Diese vorweihnachtliche Stimmung…

Guten Abend!

Bei uns in der Stadt hat der Weihnachtsmarkt begonnen. Und die ganze Stadt ist geschmückt mit Lichterketten und leuchtenden Engeln und Sternen und Tannenbäumen, die auf jedem öffentlichen Platz dunkelgrün und glitzernd in den Himmel ragen.
Es duftet nach gebrannten Mandeln, nach Zimt, Kardamom und Nelken. Nach Punsch, Glühwein und Bratäpfeln. An den Ständen werden allerlei weihnachtliche Waren feil geboten. Dutzende, duftende, gelb glänzende Kerzen aus Bienenwachs. Im Kerzenschein funkelnde, kleine und große Christbaumkugeln aus buntem Glas. Kleine handgeschnitzte Holzfigürchen, bunt bemalt, auf den Gesichtern ein seeliger Ausdruck. Betörenden Geruch verströmende Seifen, in allen Farben, kunstvoll arrangiert. Frisch aus dem Holzofen werden Flammkuchen mit Schmand, Speck und Schnittlauch serviert. Ein Grüppchen junger Leute wärmt sich, mit ihren Glühweintassen in den behandschuhten Händen, an einem Lagerfeuer.
Wunderbare Erinnerungen an Kindertage werden wach. Jetzt fehlt nur noch der glitzernde Schnee, der vom Himmel herab alles mit einer Decke aus Diamanten überzieht.

Wunderbare Weihnachtsstimmung. Und mitten drin – ich.
Traurig. Niedergeschlagen. Einsam.
Die Depression hat mich im Griff.

Ich ertrage diese Weihnachtsstimmung nicht. Es ist zuviel für mich. Die glücklichen Pärchen – und ich, einsam. Die lachenden und fröhlichen Familien – und die meine, zerrüttet und zerrissen. Die bunte und leuchtende Welt – und meine, kalt und leblos und grau.

In diesem Momenten, ich denen ich so gerne einfach unbeschwert glücklich wäre, bin ich stattdessen traurig. Und wütend, wütend auf mich selbst. Weil ich es nicht mal schaffe meine Traurigkeit in der Vorweihnachtszeit einigermaßen im Griff zu haben. Wisst ihr, auch ich würde gerne einfach unbeschwert über den Markt oder durch die Einkaufspassage schlendern, ohne die Stimme in meinem Kopf, die mir ständig vorhält, dass ich nicht mal halb so glücklich bin wie die anderen Leute da. Und dass ich es auch niemals sein werde.
Und dann würde ich am liebsten weinen. Laut schreien, dass es aufhören soll. Einfach weinen und in mir zusammensinken. Weil ich alleine bin, weil ich einsam bin. Traurig bin, traurig darüber dass es niemanden gibt, der meine Hand in seine nimmt, weil sie kalt ist. Niemanden, der mich an sich drückt und sich mit mir ans Feuer stellt.
Und wieder fühle ich in mir diese quälende Leere.

Was ist Weihnachten, das Fest der Liebe, ohne Liebe. Warum nur streut die Depression Salz in die offenen Wunden? Und wieso ich? Wieso jetzt?

Ich hoffe so sehr auf die Therapie. Durch die Konzentration auf den ersten Termin stehe ich die schwierigen Tage leichter durch.
Und durch ein paar Tassen Tee. Und durch eine Badewanne voller schaumig-warmem Wasser.

Ich fiebere auf den Tag hin, an dem meine Augen das traurige Schimmern verlieren. Ab dem ich wieder lerne glücklich zu sein… Klingt etwas theatralisch? Mag sein, aber manchmal ist das Leben schließlich großes Kino ;)

Gute Nacht und eine schöne Vorweihnachtszeit an euch alle!
Euer Fräulein Mit-Ohne-Gefühl

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2 Gedanken zu “Diese vorweihnachtliche Stimmung…

  1. Weihnachten mit Depression – ich erinnere mich und es war furchtbar.

    Mir half es, mir bei Starbucks einen großen leckren Kaffee zu bestellen und einfach die Leute zu beobachten, die an mir vorbei gingen. Und auf einmal waren die gar nicht mehr so glücklich, sondern größtenteils im Vorweihnachtsstress. Waren gereizt über ihre Kinder, die sich überall die Nase Platt drückten – so ging schließlich alles nicht schnell genug. Und ich liebte es, in aller Ruhe mein Getränk genießen zu können. (Soweit mir dieses Gefühl zustand.) Ohne all den zusätzlichen Stress. Und ganz plötzlich war das herrlich.
    Und wenn ich mir deine Beschreibung des Weihnachtsmarktes so ansehe, dann hast auch du dir die Zeit genommen mit allen Sinnen zu genießen – wer von den Menschen um dich herum hatte wohl diesen Luxus? ;)

    Gefällt 1 Person

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