Schnee

Guten Abend!

Heute habe ich nichts von meinem Tag zu berichten, außer dass mir im Einkaufszentrum etwas seltsames aufgefallen ist.
Als ich mir meinen Weg durch die Menschenmassen bahnte und ihnen allen in die Augen sah, fühlte ich mich auf angenehme Weise „abgehoben“. Es war kein Gefühl von Arroganz, wenn ihr das jetzt denkt. Nein, es war gewissermaßen als würde ich eigentlich über dem ganzen Geschehen schweben und wäre nur ein Zuschauer. Ich betrachtete quasi meine Umgebung nicht durch meine Augen, sondern irgendwie wie ein auktorialer Erzähler. Das war ziemlich abgefahren. Wirklich, das war genauso schräg wie cool.
Aber ich weiß nicht, woran das lag. Entweder bin ich mittlerweile völlig weltfremd oder die Tabletten haben abgespacete (das Wort sieht geschrieben dümmer aus, als in meinem Kopf) Nebenwirkungen oder ich fange einfach nur an, wahnsinnig zu werden ^^

So, aber jetzt wieder normale Themen: Schnee. Der lag heute glitzernd und kalt überall. Und wie jeder, finde auch ich ihn schön. Wie er da so liegt und alles mit einer weißen Decke überzieht. Und naja, ich finde Schneeflocken in ihrer ganzen Einzigartigkeit und Kälte und Anmut irgendwie inspirierend.
Ich fühle mich schließlich ähnlich. Aber Schneeflocken sind sehr verletzlich. Sie schmelzen auf der Haut, sie schmelzen in der Sonne, sie vermischen sich miteinander und verlieren ihre Form, sie werden zu grauem und nass-kaltem Matsch.
Und schon werden aus schönen Bildern wieder traurige Gedanken…
Genauso wie aus dem glitzernden Schnee unter der Straßenlaterne Matsch wird, wenn man drüber läuft, so werden aus freudigen Gefühlen so schnell traurige, wenn ich über sie nachdenke.

Metaphern eignen sich manchmal wirklich sehr gut, um meine Situation zu beschreiben… und doch sind sie nicht genug um auszudrücken, was in mir vorgeht.
Was aber gar nicht so schlimm ist, wenn ich bedenke, wie viele Sorgen sich meine beste Freundin alleine wegen den relativ metaphorischen Einträgen macht… Ich will meine Umgebung doch nicht noch mehr belasten… ich kann die Schuldgefühle ja jetzt schon schwer zerstreuen…

Aber wie bei allen Herausforderungen im Leben, wachse ich auch an dieser irgendwann. Ich muss nur durchhalten, das mache ich schließlich schon seit ich diese Krankheit habe.

Und ich habe nicht vor, damit aufzuhören.

Einen guten Abend und viel Schnee euch allen!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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Ein Gedanke zu “Schnee

  1. dieses gefühl, „abgehoben“ zu sein, erleben viele menschen irgendwann mal. muss nicht unbedingt ein zeichen dafür sein, dass du jetzt anfängst völlig irre zu werden ;) sowas kann auch durch ganz banale dinge ausgelöst werden – stress, übermüdung, bestimmte lichtquellen, koffein etc.

    liebe grüße :)

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