Bad News…

Guten Abend meine Lieben!

Heute habe ich drei schlechte Nachrichten für euch… wie man(n)’s nimmt sogar vier.

Die erste macht mir am meisten Sorgen… Ich hab schon seit etwa einem Jahr eine „leichte, ungefährliche Form“ (hat zumindest der Arzt gesagt) von Angina Pectoris. Das sind Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Diese äußern sich in stechenden Schmerzen, die sich teilweise durch den ganzen Brustkorb ziehen… ich hab die ‚Anfälle‘ immer nur wenige Sekunden bis zu zwei Minuten, deshalb ist es ja eigentlich nicht dramatisch. Aber trotzdem kann ich währenddessen kaum Atmen und mich aus Angst noch mehr Schmerz hervorzurufen auch nur eingeschränkt bewegen. Naja, eigentlich kann ich ganz gut damit leben. Man gewöhnt sich ja an so ziemlich alles, vor allem wenn es nur alle zwei-drei Wochen passiert.
Aber seit ein paar Tagen kommen die Anfälle regelmäßiger und vor allem häufiger. Heute saß ich den ganzen Abend auf der Couch und alle zehn Minuten kam einer… Ich saß also da, hatte Angst mich zu bewegen. Und ich frage mich schon den ganzen Abend, ob das an den Medikamenten liegt… in der Packungsbeilage habe ich dazu nichts gefunden… ich werde morgen mal einen Arzt aufsuchen, ich mache mir schon etwas Sorgen.

Die zweite schlechte Nachricht (die ich heute erhalten erst habe) war, dass meine Großtante, die an schweren Depressionen leidet, am Freitag einen Hirnschlag erlitten hat und im Koma liegt. Die Maschinen, die sie am Leben erhalten sollen die nächste Woche abgeschaltet werden… meine Oma, ihre Schwester, ist komplett am Boden zerstört. Und ich kann nicht mal nach Hause…
Das letzte Mal, dass ich meine Großtante gesehen hatte, war als ich wegen einer Verletzung am Sprunggelenk bei meiner Großmutter gewohnt habe. Sie hat sich über die Symptome ihrer Depression beklagt, zum Beispiel, dass sie sich nicht dazu in der Lage fühlt einen Kuchen für ihre Gäste zu backen. Damals habe ich selbst noch verbissen weitergekämpft, und ich habe sie dazu aufgefordert das selbe zu tun. Oder sich Hilfe zu suchen. Aber das wollte sie nicht. Sie wollte sich nicht in Therapie, weil sie Angst vor den Meinungen der Nachbarn hatte… Wie typisch. Ich habe das damals nicht verstanden, und ich tue es auch heute nicht. Wie man die Meinung der anderen vor sein eigenes Wohl stellen kann, ist mir nach wie vor unbegreiflich.
Und nun liegt sie im Koma und wird wahrscheinlich nicht mehr aufwachen. Vielleicht kommt sie zurück – und wenn nicht, dann ist sie zumindest befreit von dieser Krankheit. So wie ich meine Oma kenne, wird sie für meine Großtante beten. Ich habe auch eine Kerze angezündet. Hoffentlich wacht sie wieder auf. Ich will nicht nur nach Hause fahren um zu einer Beerdigung zu gehen. Ich kann den Gedanken an meine weinende Oma jetzt schon nicht ertragen…

Die dritte schlechte Nachricht ist auch eine gute, die Antidepressiva haben eine appetithemmende Wirkung. Ich habe heute Abend kaum mehr als 80 Gramm Nudeln gegessen… Über den ganzen Abend verteilt. Das ist zwar eigentlich gar nicht so schlecht, denn wie jedes weibliche Wesen mit ein zwei drei Kilo zuviel auf den Hüften, wäre ich die ganz gerne los.
Aber trotzdem macht es mir etwas Sorgen. Ich will meinen Körper nicht unterversorgen – grade als Veganer passiert das sehr schnell. Und ich spüre auch, dass mich das matt macht. Noch matter als ich ohnehin schon bin.
Und ich weiß nicht ob sich das wieder gibt, es steht nämlich als häufige Nebenwirkung auf dem Beipackzettel…

Die vierte ist für mich nicht schlecht, aber für den jungen Herrn, den ich mal erwähnt habe. Ich habe gemerkt, dass ich das nicht kann und mich einfach nur schlecht fühlte, weil das ganze einfach nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Und ich habe ihn gebeten zu akzeptieren, dass ich momentan und auch die nächste Zeit einfach nicht in der Lage bin, jemanden näher an mich ranzulassen. Und auch, meine ehrliche Art geht nie verloren, dass ich es mir mit ihm ohnehin nicht vorstellen kann.
Es ist einfach momentan besser für mich, wenn ich mich voll auf mich konzentriere… ich gehe sowieso schon schnell genug in den Strudeln der Depression verloren.

Aber auch ein Tag voll schlechter Nachrichten bringt mich mittlerweile nicht mehr zum verzweifeln, dazu habe ich schon zu viele solche Tage erlebt.

Und ich werde weiter warten, weiter kämpfen, weiter hoffen. Weil ich im Vergleich zu meiner Großtante nämlich noch die Chance dazu habe, mein Leben zu retten.

Eine gute Nacht noch meine Lieben!
Ich wünsche euch einen Tag voller guter Nachrichten!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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