Gedankenspielereien

Guten Abend meine Lieben!

Heute war einfach nur ein entschleunigter Sonntag. Denn wenn man nichts tun kann, was auf der To-Do-Liste steht, dann tut man eben nichts.
Und genau das war auch gut so. Es ist okay, wenn ich mich selbst mal zur Ruhe kommen lasse, auch wenn ich momentan eigentlich endlich mein Leben in den Griff kriegen will. Aber ich soll mich nicht überfordern, das bekomme ich ständig zu hören.

Nun gut, also mein Tag bestand physisch nur aus Liegen, Sitzen, Kochen, Baden, Lesen, Sitzen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Nichts weltbewegendes also.
Was einen weit größeren und spannenderen Teil des heutigen Tages ausgemacht hat sind meine Gedanken.
Abends habe ich wiedermal eine Dokumentation über Neuseeland angeschaut (jeder kleiner Fetzen, der damit zutun hat, wird von mir aufgesogen als wäre ich ein Schwamm) und hatte mich das erste Mal soweit unter Kontrolle, dass ich nicht zu weinen angefangen habe! Ich habe zugegebenermaßen einmal kurz geschluchzt, aber das ist wirklich ein gutes Zeichen.
Ich konnte meine Gedanken einfach fließen lassen, ohne Angst haben zu müssen, dass ich wieder die Kontrolle und – als Resultat – die Fassung verliere. Ich bin mittlerweile emotional wieder so stabil, dass mich weder die Erinnerungen, noch das „Heimweh“ aus der Balance bringen. Das ist wirklich eine kleine Überraschung für mich. Eine gute, natürlich.
Schon während der Doku hat mein Geist sich in Gedankenspielereien verloren. Aber es waren schöne Gedanken. Sie handelten davon, dass ich eines Tages ebenfalls wieder dahin zurückkehren werde, um zu bleiben.

Aber eine Gedankenspielerei beschäftigt mich heute schon den ganzen Abend… gibt es einen Punkt in meinem Leben, an dem man (wer auch immer) meine Depression hätte verhindern können? Gibt es einen Auslöser, einen kleinen Tropfen, den man hätte verhindern oder zumindest puffern können und somit die gesamte Krankheit? Mein Gedankenkarussell dreht sich… Was meint ihr? Ich weiß, dass viele, die das hier lesen ebenfalls an einer psychischen Erkrankung leiden… Meint ihr es gibt bei uns allen einen Punkt, vor/an dem diese Krankheit hätte verhindert werden können, wenn irgendetwas anders gewesen wäre?

Nachdenkliche Grüße an euch alle und noch einen schönen Abend!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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3 Gedanken zu “Gedankenspielereien

  1. Hach, du hattest recht, wir lesen uns noch einmal ;)
    So ein entschleunigter Sonntag muss auch einmal sein – und ich wünschte gestern wäre für mich anders verlaufen.
    Ich bin der Meinung, dass so manche Sachen, zumindest bei mir, zu dieser Erkrankung geführt haben. Wer weiß, vielleicht ist das auch genetisch. Aber egal, ob es nur eine Sache wäre, die man hätte ändern müssen: Jetzt kann man es nicht ändern und muss mit der Tatsache klar kommen, dass man diese psychische Störung hat. Aber, so oft man sich sagt, dass es sich nicht lohnt darüber nachzudenken, man macht es natürlich dennoch.
    Ich wünsche dir einen angenehmen Start in die Woche!

    In Liebe, E.

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  2. Guten Morgen :)
    So ein Sonntag muss auch mal sein und ist zwischendurch auch mal ganz schön.
    Bei mir haben viele verschiedene Faktoren zu meinen Krankheiten geführt – sowohl psychologische und physiologische Faktoren, als aber zum Teil auch genetische Vorbelastungen. Von daher denke ich, dass es bei mir keinen Punkt hätte geben können an dem man diese Krankheiten hätte aufhalten oder verhindern hätte können. Jedoch denke ich, dass man zu bestimmten Zeitpunkten oder durch ein früheres Handeln bestimmter Personen die ganze Symptomatik und die daraus folgenden Konsequenzen hätte deutlich abmindern können.
    Aber naja, jetzt leben wir im hier und jetzt und müssen damit klarkommen. Und das werden wir auch! :)
    Alles Liebe <3

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  3. Spannende Frage, ich glaube nicht das es nur einen Zeitpunkt gab, der für eine psychische Erkrankung verantwortlich war. Jedoch gab es bestimmt in all unseren Leben Punkte, wo wir positiv oder eben negativ beeinflusst wurden, jeder reagiert anders darauf und manche, entwickeln dann eben eine Krankheit. Verhindern kann man dies glaube ich nicht, jedoch gab es bestimmt Zeiten in denen anderes Handeln den Verlauf gebremst oder die Symptome abgeschwächt hätte.
    Da sind wir jedoch beim hätte, wäre, könnte, was ja meist nirgendwo hinführt. Wir müssen die Situation akzeptieren und versuchen das beste daraus zu machen. Negative Erfahrungen nach und nach durch positive ersetzen, dann wird es glaube ich leichter.
    Liebe Grüsse

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