Alles eine Frage der Perspektive

Guten Abend!

Heute schreibe ich mal etwas später als sonst, weil ich grade mit meinem Vater telefoniert habe.
Er und ich haben ein sehr gutes Verhältnis. Ganz anders als das zu meiner Mutter, er war mir einfach schon immer emotional näher.
Ich rede gerne mit ihm. Auch wenn wir uns nicht so häufig sehen, fühle ich mich bei ihm immer wohl und verstanden :)

Heute hat er wieder mal mit mir darüber gesprochen, wieso ich mich nicht traue meine Ziele und Träume zu verwirklichen. Und wieso ich Pläne, die wir gemeinsam gemacht haben, nicht ausführe. Diese Pläne wären absolut realisierbar… Aber ich schaffe es einfach nicht, genau diese einfachen Schritte zu machen…

Mein Vater ist im Network-Marketing aktiv. Er hilft Menschen mit gesundheitlichen Problemen durch Nahrungsergänzungsmittel. Es gibt viele Krankheiten, die sich mit einer ausgewogeneren Ernährung einfach kurieren lassen und er ist auf ganzheitliche Ansätze spezialisiert. Denn hinter jedem Problem steckt ein Auslöser – und der ist immer psychisch.
Er arbeitet mit mir schon mein ganzes Leben und körperlich bin ich sehr gesund. Nur die geistigen Krankheiten, die mir mein Leben erschweren, konnten wir bisher nicht heilen. Wobei ich ihm auch keine Chance dazu gebe, weil er nichts von meiner Depression weiß.
Naja, zurück zum Thema. Ich nehme diese Nahrungsergänzungsmittel auch, und ich weiß, wie und dass sie wirken. Und ich kenne so viele Leute, denen diese Produkte auch helfen könnten… Nur meine Antriebslosigkeit (die diese Woche wieder besonders schlimm ist) verhindert, dass ich endlich mal „meinen Arsch hochkriege“.

Er ist einfach etwas traurig, dass ich mein Potenzial nicht nutze. Und obwohl er mir keine Vorwürfe macht, tut es weh, weil ich denke dass ich ihn enttäusche.
Und an dieser Stelle kommt die Perspektive ins Spiel. Hätte ich nicht so wahnsinnige Angst davor zu versagen, würde ich in dieser einen Sache auch nicht versagen. Genau dieser Teufelskreis muss unterbrochen werden. Wenn ich meine Perspektive dahingehen ändern könnte, dass ich Rückschläge als Lernprozesse sehen würde, könnte ich mein Leben (und Potenzial) viel mehr „ausschöpfen“.
Auch in der Depression, sind Rückschläge eigentlich Lernprozesse… Und trotzdem bin ich alles andere als glücklich darüber… alles eine Frage der Perspektive…

Wie kann ich meine Angst vor dem Scheitern überwinden?

Einen schönen Abend noch!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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6 Gedanken zu “Alles eine Frage der Perspektive

  1. die angst vor dem scheitern überwinden? schwierig, denke ich. das einzige, das bei mir (sehr sehr langsam) zu erfolgen führt, ist: mich überwinden, mich trauen, es „einfach“ probieren – und später sehen, dass ich sehr vieles tatsächlich gut geschafft habe; mir das bewusst machen, aufschreiben und immer wieder lesen. ganz allmählich wächst so bei mir das selbstvertrauen.

    rückschläge als lernprozess sehen: klappt bei mir vor allem durchs schreiben. durch die analyse, warum es einen rückschritt gab, wo genau mein problem lag, was für mich schwierig gewesen ist… die frage, warum das so ist, wo das herkommt, wo die ursache liegt… event. abschließend die überlegung, was mir helfen würde, was ich brauche oder was es mir leichter machen würde, einen bestimmten schritt zu gehen.

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  2. „Wenn ich meine Perspektive dahingehen ändern könnte, dass ich Rückschläge als Lernprozesse sehen würde, könnte ich mein Leben (und Potenzial) viel mehr “ausschöpfen”.“
    Da bin ich auch gerade dran. :)
    Ich kann Sternenpfad nur zustimmen. Ausprobieren eventuell Hinfallen und begreifen, dass es das normalste der Welt ist. (ich schreibe das so einfach, ist es aber nicht).
    Vielleicht ist es auch das Wort „Scheitern“ welches negativ stigmatisiert/belastet? ist? Ich meine, wenn alles ein Lernprozess ist, gibt es „scheitern“ dann eigentlich noch?

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  3. OK, da Du das Thema ja schon selber kritisch ansprichst – ich wollte erst nichts sagen, weil wir uns ja nicht gut kennen und schriftlich ist auch immer schwieriger als mündlich…
    Als Du mir geantwortet hast „Du willst Deinen Vater fragen“ wegen der Sache mit den Aminosäuren dachte ich mir „sie ist Studentin, sie kommt mit komplizierten Sachverhalten klar, warum will sie nicht einfach selber das Thema durcharbeiten und dadurch diverse Probleme lösen, statt eine dritte Person erstmal zu fragen?“
    Ich bin bei dem Thema bißchen empfindlich, weil ich eine Freundin habe, die auch immer erst fragt. So quasi bei allem, was Wichtig ist. Und ich sehe, daß man damit im Leben nicht weiterkommt. Spätestens im Berufsleben steht man ewig unten in der „Nahrungskette“, wenn man immer jemand zum Fragen braucht. Nur mal so als Überlegung von außen: kommt da die „Opferrolle“ ins Spiel, daß Du nicht selber entscheidest und ausführst?

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    • Liebe Spottdrossel,
      Das habe ich wohl falsch ausgedrückt.
      Ich hab meinen Vater gefragt, ob er mir die Aminosäure-Kapseln schicken kann. Nicht was er davon hält.

      Ich frage eigentlich nie nach, meistens bin ich auch selbst versiert genug. Und ich kann mir ja auch selbst Wissen aneignen.

      Also mach dir keine Sorgen! Ich bin überaus selbstständig :)

      Liebe Grüße!
      Dein Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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      • Das freut mich :-) .
        Dann will ich nur noch kurz darauf hinweisen, daß es nicht um eine Mischung aus allen Aminosäuren geht (die aber grundsätzlich sinnvoll ist, besonders, wenn man kein Fleisch ißt), sondern in dem Buch genau aufgeschlüsselt wird „bei Problem X hilft Aminosäure YZ“ usw. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, daß Du da das eine oder andere Helferlein findest und dann Deinen Arzt fragen kannst, was die derzeitigen Medikamente bewirken und ob man da was nach und nach austauschen kann. Bei Medikamenteneinahme sollte man auf jeden Fall den Arzt löchern, weil manche Mittel bestimmte Aminosäuren blockieren können oder sogar die Wirkung umkehren. Z.B. das Tryptophan, mit dem ich wunderbar schlafe, kann von Antidepressiva übelst gestört werden (Serotoninwiederaufnahmehemmer heißt das, glaube ich). Echt „schön“, daß die Ärzte lieber die chemische Brechstange verschreiben, statt es mal mit ein paar simplen Glückshormonen zu versuchen.
        (Das Zeug wirkt so gründlich, daß ich an Tag 1 meinen überschwemmten Keller mit „Hallo, liebes Wasser!“ begrüßt hatte – früher wäre ein moderater Wutanfall Standard gewesen .-) ) Ich bin mir ziemlich sicher, daß Du damit zumindest ein paar Wege findest, Dir das Leben angenehmer zu machen, deswegen mußte ich auch nochmal nerven ;-) .

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