It’s gettin‘ harder

Guten Abend!

Momentan habe ich eine nicht enden wollende Phase der schwarzen Wolken…

Gerade ist alles halbwegs in Ordnung, die Miete bezahlt, schon wieder ’n Jahr.
Doch die Decke der Wohnung bewegt sich, ist’s schon wieder so nah.
Die Schatten kommen aus den Ecken, schwarze Gedanken fluten den Raum.
Momente von Glück ertrinken, die Lichter verschwinden, in dumpfem, pochendem Grau,
Wege heraus versprechen Tabletten, verschrieben von Männern mit schütterem Haar.
Trips wie das Leben sie schrieb, zitternd und nah, bitter und wahr.
Manchmal sind mir die Menschen zu viel, ich will nicht mehr reden.
Sie fragen wie’s geht, ich denke „zu Ende“ doch sage „ok“.

Das ist ein Ausschnitt aus „Schwarze Wolken“ von meinem neu entdeckten Liebling Prinz Pi. Der kann das mit den depressiven Texten auch gut, wobei ich mich einfach in die kaputte Stimme Caspers ‚verguckt‘ habe.

Heute morgen hat mich meine beste Freundin angeschrieben. Sie meinte, so könne das doch nicht weitergehen – es geht bergab und ich ergebe mich meinem Schicksal. Sie war besorgt, dass ich den Abwärtstrend nicht wie sonst aufhalten konnte.
Ich war leicht gereizt, weil es bei ihr so klang, als würde ich es einfach nicht genug wollen. Und ich weiß, dass sie sich nur Sorgen macht… aber sie weiß einfach nicht, wie schwer es manchmal ist.
Ich habe lange mit meiner Mitbewohnerin darüber geredet. Sie hat mich gebeten, mich doch mal in die Lage meiner Freundin zu versetzen. Sie weiß schließlich nicht, wie es ist, wenn bereits das anziehen und zum Bus gehen ein Erfolg ist, ein Sieg gegen die Depression.
Ich verstehe dass es schwer ist. Aber das ist es für mich leider auch… ich weiß ja auch nicht, wie ich es den anderen begreiflich machen soll… Ich kann ihnen doch auch nicht sagen, wieso es momentan schlecht ist.
Ich weiß doch auch nicht, wieso ich mich da grade nicht rausholen kann…

Auf jeden Fall hatten wir uns ziemlich in den Haaren. Ich war verärgert, weil ich mir selber schon genug Vorwürfe mache – und nicht von ihr auch noch welche hören wollte. Sie war genervt und enttäuscht, weil ich mich verschlossen habe und sie sich vernachlässigt vorkam.
Und am Ende haben wir uns beide darauf besonnen, dass es Bullshit ist, sich deswegen zu streiten. Davon wird die Situation für keinen von uns leichter.
Und schließlich haben wir uns lieb. Da sollte man sich nicht gegenseitig reizen, nur weil man angepisst ist. Two hearts – one Soul, Süße.

Aber durch das Gespräch mit meiner Mitbewohnerin, die selber Erfahrungen mit den Medikamenten hat, hat mich zu der Einsicht gebracht, dass es vielleicht gar keine schlechte Idee ist, wenn ich die Dosis der Tabletten doch erhöhe… Ich meine ich bin momentan wieder fast so depressiv wie am Anfang… und das sollte nicht mehr so sein, wenn ich mich nicht irre.

Jetzt muss ich bei dem heutigen Therapiegespräch mal meinen Therapeuten fragen, was er davon hält. Der ist dafür zwar nicht zuständig, aber der kennt sich damit ja auch aus.
Ich mache Fortschritte, ja. Aber ich habe das Gefühl, dass ich auch wieder Rückschritte mache… Viel zu viele in der kurzen Zeit… It’s gettin‘ harder…

Sie fragen wie’s geht, ich denke „zu Ende“ doch sage „ok“.

Einen schönen Abend und Tag euch!
Liebe Grüße, euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

Advertisements

Willst du deine Gedanken mit mir teilen?

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s