Nur Schall und Rauch

Qualen. Einen Ausweg suchen. Weinen. Schreien, Flehen. Aber niemand hört es. Niemand könnte je diese Wunden schließen. Schmerz. Qualen.
Ich stürze wieder. Taumle. Der Abgrund scheint verlockend. Wieso auch nicht?

Die Welt ist nicht gegen uns, wir sind ihr bloß egal.

Wieder Casper. Wieder diese Verzweiflung. Taumeln. Auf den Balkon. Zitternde Hand hält schützend den Wind vom Feuer ab. Erster Zug, schlechtes Gefühl. Aber der Drang sich zu betäuben ist zu groß. Weiter. Kälte und das Brennen in der Lunge. Wieso er… Was habe ich nur gedacht. Habe ich tatsächlich angenommen es würde aufhören? Wie töricht. Naiv.

Noch nicht genug Betäubung. Taumeln. Zum Schrank. Glas raus. Eine Flasche. Vielleicht dumm, aber es ist ohnehin irrelevant. Brennen im Hals. Aber Wärme. Betäubung. Ich versuche es jeden Tag ohne. Aber es geht nicht. Nicht heute. Was ist schon ein Tag? Was soll schon passieren. Mein Körper ist gesund. Er hält das aus. Ich nicht.

Zurück ins Bett. Taumeln. Das Handy. Alles aufschreiben. Den Kopf leer schreiben. Alles raus. Schmerzen? Helfen nicht. Mein Körper ist taub. Nur die Seele brennt. Leidet. Auch ohne Drogen. Ich will weg. Entfliehen. Meinem Leben. Den Gedanken. Den Gedanken an ihn. Mein Kryptonit. Raubt mir die Kraft.
Verderben… Soll ich das Leben nennen?
Sind doch alles nur hilflose Versuche. Jeder versucht es. Ich scheitere. Immer wieder. Bin zu schwach. Kann nicht dagegen ankämpfen. Aufgeben und weinen. Resigniert. Weswegen auch weiter hoffen. Hilfe ist ein großes Wort. Vielleicht auch nur eine leere Hülle. Wer weiß das schon.
Ich nicht.

Die Frage nach dem Warum ist zwecklos. Es gibt kein Warum. Bloße Willkür. Vielleicht um zu prüfen wie lange ich standhalten kann. Aber wie lange kann ich denn? Morgen stehe ich wieder auf. Wieder der Versuch einen Unterschied zu machen. Zwecklos.

Danke Welt, du zeigst mir wie wenig ich wert bin.

Immer noch Casper. Er weiß wie es sich anfühlt. Er kennt den Abgrund. Er hält auch durch. Aber um welchen Preis? Wer weiß das schon.
So jung. So zerbrechlich. Ich sollte das nicht ertragen müssen.

Die Betäubung fängt an zu wirken. Vielleicht schlafe ich endlich ein. Eine Flucht. Nur um morgen wieder in diesem beschissenen Leben aufzuwachen. Morgen Uni? Muss ich wohl. Darf nicht aufgeben. Vielleicht gibt es ja doch irgendwann eine Zukunft für mich.
Ich verfluche das Jahr. Wieso konnte ich nicht einfach… Ich weiß es nicht. Es ist zu spät. Ich bin kaputt. Und allein. Ein Wrack. So jung. So zerbrechlich.

Diese Medikamente bringen nen Scheiß, bin immer noch da. Wenigsten alles taub gemacht.

Casper… Immer noch. Jede Zeile scheint direkt aus meinem Blut geschrieben worden zu sein. Seltsamer Vergleich. Ich werde langsam creepy. Die Menschen verstehen es sowieso nicht. Wie auch. Leben da mit ihrem Glück und merken es nicht mal.
Das Leben kann nicht fair sein.

Die Liebe des Lebens verlier’n bloß um sie nie wieder zu finden.

Ich liebe diese Musik in Stunden wie dieser. Casper ist wie das Nikotin in meinen Adern. Ein Ventil. Meine Worte können oft doch gar nicht beschreiben, wie es mir geht. Seine Worte schon.
Betäubung. Es wirkt…
Wenn meine Freunde mich so sehen würden… Kein schöner Gedanke. Nein, gut dass ich alleine bin. So muss es nur ich ertragen. Sie haben auch Sorgen. Wer nicht?

Schlaf… Hoffentlich kann ich durchschlafen. Ich will nicht wieder mit meinen Gedanken alleine sein. Nicht wieder wachliegen. Er spürt das. Und er kommt. Schleicht sich in meinen Kopf. Streut Salz in jede einzelne Wunde. Und ich bin wehrlos. Machtlos. Schutzlos.

Und letzte Nacht, gewälzt im Schlaf bis zum Rot in der Früh… Nur bist du das wirklich?

Nein. Er verschwendet keinen Gedanken an mich. Wieso auch. War ihm nie wichtig. Wertlos. Wehrlos. Wieso darüber weinen. Vergangenheit. Und trotzdem Gegenwart. Vergessen ist so leicht, wenn man es kann. Ich kann nicht. Vergesse nur sein Gesicht. Nie den Schmerz. Den Verrat. Das Messer in meinem Rücken. Feigling. Er war es nie wert. Aber jetzt kann ich auch nichts mehr dran ändern.

Ich versuche zu schlafen. Und wenn ich Glück habe, verfolgt er mich nicht auch noch im Schlaf. Macht er gerne. Damit ich beim Aufwachen ja keinen anderen Gedanken habe als das Glück, das mir genommen wurde.

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5 Gedanken zu “Nur Schall und Rauch

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