bin nie weiter gekommen,
als in dein Bett, aber du bist bloß ein paar Zeilen im Song.

Das war’s, auf das was war.
Zwischen all‘ den Ficks auf dem Tisch aus dem Glas.
Und hätt‘ ich dich nie gekannt,
wär‘ der Ben bloß der Casper der rappt,
aber du wärst nur die Frau von der Bar.
Hätt ich dich bloß nie gekannt…
[…]

War’n das Funken in der Luft zwischen uns?
Glühwürmchen in der Luft zwischen uns?
Ich weiß nur noch von Licht…
Warn das Funken in der Luft zwischen uns?
Glühwürmchen in der Luft zwischen uns?
[…]
Du meintest eines Tages macht das alles einen Sinn.
Eines Tages – erkenn‘ ich dich und werf‘ alles hin.
Nur verrenn‘ ich mich solang tief hinein,
war keine Liebe nur verliebt darin, verliebt zu sein.
Bloß unbedacht rumgemacht,
schwer dich zu verlieren, wo du dich selbst nie gefunden hast.
Krumm gelacht, uns entfacht Glut an dem Docht,
Lieben ist Scherben fressen, warten wie viel Blut man dann kotzt…

Ich weiß nicht, ob ich euch den Text schon mal zitiert habe… aber ich wollte es heute mit euch teilen, weil er heute wieder eine besondere Präsenz in meinem Leben hatte. Die Sprache mag etwas hart sein, aber das macht sie so authentisch. Und jeder, der dieses Gefühl kennt, weiß dass diese Sprache genau richtig ist, um auszudrücken, was da in einem tobt…

Danke, Casper, für jedes einzelne Wort. Manchmal brauche ich nicht mehr als ein Lied, um den Boden unter meinen Füßen nicht zu verlieren.

Ich bin heute noch über ein lateinisches Zitat gestolpert: „Mors certa, hora incerta.“
Bedeutet in etwa „Der Tod ist gewiss, nur die Stunde nicht.“

Das war das Zitat zum Sonntag ;)
Liebe Grüße!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Müdigkeit…

Guten Abend wünsche ich euch von meiner Couch aus!

Heute bin ich schon wieder so fertig abends… Eigentlich sogar seit dem späten Nachmittag.

Also wenn irgendjemand sich vorstellen kann, warum ich momentan so K.O. bin, dann fühlt euch frei es mir mitzuteilen!
Ich meine, ich habe von gestern auf heute endlich mal genug geschlafen, bin halbwegs spät aufgestanden und hab meine Tabletten genommen – die eigentlich genau die gegenteilige Wirkung haben sollten…

Außerdem habe ich zur Zeit so einen unfassbaren Appetit! Ich könnte die ganze Zeit nur Essen… es ist schrecklich.

Heute war ich an der Uni in meinem Englisch-Kurs. Das Thema heute war das Bildungssystem an deutschen Unis.
Und wir haben lebhaft darüber diskutiert, was wir verändern würden und wie wir es umsetzen könnten.
Das war wirklich Uni wie ich sie mir vorstelle – selber denken. Kritisch an Themen herangehen und nicht nur stures Auswendiglernen und Übernehmen von vorgefertigten Meinungen. Darum ging es im Großen und Ganzen auch in der Diskussion.
Durch die Bologna-Reform haben die Studenten angefangen nur noch die Kurse zu belegen, die gebraucht werden um zu bestehen und die Jagd nach Punkten steht über dem eigentlichen Zweck des Studiums: die Weiterbildung in für die Person relevanten Fächern und die Herausbildung einer starken Persönlichkeit. Zu dem Schluss kamen wir auch in unserer Diskussion. Das Studium soll junge Menschen eigentlich zu selbstständigen und kritisch und differenziert denkenden Menschen machen.
Momentan macht es mich einfach nur fertig. Ich will nicht lernen… Das stupide Eintrichtern von Informationen in meinen Kopf fällt mir schwer… aber ich brauche die Punkte… ich muss schließlich bestehen…
Willkommen im richtigen Leben, liebes Fräulein…

Tja, und jetzt liege ich hier auf der Couch, schaue amerikanische Krimi-Serien und bedauere mein trauriges Leben…
So viel zum Thema Studentenleben… ob es eine gute Entscheidung war, werden wir noch sehen…
Aber ich kann nur meine Mutter enttäuschen, nicht mich. Ich muss diese Prüfungen nicht bestehen. Also mache ich mir keinen Druck… würde ohnehin nichts bringen… ich kenne mich schließlich.

Es gibt doch nichts über ein paar schöne (Selbst-)Zweifel…

Liebe Grüße!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Erschöpfung hoch zehn

Guten Abend meine Lieben!

Heute war ich wieder nicht in der Uni :(
Gestern Abend hab ich zum Einschlafen eine halbe Tablette genommen… Macht 5 mg Wirkstoff…
Und hab mich hingelegt. Und gewartet. Und nach ein paar Minuten fingen weiße Wirbel an vor meinen Augen auf und ab zu tanzen. Das war irgendwie lustig – und schnell eingeschlafen bin ich auch :)

Aber leider bin ich heute morgen dafür ziemlich zerstreut aufgewacht… Und war so müde, dass ich mich nochmal hingelegt habe – Uni adé.
Eigentlich soll man ja mindestens acht Stunden schlafen, wenn man die Tablette genommen hat – es waren sieben… das hätte doch nicht soviel ausmachen dürfen, oder?

Naja, ich war den ganzen Tag heute müde und ausgelaugt. Hab nicht mal mein Work-Out gemacht… es ist schlimm…
Ich habe mich um fünf Uhr nachmittags ins Bett gelegt und Musik gehört, weil ich mich so erschöpft gefühlt habe.

Zum Mittagessen hab ich Blaubeer-Schoko-Pfannkuchen gemacht, die waren toll :)
Aber irgendwie habe ich schon wieder Hunger, vielleicht mache ich mir gleich nach dem Eintrag noch was kleines zu Essen.
Ich merke schon, wie meine Mitbewohnerin auf mich abfärbt :D und das ist gut, damit ich wieder ein normales Essverhalten annehme. Ich will ja nicht, dass sich meine Freundinnen noch mehr Sorgen um mich machen…

Heute Abend schlafe ich wieder ohne Medikamente. Ich muss meine Schlafstörung anders in den Griff kriegen…
Nicht die Symptome sondern die Ursache bekämpfen.

Das war’s auch schon von mir. Euch wünsche ich einen schönen Abend :)
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl